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Anhänger von Kreml-Kritiker Nawalny protestieren in Russland



In ganz Russland sind am Montag Anhänger des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny auf die Strasse gegangen. Bereits vor Beginn einer nicht genehmigten Protestaktion in Moskau gab es mehrere Festnahmen.

Allein im sibirischen Nowosibirsk protestierten nach Angaben örtlicher Medien rund 3000 Menschen gegen Korruption, weitere Demonstrationen am Unabhängigkeitstag gab es in zahlreichen anderen Städten.

Die russische Website OVD Info, die Festnahmen bei Protestveranstaltungen registriert, teilte mit, rund zehn Menschen seien vor Beginn der Demonstration in Moskau festgenommen worden.

Nawalny hatte am Sonntagabend angekündigt, den Ort der Protestveranstaltung zu ändern, weil die Stadtverwaltung von Moskau die Organisatoren daran gehindert habe, am eigentlich vorgesehenen Ort eine Bühne und anderes Material aufzubauen. Er kündigte daraufhin an, dass die Demonstration stattdessen auf der Twerskajastrasse stattfinden werde, einer Hauptdurchgangsstrasse zum Kreml.

«Bedrohung für öffentliche Sicherheit»

Die Stadtverwaltung sprach von einer «Provokation». Die Polizei warnte, dass an dem Ort bereits eine andere Veranstaltung stattfinde, die durch den Protest beeinträchtigt werde. «Jegliche provokative Aktion der Demonstranten wird als eine Bedrohung für die öffentliche Ordnung angesehen und sofort beendet», hiess es von der Polizei. Die Stimmung vor Beginn des Protests war angespannt.

Nawalny will im kommenden Jahr als Präsidentschaftskandidat antreten. Mit einer Online-Kampagne ist es ihm gelungen, eine neue Generation auf die Strasse zu treiben. Er rief zu Protesten gegen die Korruption auf, nachdem er einen Film veröffentlicht hatte, in dem Ministerpräsident Dmitri Medwedew vorgeworfen wird, ein riesiges Vermögen durch ein Netzwerk an Stiftungen zu kontrollieren.

Ende März hatte Nawalny bereits die grössten Proteste seit Jahren organisiert. Hunderte Menschen wurden festgenommen, darunter auch Nawalny selbst. Nach 15 Tagen kam er wieder frei. (sda/afp)

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