In letzter Sekunde zum Meister-Glück
Die jüngere Zürcher Eishockey-Geschichte ist eng mit einem späten Treffer verknüpft: 2000 in der Finalserie gegen den HC Lugano sicherte Adrien Plavsic den Lions den ersten Titel nach der Fusion dank einem Tor zehn Sekunden vor Schluss. Vorausgegangen war dem Treffer ein Foul von Christian Weber, der Sekundenbruchteile zuvor Luganos Torhüter Cristobal Huet den Stock aus den Händen geschlagen hatte.
Nun hat sich die Geschichte für die ZSC Lions in Bern wiederholt: Erneut entschied ein später Treffer die Meisterschaft zu ihren Gunsten, und wieder haftet dem entscheidenden Tor zumindest ein leichter Makel an. Steve McCarthy traf 2,5 Sekunden vor Schluss zum 2:1. Das Schiedsrichterduo anerkannte das Tor erst nach eingehendem Videostudium. Andres Ambühl hatte den Berner Torhüter Marco Bührer zuvor im Torraum leicht behindert. Weil das aber das Einzige ist, was die Offiziellen auf dem Video nicht kontrollieren dürfen, zählte der Treffer.
Immer wieder zurückgekämpft
In den verbleibenden 2,5 Sekunden hatten die Berner gerade noch Zeit zu einem Verzweiflungsschuss. Gefährlich war der für Lukas Flüeler aber nicht mehr. Der junge Zürcher Torhüter und sein Team hatten ihre Reifeprüfung bereits zuvor abgelegt. Immer wieder waren sie in dieser Saison zurückgekommen. Sie kämpften während des Grossteils der Regular Season am Strich und qualifizierten sich erst im Schlussspurt überhaupt für die Play-offs. Im Final lagen sie 1:3 zurück und glichen die Serie wieder aus. Und im siebenten Spiel mussten sie sich lange vom SCB dominieren lassen, fanden aber in den letzten Sekunden noch einmal Schwung und erzwangen den Sieg.
National League
Neben den 10 Klubs der National Leage unterstützt PostFinance seit der Saison 2007/08 auch die Regio League in Form der PostFinance Trophy. Ziel dieses Engagements ist es, Jugendliche der ganzen Schweiz für den aktiven Eishockeysport zu begeistern.
Bilder der National League
Das letzte Spiel hatte die seitenlangen Vorschauen vor dem Match ad absurdum geführt: Nichts war zu sehen vom Momentum, das doch nach zuletzt zwei Siegen auf der Seite der Zürcher hätte liegen sollen. Nichts war zu sehen von der Berner Verunsicherung, die so viele vorausgesagt hatten. Der SCB dominierte die ersten 40 Minuten. Der Zürcher Führungstreffer durch Bastl in der letzten Minute des Startdrittels stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Das 1:1 von Rüthemann zu Beginn des Mittelabschnitts war ein viel zu knapper Ertrag aus dem Berner Chancenplus. Bern spielte, Zürich aber schoss die Tore.
Die Highlights des Spiels des Jahres
Bitteres Berner Ende
Als die Zürcher die Medaillen erhielten und Hartley den Pokal stemmte, waren die Berner längst in der Garderobe verschwunden. Sie haben in diesen Play-offs vieles richtig gemacht. Unmittelbar vor dem Ziel aber kamen sie vom Kurs ab. Ihr finnischer Trainer Antti Törmänen wird sich in den kommenden Tagen und Wochen mehr als einmal die Frage stellen, wo sein Team den Titel verspielt hat. Möglicherweise hat er mit seinen Ausländerrochaden zur Verunsicherung beigetragen. Der SCB aber hat den Titel nicht verloren, weil ein Spieler gespielt hat oder nicht. Er war in den entscheidenden Momenten zu wenig effizient.
