Nati-Trainer Patrick Fischer wird per sofort entlassen
Patrick Fischer ist nicht mehr länger Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Dies bestätigt der Schweizer Eishockeyverband am Mittwochabend. Per sofort übernimmt der bisherige Assistenztrainer Jan Cadieux.
Der langjährige Nationaltrainer verkündete am Montagabend, dass er mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen in Peking reiste. Fischer wurde im Jahr 2023 wegen Urkundenfälschung rechtskräftig zu einer Busse von 38'190 Franken verurteilt. Weder der Verband noch Swiss Olympic wussten etwas von diesem Vorfall.
Der Skandal wurde schlussendlich öffentlich, weil sich Fischer selbst gegenüber SRF verplapperte. Bei einem Dreh für einen TV-Beitrag erzählte der Trainer, dass er sich für die Olympischen Spiele ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft habe. Als SRF darüber einen Beitrag senden wollte, kamen ihm Fischer und der Verband mit einem öffentlichen Eingeständnis zuvor.
Zunächst meldete der Verband, dass die Sache erledigt sei und mit Fischer angeschaut worden sei. «Wir haben die Thematik eingehend mit Fischi besprochen. Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen. Wir freuen uns nun auf die bevorstehende Heim-WM mit Patrick Fischer und dem gesamten Team», gab Urs Kessler, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, am Montagabend zu Wort.
Nach dem grossen Druck in den letzten zwei Tagen hat sich der Wind allerdings gedreht. Kessler erklärt in einer Medienmitteilung: «Der Fall ist rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt. Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport und in unserem Verband. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Der Verband bedauert, dass er diesem Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat.»
Trotzdem bedankt sich der Verband bei Fischer. Seit 2015 stand der 50-Jährige an der Bande der Hockey-Nati und erreichte dreimal den WM-Final, konnte diesen aber nie gewinnen. «Unter seiner Leitung hat sich die Schweizer Nationalmannschaft über ein Jahrzehnt kontinuierlich weiterentwickelt, ist in der Weltrangliste von Platz acht auf zwei vorgerückt, hat drei Silbermedaillen gewonnen, wodurch er das Schweizer Eishockey nachhaltig geprägt hat», wird Fischer von Präsident Kessler gelobt.
Bereits seit mehreren Monaten war klar, dass Fischer nach der WM im eigenen Land das Amt abgeben wird, nun kam das Ende früher als erwartet.
Die Weltmeisterschaft startet am 15. Mai und findet in Zürich und Fribourg statt. Die Schweizer Nationalmannschaft wird ihre Spiele in der Zürcher Swiss Life Arena austragen. In der Auftaktspartie treffen die «Eisgenossen» auf Titelverteidiger USA.
