Indizes machen widersprüchliche Aussagen zur Mietpreisentwicklung

Indizes machen widersprüchliche Aussagen zur Mietpreisentwicklung

04.01.2019, 11:0804.01.2019, 11:08

Ob die Mietpreise von ausgeschriebenen Wohnungen derzeit sinken oder steigen, ist unklar. Je nach Index fällt die Preisentwicklung unterschiedlich aus.

Der Swiss Real Estate Offer Index, der vom Immobilienportal Immoscout24 in Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmen IAZI berechnet wird, zeigt für den Dezember gegenüber dem Vormonat um 0.6 Prozent tiefere Mieten.

Sie seien damit auf ein Jahrestief gefallen, hiess es im am Freitag veröffentlichten «Swiss Real Estate Offer Index», der vom Immobilien-Online-Marktplatz ImmoScout24 und dem Immobilien-Beratungsunternehmen Iazi erhoben wird.

Gerade eine gegenteilige Aussage macht dagegen der vom Immobilienportal Homegate.ch in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) berechnete Mietindex. Laut diesem stiegen die Angebotsmieten im letzten Dezember um knapp 0.3 Prozent.

Immerhin sieht die Entwicklung bei beiden Indizes auf Jahressicht hin ähnlich aus. So sind die die Mietpreise laut Immoscout 24 gegenüber dem Vorjahr um ein halbes Prozent zurückgegangen.

Temperaturkurve im Jahresverlauf

Die Mietpreisentwicklung habe im Jahresverlauf einer Temperaturkurve geglichen. Ab Januar 2018 stiegen die Angebotsmieten kontinuierlich an und erreichten im Juli ihren Höchstwert. In der zweiten Jahreshälfte sanken die Mieten jedoch wieder deutlich bis schliesslich gar unter den Anfangswert.

Und auch bei Homegate.ch wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat rückgängige Angebotsmieten konstatiert. Konkret habe das Minus knapp 0.4 Prozent betragen, hiess es. Aktuell steht der sogenannte Homegate.ch-Index bei 113.5 Punkten.

Unterschiede gibt es bei beiden Indizes auch, wenn man die Daten regional aufschlüsselt. Laut Immoscout konnten die geforderten Mieten innert Jahresfrist im Grossraum Zürich um 0.7 Prozent zulegen, während die Genferseeregion (-1.4 Prozent) und das Tessin (-1.3 Prozent) nachgegeben haben. In der Zentralschweiz wiederum stiegen die Preise um 2.3 Prozent.

Bei Homegate gibt es insofern Abweichungen von diesen Werten, als dass für das Tessin eine Stagnation und für die Kantone am Genfersee gar ein Plus verzeichnet wurde.

Wohneigentum teurer

Nur von Immoscout24 erhoben wurden die Preise für Einfamilienhäuser, die im Gesamtjahr um 2.6 Prozent stiegen - und dies trotz eines deutlichen Rückgangs im Dezember um 1.8 Prozent. Für einen Quadratmeter Nettowohnfläche eines Einfamilienhauses wurden rund 6'155 Franken verlangt.

Ebenfalls gestiegen sind im letzten Jahr die Preise für Stockwerkeigentum und zwar um 2.2 Prozent. Im letzten Monat des Jahres betrug der Anstieg 0.8 Prozent, pro Quadratmeter Nettowohnfläche wurden 7'055 Franken verlangt. (sda/awp)

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