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Nati-Trainer Patrick Fischer wird per sofort entlassen

FILE -Head coach Patrick Fischer of Switzerland reacts during the group B match between Latvia and Switzerland at the ice hockey world championship in Riga, Latvia, May 23, 2023. (AP Photo/Roman Koksa ...
Patrick Fischer verlässt die Hockey-Nati per sofort.Bild: keystone

Nati-Trainer Patrick Fischer wird per sofort entlassen

Der Druck wurde beim Schweizer Eishockeyverband zu gross: Nati-Trainer Patrick Fischer wird nach dem Fälschungsskandal per sofort entlassen. Für die Heim-WM übernimmt der bisherige Assistent Jan Cadieux.
15.04.2026, 19:2815.04.2026, 20:42

Patrick Fischer ist nicht mehr länger Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Dies bestätigt der Schweizer Eishockeyverband am Mittwochabend. Per sofort übernimmt der bisherige Assistenztrainer Jan Cadieux.

Patrick Fischer, right, head coach of Switzerland national ice hockey team, gestures next to Jan Cadieux, left, assistant coach of Switzerland national ice hockey team, during the men's group A p ...
Der bisherige Assistent Jan Cadieux ist per sofort der neue Nationaltrainer.Bild: keystone

Der langjährige Nationaltrainer verkündete am Montagabend, dass er mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen in Peking reiste. Fischer wurde im Jahr 2023 wegen Urkundenfälschung rechtskräftig zu einer Busse von 38'190 Franken verurteilt. Weder der Verband noch Swiss Olympic wussten etwas von diesem Vorfall.

Der Skandal wurde schlussendlich öffentlich, weil sich Fischer selbst gegenüber SRF verplapperte. Bei einem Dreh für einen TV-Beitrag erzählte der Trainer, dass er sich für die Olympischen Spiele ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft habe. Als SRF darüber einen Beitrag senden wollte, kamen ihm Fischer und der Verband mit einem öffentlichen Eingeständnis zuvor.

Zunächst meldete der Verband, dass die Sache erledigt sei und mit Fischer angeschaut worden sei. «Wir haben die Thematik eingehend mit Fischi besprochen. Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen. Wir freuen uns nun auf die bevorstehende Heim-WM mit Patrick Fischer und dem gesamten Team», gab Urs Kessler, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, am Montagabend zu Wort.

Nach dem grossen Druck in den letzten zwei Tagen hat sich der Wind allerdings gedreht. Kessler erklärt in einer Medienmitteilung: «Der Fall ist rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt. Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport und in unserem Verband. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Der Verband bedauert, dass er diesem Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat.»

CAPTION CORRECTION: CORRECTS NAME AND FUNCTION ON THE 9 PREVIOUS IMAGES TO - Urs Kessler, Praesident der Swiss Ice Hockey Federation posiert fuer ein Portrait nach der Medienkonferenz der Swiss Ice Ho ...
Urs Kessler hat sich nun entschieden, Fischer doch zu entlassen.Bild: keystone

Trotzdem bedankt sich der Verband bei Fischer. Seit 2015 stand der 50-Jährige an der Bande der Hockey-Nati und erreichte dreimal den WM-Final, konnte diesen aber nie gewinnen. «Unter seiner Leitung hat sich die Schweizer Nationalmannschaft über ein Jahrzehnt kontinuierlich weiterentwickelt, ist in der Weltrangliste von Platz acht auf zwei vorgerückt, hat drei Silbermedaillen gewonnen, wodurch er das Schweizer Eishockey nachhaltig geprägt hat», wird Fischer von Präsident Kessler gelobt.

Bereits seit mehreren Monaten war klar, dass Fischer nach der WM im eigenen Land das Amt abgeben wird, nun kam das Ende früher als erwartet.

Die Weltmeisterschaft startet am 15. Mai und findet in Zürich und Fribourg statt. Die Schweizer Nationalmannschaft wird ihre Spiele in der Zürcher Swiss Life Arena austragen. In der Auftaktspartie treffen die «Eisgenossen» auf Titelverteidiger USA.

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Patrick Fischer reist mit gefälschtem Covid-Zertifikat
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Die beliebtesten Kommentare
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Zanzibar
15.04.2026 19:37registriert Dezember 2015
Spricht auch nicht für den Verband. Erst war alles okay. Jetzt wo die öffentliche Empörung gross ist beugt man sich dem Druck. Denn eigentlich war die Sache dem Verband egal.
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xTuri
15.04.2026 19:38registriert Januar 2015
Bisschen spät… erst als der Shitstorm längst im vollen Gang war und der Eishockey-Weltverband die Untersuchung eingeleitet hat. Also als der Druck zu gross war. Beschämend, nachdem man vor Tagen Fischer wegen der Transparenz gelobt hatte 🤦🏻‍♂️
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Okay, Boomer
15.04.2026 19:30registriert Juli 2022
Richtig so. Ein Nationaltrainer sollte ein Vorbild sein.
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Weltverband IIHF leitet Untersuchung gegen Fischer ein – es drohen weitere Konsequenzen
Patrick Fischer befindet sich mit der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gerade in der Vorbereitung auf die am 15. Mai beginnende Heim-WM. Am Donnerstag und Freitag stehen gegen die Slowakei die ersten Testspiele an. Derzeit beschäftigt die Öffentlichkeit aber vor allem das Geständnis des 50-Jährigen, mit einem gefälschten Corona-Zertifikat zu den Olympischen Spielen 2022 in China gereist zu sein.
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