Enges Rennen um die Präsidentschaft in Ecuador
Bei der richtungsweisenden Präsidentschaftswahl in Ecuador zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem vom bisherigen Amtsinhaber Rafael Correa unterstützen Kandidaten Lenin Moreno und dem konservativen Herausforderer Guillermo Lasso ab.
Befragungen zweier Forschungsinstitute von Wählern nach Verlassen des Wahllokals sahen in der Nacht zum Montag jeweils den anderen Kandidaten vorne. Nach der Umfrage des Instituts Cedatos lag Lasso mit 53.02 Prozent der Stimmen vor Moreno mit 46.98 Prozent. Die Befragung durch die Wahlforscher von Perfiles de Opinion ergab dagegen einen Vorsprung von Moreno mit 52.2 Prozent vor Lasso mit 47.8 Prozent. Bis das endgültige Ergebnis feststeht, könne es Tage dauern, hatte die Wahlbehörde gewarnt.
Die Wähler Ecuadors entscheiden in der Stichwahl, ob es zu einer Wende in der Politik des ölreichen Landes kommt. Der linke Präsident Correa regierte Ecuador zehn Jahre lang, seinen Kurs will Moreno fortsetzen.
Auswirkungen für Assange
Der ehemalige Banker Lasso dagegen fordert, dass sich das Land mehr für private Investoren öffnet. Beide Kandidaten liessen sich nach den Umfragen feiern. «Heute ist ein neues Ecuador geboren», rief Lasso einer Menge von Unterstützern in seiner Heimatstadt Guayaquil zu. Moreno erklärte in der Hauptstadt Quito: «Wir haben einen sehr zuverlässigen Vorsprung.»
Die Wahl hat auch internationale Auswirkungen: Lasso hat im Falle seines Wahlsiegs angekündigt, Wikileaks-Gründer Julian Assange keinen Unterschlupf mehr in der ecuadorianischen Botschaft in London zu gewähren. Dorthin hatte sich der Australier vor vier Jahren geflüchtet, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo gegen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen ermittelt wird. (sda/reu)
