Luxus auf Schweizer Strassen – in diesen Kantonen sind die teuersten Autos unterwegs
Die Schweizerinnen und Schweizer mögen teure Autos. Was ausländischen Besuchern sofort auffällt, belegt eindrücklich auch das Autoranking von Axa. Der Versicherer hat rund 1,2 Millionen Personenwagen im Kundenbestand, was etwa einem Viertel aller in der Schweiz immatrikulierten Autos entspricht. Der Katalogpreis der bei Axa versicherten Fahrzeuge, einschliesslich Zubehör, aber ohne Abschreibungen, belief sich 2025 auf 48'000 Franken.
Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 50'000 Franken gelegen. Die Statistik zeigt also, dass die Schweizer Bevölkerung weniger Geld für luxuriöse Autos ausgibt. Das ist gemäss Axa ein neues Phänomen. In den vergangenen Jahren seien die Autos auf Schweizer Strassen laufend teurer geworden. «Nun kaufen die Leute offenbar seltener neue Autos und greifen vermehrt auf günstigere Occasionsfahrzeuge zurück», sagt Jérôme Pahud, Leiter Mobilitätsversicherungen bei Axa.
Der Grund für die Entwicklung ist vielschichtig. Pahud vermutet eine grössere Sparneigung in wirtschaftlich und politisch weniger sicheren Zeiten. Doch auch die stark verbesserte Qualität der Fahrzeuge habe das Kaufverhalten der Autolenker in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten beeinflusst, ergänzt ein Sprecher von Auto Schweiz, dem Verband der Automobilimporteure. Tatsächlich zeigt die Statistik des Verbandes, dass sich das mittlere Alter eines Autos in den vergangenen 20 Jahren von 7 auf 10,6 Jahre erhöht hat.
Wohlstandsindikator
Unabhängig davon zeigen die Schweizerinnen und Schweizer aber nach wie vor ein grosses Interesse an luxuriösen Privatfahrzeugen, die auch reich mit Features zur Verbesserung von Sicherheit und Komfort ausgestattet sind. Offensichtlich hängt die Preisempfindlichkeit der Käufer primär vom Wohlstand ab. Und der ist regional unterschiedlich verteilt.
Im Kanton Zug liegt der durchschnittliche Katalogpreis eines immatrikulierten Autos gemäss Axa-Statistik bei über 65'000 Franken. Die billigsten Autos kaufen die Jurassier (41'000 Franken) und markant über dem Landesdurchschnitt (48'000 Franken) liegen alle wirtschaftlich wichtigen Zentren von Genf über Basel bis Zürich.
Wie zuverlässig der Luxus auf den Strassen als Indikator für den lokalen Wohlstand ist belegt die jährliche, international vergleichende Kaufkraftstudie des Beratungsunternehmens Nielsen IQ, die Anfang April publiziert wurde. In der Rangliste der wohlhabendsten Bezirke in der Schweiz steht der Kanton Zug mit einer Kaufkraft pro Kopf von 94'405 Euro an zweitvorderster Stelle, direkt hinter dem Schwyzer Bezirk Höfe oberhalb des Zürichsees und vor der Zürcher Goldküstengemeinde Meilen.
Freilich sind auch in der Schweiz viele Autos fremdfinanziert. 2025 wurden 210'125 Neugeschäfte für das Leasing von privaten Personenwagen abgeschlossen, wie Zahlen des Schweizerischen Leasingverbandes zeigen. Der Bestand der geleasten Autos belief sich 2025 auf 619'837 Fahrzeuge. Das entspricht knapp 13 Prozent des gesamten immatrikulierten Bestandes in der Schweiz von rund 4,9 Millionen Personenwagen.

