Mit Kampfflugzeugen und Apache-Helis: USA machen im Kampf um Strasse von Hormus ernst
Die USA haben den Kampf um die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus intensiviert und damit eine neue Phase des Krieges eingeleitet. Tieffliegende Kampfflugzeuge wurden über die Seewege geschickt, um iranische Marineschiffe zu beschiessen. Das berichtet des «Wall Street Journal» (WSJ) unter Berufung auf Militärbeamte. Auch Apache-Hubschrauber sind demnach im Einsatz. Sie sollen iranische Drohnen abschiessen.
Das Pentagon verfolge mit der Operation einen mehrstufigen Plan, um die aktuell faktisch geschlossene Strasse von Hormus wieder passierbar zu machen. Zunächst soll dem «WSJ» zufolge die Gefahr durch iranische Kampfboote, Minen und Marschflugkörper verringert werden. Wenn das gelungen ist, könnten die USA die Öltanker und Frachter mithilfe von Kriegsschiffen in den und aus dem Persischen Golf eskortieren – so der Plan.
Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der US-Luftwaffe, General Dan Caine, erklärte in einer Pressekonferenz, dass schwer bewaffnete A-10-Kampfflugzeuge – die auch Warthog, deutsch «Warzenschwein» genannt werden – aktuell Schnellboote in der Strasse von Hormus bekämpfen. Sie würden von Apache-Kampfhubschraubern unterstützt. Die zusätzlichen Flugzeuge intensivieren die Kampagne, so Caine. Auch einige Verbündete würden Apache-Kampfflugzeuge zu diesem Zweck einsetzen. Namentlich nannte er die Verbündeten nicht.
Experte: «Ich denke, es wird Wochen dauern»
Farzin Nadimi, ein Experte für iranische Verteidigung am Washington Institute for Near East Policy erklärte dem «WSJ»: «Ich denke, es wird Wochen dauern, bis wir einen Punkt erreichen, an dem ein sicherer Betrieb in der Strasse möglich ist». Selbst dann würden viele iranische Einrichtungen unversehrt bleiben.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und dessen Angriffe auf Nachbarstaaten am Golf haben den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus praktisch zum Erliegen gebracht. Durch die Meerenge werden normalerweise rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Lieferungen transportiert. Die Ölexporte aus der Region sind um mindestens 60 Prozent eingebrochen.
Gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen am Golf verschärften die Situation am Donnerstag nochmals. Seit Beginn des Nahost-Krieges ist der Brent-Preis um gut 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Das hat die Trump-Regierung gezwungen, sich mit den wirtschaftlichen Folgen des Krieges auseinanderzusetzen und darauf zu reagieren.

