Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Reptilienhäute: Tierschutz fordert einheimisches Leder statt exotische Häute



Der Schweizer Tierschutz fordert, bei der Produktion von Luxusartikeln exotische Häute durch einheimisches Leder zu ersetzen. Denn Reptilien, die um ihrer Haut willen in Farmen gehalten werden, haben gemäss Recherchen der Tierschützer kein gutes Leben.

In den Jahren 2013/2014 seien rund 1.5 Millionen Gegenstände aus US-amerikanischem Alligatorleder in die Schweiz importiert worden, schrieb der Schweizer Tierschutz (STS) am Donnerstag. Es waren Uhr-Armbänder, Schuhe, Taschen, Gürtel, Geldbörsen und ganze Häute.

Eingeführt wurden aber auch Produkte aus der Haut von Kaimanen, Nilkrokodilen, Bindenwaranen sowie Netz- und Tigerpythons. Laut STS stammen viele Alligatoren- und Schlangenhäute aus Farmen, wo die Tiere in einer industriellen Haltung gezüchtet würden.

Enge, oft dunkle Bunker

Junge Alligatoren müssten bis zur Schlachtreife in engen und oft stockdunklen Betonbunkern leben, und das in einer fauligen Brühe aus Kot, Wasser und Futterresten, wie der STS schrieb. Pythons würden in asiatischen Farmen ertränkt, mit Wasser zum Platzen gebracht oder auf den Kopf geschlagen, bevor sie - oft lebend - gehäutet würden.

Mit Reptilienhäuten aus quälerischer Produktion befasste sich auch das Parlament. 2013 lehnte der Ständerat eine Motion für ein Einfuhrverbot von Häuten aus Indonesien ab, die der Nationalrat zuvor unterstützt hatte. Auslöser für den Vorstoss war ein Beitrag der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens von 2010.

Der STS erinnert an das im Inland ungenutzte Potenzial von tierfreundlich produziertem Schweizer Leder. 2013 seien gemäss Aussenhandelsstatistik rund 17'000 Tonnen Häute im Wert von 71 Millionen Franken exportiert worden. Die Häute stammen vor allem von Kälbern, Rindern und Kühen. Zielland ist meist Italien.

Pilotprojekt lanciert

Mit dem Schlacht-Nebenprodukte-Verwertungsunternehmen Centravo AG hat der Tierschutz ein Pilotprojekt lanciert. Erste Felle aus dem Projekt sollen «demnächst» auf den Markt kommen. Die Centravo schreibt im Internet, dass rund 90 Prozent der von ihr jährlich verarbeiteten rund 16'000 Tonnen Fellen und Häuten exportiert werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen