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Öl für Nahrung: Total und Vitol in Prozess um irakisches Ölprogramm verurteilt



In der Korruptions-Affäre um das frühere Irak-Programm «Öl für Nahrung» ist der französische Erdölriese Total im Berufungsverfahren zu einer Geldstrafe von 750'000 Euro verurteilt worden. Auch der Schweizer Rohstoffhändler Vitol muss eine Busse bezahlen.

Der Rohstoffhändler mit Sitz in Genf und Rotterdam erhielt eine Geldstrafe über 300'000 Euro. Vitol weise weiterhin die erhobenen Korruptionsvorwürfe zurück und werde am letztinstanzlichen Kassationshof Frankreichs Berufung einlegen, reagierte Vitol-Sprecherin Andrea Schlaepfer auf Anfrage.

Vitol wie auch der Erdölriese Total und eine Reihe von Einzelpersonen, darunter ein früherer französischer UNO-Botschafter, wurden vom Pariser Berufungsgericht am Freitag schuldig gesprochen, ausländische Verantwortliche geschmiert zu haben.

Das UNO-Programm «Oil for Food» («Öl für Nahrung») erlaubte dem damaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein, von 1996 bis 2003 begrenzte Mengen an Erdöl auszuführen und mit den Erlösen Lebensmittel und Hilfsgüter einzuführen. Das Programm sollte die Folgen des nach dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait verhängten Embargos gegen den Irak für die Zivilbevölkerung abschwächen.

Wissentlich zu viel gezahlt

Die irakische Regierung umging aber die Vorgaben und verkaufte unter anderem heimlich mehr Öl als zulässig. In den Skandal waren einem UNO-Bericht zufolge rund 2200 Unternehmen aus etwa 60 Ländern verwickelt. Die französische Justiz wirft unter anderem Total vor, irakische Verantwortliche geschmiert und wissentlich zu viel für Öl gezahlt zu haben, um im Gegenzug Verträge mit dem Irak zu schliessen.

Nach achtjährigen Ermittlungen wurden 2013 in einem ersten Prozess Total, Vitol und alle anderen Angeklagten überraschend freigesprochen. Das Pariser Strafgericht sah damals keine ausreichenden Belege für Korruption.

Die Staatsanwaltschaft legte gegen die Freisprüche Berufung ein. Der Berufungsprozess begann im vergangenen Oktober und endete nun mit einer Verurteilung fast aller Angeklagten. (sda/afp)

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