Enges Rennen um die Präsidentschaft in Ecuador

Enges Rennen um die Präsidentschaft in Ecuador

03.04.2017, 01:5203.04.2017, 01:52

Bei der richtungsweisenden Präsidentschaftswahl in Ecuador zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem vom bisherigen Amtsinhaber Rafael Correa unterstützen Kandidaten Lenin Moreno und dem konservativen Herausforderer Guillermo Lasso ab.

Befragungen zweier Forschungsinstitute von Wählern nach Verlassen des Wahllokals sahen in der Nacht zum Montag jeweils den anderen Kandidaten vorne. Nach der Umfrage des Instituts Cedatos lag Lasso mit 53.02 Prozent der Stimmen vor Moreno mit 46.98 Prozent. Die Befragung durch die Wahlforscher von Perfiles de Opinion ergab dagegen einen Vorsprung von Moreno mit 52.2 Prozent vor Lasso mit 47.8 Prozent. Bis das endgültige Ergebnis feststeht, könne es Tage dauern, hatte die Wahlbehörde gewarnt.

Die Wähler Ecuadors entscheiden in der Stichwahl, ob es zu einer Wende in der Politik des ölreichen Landes kommt. Der linke Präsident Correa regierte Ecuador zehn Jahre lang, seinen Kurs will Moreno fortsetzen.

Auswirkungen für Assange

Der ehemalige Banker Lasso dagegen fordert, dass sich das Land mehr für private Investoren öffnet. Beide Kandidaten liessen sich nach den Umfragen feiern. «Heute ist ein neues Ecuador geboren», rief Lasso einer Menge von Unterstützern in seiner Heimatstadt Guayaquil zu. Moreno erklärte in der Hauptstadt Quito: «Wir haben einen sehr zuverlässigen Vorsprung.»

Die Wahl hat auch internationale Auswirkungen: Lasso hat im Falle seines Wahlsiegs angekündigt, Wikileaks-Gründer Julian Assange keinen Unterschlupf mehr in der ecuadorianischen Botschaft in London zu gewähren. Dorthin hatte sich der Australier vor vier Jahren geflüchtet, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo gegen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen ermittelt wird. (sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!