Zerreissprobe in Venezuela: Warnung vor Blutbad

Zerreissprobe in Venezuela: Warnung vor Blutbad

07.04.2017, 05:2007.04.2017, 05:20

Der Machtkampf zwischen der sozialistischen Regierung und der Opposition in Venezuela spitzt sich mit immer gewalttätigeren Strassenschlachten zu. Um Menschen von der Teilnahme an Demonstrationen abzuhalten, waren am Donnerstag Zufahrtsstrassen nach Caracas gesperrt.

Viele Menschen verlassen seit Tagen nicht mehr die Wohnungen aus Angst vor der drohenden Eskalation. Am Freitag wurden mindestens 18 Menschen verletzt, die Polizei setzte Tränengas ein, Demonstranten warfen grosse Steine auf die Polizisten.

Beobachter sprechen von den härtesten Protesten seit Monaten und einer zunehmend nervösen Regierung. Die Opposition fordert den Sturz des bis 2018 gewählten Staatschefs Nicolás Maduro und Neuwahlen. Rund 30 Menschen wurden festgenommen, die Maduro als Terroristen bezeichnete. Vizepräsident Tareck El Aissami meinte, das Ziel der Demonstranten sei, «die Strassen in Blut zu ertränken».

Die oppositionelle Parlamentsmehrheit hat ein Absetzungsverfahren gegen regierungstreue Verfassungsrichter eingeleitet, denen sie die zwischenzeitliche Entmachtung des Parlaments vorwerfen. Auf Druck des Auslands und auch aus eigenen Reihen wurde das Urteil wieder kassiert.

Venezuela durchläuft eine schwere politische und wirtschaftliche Krise. Maduro wittert eine Verschwörung des bürgerlichen Lagers und des Auslands gegen seine sozialistische Regierung. Die Opposition kritisiert den autoritären Regierungsstil. Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft fehlen dem Land mit der höchsten Inflation der Welt Devisen für den Import von Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!