Unglück am Titlis passierte, als Mitarbeitende Gondeln sicherten
Nach dem tragischen Unfall in Engelberg-Titlis gelangen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit. «Aufgrund des starken Windes haben die Mitarbeiter entschieden, die Bahn abzustellen und die Gondeln in Sicherheit zu bringen», sagt FDP-Ständerat und Verwaltungsratspräsident Hans Wicki gegenüber dem Blick.
Ausgerechnet während dieses Vorgangs habe sich der Unfall ereignet. Nach dem aktuellen Kenntnisstand hätten die Mitarbeitenden richtig gehandelt, so Wicki weiter.
Wie die Zeitung weiter berichtet, habe die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) den Klemmen der Firma Doppelmayr Garaventa bereits 2021 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Norbert Patt, CEO der Titlis Bergbahnen, erklärte bereits am Mittwoch, dass die Klemme eine wichtige Rolle gespielt habe.
Normaler Skibetrieb am Seppitag
Die betroffene Anlage zwischen den Stationen Trübsee und Engelberg-Stand bleibt am Donnerstag ausser Betrieb. Eine Wiederinbetriebnahme ist derzeit noch ungewiss. Das hängt von den Ermittlungen zum Unfall ab, wie Fabian Appenzeller, Sprecher der Titlis-Bergbahnen, auf Anfrage erklärt. Mit dem Wetter habe der Stillstand nichts zu tun.
Als Ersatz für die Gäste werde eine Luftseilbahn zwischen Trübsee und Engelberg-Stand betrieben, um den Transport sicherzustellen, sagte Appenzeller am Donnerstagmorgen. Er ergänzt: «Der Betrieb ist sicher, sonst würden wir nicht öffnen.»
Geschlossen ist hingegen auch der Ice Flyer, ein Sechser-Sessellift zwischen Stand und Titlis. Dieser ist wegen Revisionsarbeiten bis am Freitag ausser Betrieb.
Im Skigebiet herrscht am Donnerstag ansonsten normaler Skibetrieb, erklärt Appenzeller weiter. Man erwarte zahlreiche Gäste, da in der Zentralschweiz Seppitag ist und deshalb viele den freien Tag auf der Piste verbringen wollen.
Auch am Donnerstag ist Wind vorhergesagt, allerdings nicht so starker wie am Mittwoch. Derzeit liegt die Windgeschwindigkeit auf dem Titlis laut Meteoschweiz bei rund 15 Stundenkilometern, Böen erreichen rund 30 km/h.
Beim Absturz einer Gondel kam am vergangenen Mittwochvormittag eine 61-jährige Frau ums Leben. Die Gondelbahn löste sich nach der Mittelstation im Gebiet Schlächtismatt und stürzte ab. Die Bahn wurde 2015 eröffnet und zuletzt im vergangenen September revidiert.
Untersuchungen laufen
Die Ursache des Unfalls wird derzeit untersucht. Die Leitung des Verfahrens liegt bei der Staatsanwaltschaft Nidwalden. Zwar gehört Engelberg zum Kanton Obwalden, der Unfall ereignete sich jedoch auf Nidwaldner Kantonsgebiet.
Die Titlis-Bahnen können derzeit keine weiteren Details zum Unfall nennen. Dies sei erst nach den Untersuchungen möglich, erklärt Appenzeller. (vro/sda)
