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Hongkong: Proteste nach Verschwinden von Verlagsmitarbeitern in Hongkong



Tausende Demonstranten haben in Hongkong Aufklärung über den Verbleib von fünf vermissten Mitarbeitern eines chinakritischen Verlags verlangt. «Nein zu politisch motivierten Entführungen!» riefen die Demonstranten auf ihrem Weg zur chinesischen Vertretung in Hongkong.

«Wir fordern die chinesische Regierung auf, umgehend die Situation der fünf (Vermissten) zu klären und sie freizulassen», sagte einer der Organisatoren der Kundgebung am Sonntag. Nach ihren Angaben folgten 6000 Menschen dem Protestaufruf. Die Polizei sprach von 3500 Demonstranten.

Der Verbleib der Verlagsangestellten ist ungeklärt. Vier gelten bereits seit Oktober als vermisst. Sie kehrten von Reisen in den Süden Chinas und nach Thailand nicht zurück. Der fünfte Mann, der 65-jährige Verleger Lee Bo, verschwand am 30. Dezember vermutlich direkt aus Hongkong.

Es wird vermutet, dass die Vermissten von chinesischen Sicherheitskräften verschleppt wurden. Hintergrund ist mutmasslich ein von dem Verlag Mighty Current geplantes Buch über eine ehemalige Geliebte des chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Die USA und die EU äusserten sich besorgt über das Verschwinden der fünf Verlagsmitarbeiter. Peking garantiert der ehemaligen britischen Kronkolonie noch bis 2047 einen Sonderstatus nach dem Prinzip «Ein Land, zwei Systeme». Chinesische Sicherheitskräfte haben gemäss dieser Vorgabe nicht das Recht, in Hongkong zu agieren. (sda/afp)

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