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Kosovos Staatschef Thaci ist stolz auf Kosovaren in der Schweiz



Kosovos Staatschef Hashim Thaci bezeichnet die Beziehungen seines Landes mit der Schweiz als «ausgezeichnet». Er sei froh, dass die Menschen, die während des Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien in der Schweiz Schutz suchten, heute Teil dieser Gesellschaft seien.

Die Schweiz sei ein «Land der Möglichkeiten», sagte Thaci in einem Interview mit dem «Blick» vom Donnerstag. Die Kosovaren in der Schweiz müssten diese «Chance» maximal ausnutzen.

Die Beziehung zwischen den zwei Ländern bezeichnete er als ausgezeichnet. Er räumte ein, dass es früher «hie und da» eine negative Wahrnehmung über die Kosovaren in der Schweiz gab.

Mittlerweile habe sich einiges geändert. «Wir freuen uns, dass Shaqiri, Behrami und Xhaka in der Schweiz Helden sind. Die Kosovaren machen die Schweizer stolz. Und das macht mich stolz», sagte er.

Der Staatschef kennt die Schweiz aus seiner Zeit während des Kosovo-Kriegs von 1998 bis Ende 2000, als er für drei Jahre in der Schweiz lebte. Er habe «wunderbare Erinnerungen an die Menschen und das Land», sagte er.

Thaci womöglich vor Kriegstribunal

Hashim Thaci ist mit Blick auf den Kosovo-Krieg von 1998 bis Ende 2000 eine umstrittene Person. Er war in der inzwischen aufgelösten Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) aktiv. Serbien wirft der UCK Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung vor, so zum Beispiel rechtswidrige Festnahmen, Tötung, Vergewaltigung und Vertreibung von Männern und Frauen.

Alt Ständerat Dick Marty bezeichnete den Staatschef in einem Bericht des Europarats als «Kriegsverbrecher». Im Interview sagte Thaci dazu, Marty sei nicht der Erste und nicht der Einzige, aber er sei stolz darauf, was er für sein Land getan habe. Er habe die Freiheit und die Unabhängigkeit des Kosovos erreicht.

Den Vorwurf Martys, der die von Thaci angeführte sogenannte «Drenica-Gruppe» des Handels von Organen von Kriegsgegnern verdächtigt, bezeichnete Thaci als «Fantasien, Science-Fiction und falsche Berichte».

Ein Sondertribunal im niederländischen Den Haag soll Gräueltaten von Albanern an der serbischen Minderheit im Kosovo-Krieg ahnden. Nachdem der Verfassungsgerichtshof des Balkanlandes im Juni den Weg frei machte, kann das Tribunal seine Arbeit aufnehmen. (sda)

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