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Mehrere Tote und 50 Verletzte bei Hochhausbrand in London



Eine riesige Rauchsäule, meterhohe Flammen und Bewohner in Todesangst: Bei einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Westen Londons sind mehrere Menschen ums Leben gekommen und dutzende weitere verletzt worden.

Nach Angaben der Londoner Feuerwehr vom Mittwoch stand der 24-stöckige Grenfell Tower mit 130 Wohnungen vom zweiten Stock an aufwärts komplett in Flammen. Eine Rauchsäule war weithin zu sehen. Die Ursache des in der Nacht auf Mittwoch ausgebrochenen Brandes war zunächst noch unklar.

«In meinen 29 Jahren bei der Feuerwehr habe ich nichts von diesem Ausmass gesehen», sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton. Es habe eine Reihe von Toten gegeben, eine genaue Zahl wurde zunächst nicht bekannt. Mehr als 50 Bewohner wurden nach Angaben der Rettungskräfte in Spitäler gebracht.

Stunden nach dem Ausbruch des Feuers gegen 02.00 Uhr MESZ suchte die Feuerwehr weiter nach Eingeschlossenen im brennenden Gebäude. Gegenwärtig scheine keine Einsturzgefahr zu bestehen, teilte die Feuerwehr am Mittag mit. Die Stabilität werde von einem Ingenieur überwacht.

Ein Mitarbeiter der Feuerwehr berichtete, die Einsatzkräfte würden Atemmasken tragen. Die Arbeit sei extrem hart und die Bedingungen sehr schwierig.

In die Tiefe gesprungen

Die mehreren hundert Bewohner des Grenfell Towers im Stadtteil Kensington wurden von den Flammen im Schlaf überrascht. Es habe keinen Feueralarm gegeben, berichteten mehrere Menschen vor Ort. Vielmehr seien die Bewohner durch den Brandgeruch wach geworden.

Augenzeugen berichteten in der Nacht auf Twitter von Schreien. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Trümmerteile flogen aus dem 1974 erbauten Tower, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Im Apartmenthaus sollen viele Familien mit Kindern gelebt haben. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden. Eine Schule in der Nähe des brennenden Gebäudes blieb geschlossen. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab.

Ursache unklar

Über die Brandursache lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Feuerwehrchefin Cotton warnte davor, über die Ursache zu spekulieren. «Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist», sagte sie.

Nach Angaben von Bewohnern brannte das Gebäude, dessen Fassade im Zuge einer grösseren Renovierung im vergangenen Jahr neu verkleidet wurde, zuerst von aussen. Ein Anwohner-Kollektiv hatte vor einem Jahr vor der Gefahr eines Brandes im Grenfell Tower gewarnt.

Während Umbauarbeiten gebe es nur einen Zugang zu dem Gebäude, heisst es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group. «Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht», heisst es im Blog-Eintrag. «Die Einwohner würden in dem Gebäude in der Falle sitzen, ohne jede Fluchtmöglichkeit.»

Auswirkungen auf Brexit-Gespräche?

Londons Bürgermeister Sadiq Khan versprach nach dem Brand umfassende Aufklärung. «Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden», teilte Khan am Mittwoch über Twitter mit.

Der BBC zufolge verzögern sich die Gespräche zwischen den Tories und der nordirischen Unionistenpartei DUP über die Bildung einer Minderheitsregierung wegen des Brandes. Das habe möglicherweise auch Auswirkungen auf die Brexit-Gespräche, die später beginnen könnten. (sda/dpa/afp/reu)

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