«Melania» floppt so sehr, dass Mitschaffende ihre Namen aus den Credits streichen lassen
Der Film «Melania» dokumentiert das Leben der First Lady der Vereinigten Staaten in den 20 Tagen vor der zweiten Amtseinführung ihres Ehemanns Donald Trump. Bereits 2024 stritten sich Amazon, Disney und Netflix um die Rechte am Film. Gewonnen hat schliesslich Amazon, das 40 Millionen US-Dollar dafür zahlte. Die Summe ist der höchste Preis, der jemals für eine Doku bezahlt wurde. Der Deal umfasst einen Kinostart und eine anschliessende Dokumentarserie.
Entsprechend hoch waren nun die Erwartungen, dass der Film ein Zuschauererfolg wird. So prognostiziert der Marktforschungsdienst NRG laut dem Spiegel einen Einspielerfolg von rund fünf Millionen Dollar. Die Kinobetreiber stehen dieser Erwartung jedoch kritisch gegenüber. Laut dem Guardian wurde nämlich für die erste Ausstrahlung des Films im Londoner Stadtteil Islington nur ein Ticket verkauft. Im Cineworld in Wandsworth waren es vier Tickets.
Tim Richards, Geschäftsführer von einem der grössten Kinobetreiber des Landes, meinte gegenüber dem Telegraph, dass er zahlreiche E-Mails von Zuschauern erhalten habe, die die Entscheidung, den Film zu zeigen, kritisiert hätten. «Ich habe allen gesagt, dass wir den Film, unabhängig von unserer persönlichen Meinung, prüfen werden. Wenn ein Film von der BBFC (British Board of Film Classification) freigegeben ist, werden wir ihn in 99 Prozent der Fälle zeigen», so Richards. Weiter erklärte er: «Wir werden nicht Richter und Jury spielen, um einen Film zu zensieren.»
Crewmitglieder lassen Namen aus Abspann streichen
Der Guardian sprach daraufhin noch mit einem Branchenanalyst. Dieser vermutete, dass die Kinobetreiber sogenanntes «Four-Walling» betrieben. Das bedeutet, dass die Verleiher jedem Kino eine feste Gebühr zahlen, wenn dieses sich bereit erklärt, einen bestimmten Titel zu zeigen: «Dies würde erklären, warum so viele Kinobetreiber zugestimmt haben, einen Film mit solch bescheidenen finanziellen Aussichten ins Programm aufzunehmen.» Darum ist der Experte auch überzeugt, dass die Einspielergebnisse dieses Films nicht veröffentlicht werden.
Das Rolling-Stones-Magazin machte zum ganzen Flop noch eine weitere Entdeckung. So sprachen sie mit einer Person, die den Produzenten nahe steht. Diese erzählte, dass etwa zwei Drittel der Crewmitglieder, die am Film mitgearbeitet hatten, darum gebeten hätten, nicht namentlich im Abspann genannt zu werden. Eine andere Person, die im Abspann genannt wird, sagte zudem, dass sie nach dem ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit bereue, ihren Namen angegeben zu haben. «Ich bin jetzt viel besorgter als noch vor einem Jahr», sagte diese Person.
Reddit-User sabotieren Amazon-Suchresultate
Um den Erfolg von «Melania» weiter zu dämmen hat sichzudem auf Reddit eine kleien Revolution zusammengetan. Dafür hat ein User dazu aufgerufen, die Amazon-Suchresultate zu sabotieren, in dem sie ein Buch kaufen, das ebenfalls «Melania» im Titel hat: «Wir pushen den paranormalen Erotikthriller ‹Melania: Verschlingerin der Männer›, damit er höher rankt als ihr Film.» Das Buch sei darum perfekt, weil es absurd ist, ein lächerliches Cover hat und kostenlos ist – so würde Amazon nichts daran verdienen.
Diese Strategie zeigt bereits Erfolge. Als der Reddit-Post in der Nacht auf den Freitag online ging, schaffte es das Buch in der Amazon-Suchleiste bereits auf Platz 15. Nun (Stand 30. Januar 2026, 11.30 Uhr) ist das Buch auf Platz 5. So sieht übrigens das Cover aus:
