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54-Prozent Ja bei Türkei-Referendum nach Auszählung der Hälfte



Beim Referendum über die Einführung des von Präsident Recep Tayyip Erdogan angestrebten Präsidialsystems liegen die Ja-Stimmen nach Auszählung von drei Vierteln der Stimmen weiterhin vorn.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete 54.1 Prozent Ja- gegen 45.9 Prozent Nein-Stimmen. Zu diesem Zeitpunkt waren am Sonntag 76.9 Prozent der im In- und Ausland abgegebenen Stimmen ausgezählt.

Die Abstimmung war um 16 Uhr (MESZ) mit der Schliessung der Wahllokale im Westen des Landes beendet worden. Unmittelbar danach begann die Auszählung der Stimmen.

Umfragen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhergesagt. Am Verfassungsreferendum hatten am Sonntag in Türkei rund 86 Prozent der Stimmberechtigten teilgenommen. Das meldete der Sender Habertürk.

Die höchste Zustimmung für Erdogan wurde in Zentralanatolien verzeichnet, das Nein dominierte in den westlichen und südwestlichen Küstengebieten sowie den südöstlichen Kurdenregionen.

Das Präsidialsystem würde Erdogan mit deutlich mehr Macht ausstatten. Die Opposition warnte vor einer Ein-Mann-Herrschaft. Erdogan versprach Stabilität und Sicherheit, sollte das Präsidialsystem eingeführt werden. Er hat im Falle seines Sieges beim Referendum ausserdem die Einführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt.

Insgesamt waren rund 58.2 Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen: 55.3 Millionen in der Türkei und 2.9 Millionen im Ausland. Letztere hatten bereits bis zum Sonntag vergangener Woche die Möglichkeit, in ihren jeweiligen Ländern abzustimmen.

Die grösste Oppositionspartei, die kemalistische CHP, stellte am Sonntag die Legitimität des Verfassungsreferendums in der Türkei infrage. Die in letzter Minute getroffene Entscheidung der Wahlbehörde YSK, von ihr nicht abgestempelte Stimmzettel als gültig zu akzeptieren, werde ein «schweres Legitimitätsproblem» zur Folge haben, sagt CHP-Vize Bülent Tezcan. (sda/dpa/apa/reu)

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