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In Saudi-Arabien können erstmals Frauen an Wahlen teilnehmen – und in einem Punkt ist das Land uns sogar voraus



Erstmals in der Geschichte Saudi-Arabiens können Frauen als Kandidatinnen oder Wählerinnen an einer Abstimmung teilnehmen. Rund 865 Frauen stellen sich in dem erzkonservativen islamischen Königreich als Kandidatinnen bei der Abstimmung über die Lokalräte zur Wahl.

Insgesamt können die Bürger am 12. Dezember nach offiziellen Angaben über 6140 Kandidaten abstimmen. Am Sonntag begannen die Wahlkampagnen.

Kundgebungen für Wählerinnen sind den Frauen nach Angaben der Wahlkommission jedoch nicht erlaubt. Kandidatinnen könnten sich etwa über das Fernsehen vorstellen oder ihre Inhalte über einen Sprecher öffentlich machen, hiess es.

Keine Porträts beim Wahlkampf

Etwas, worüber sich viele Schweizer Stimmbürger beschweren, ist in Saudi-Arabien sogar verboten: Porträts dürfen nämlich weder von männliche noch von weiblichen Bewerbern öffentlich aufgehängt werden. 

Wahlplakate haengen an der Rheinfelderstrasse in Birsfelden am Donnerstag, 8. Oktober 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Immer wenn Wahlkampf ist, strotz die Schweiz vor Porträt-Werbung.
Bild: KEYSTONE

Der im Frühjahr verstorbene König Abdullah hatte vor vier Jahren die Teilnahme von Frauen an Wahlen per Erlass möglich gemacht. Konservative Geistliche warnen seitdem vor «moralischem Übel».

Frauen spielen im politischen Leben des sunnitischen Königreichs praktisch keine Rolle. Sie dürfen noch nicht einmal Auto fahren.

FILE - In this Monday, Nov. 22, 2010 file photo released by the Saudi Press Agency, Saudi Arabia's King Abdullah, left, speaks with Prince Salman, the Saudi King's brother and Riyadh governor, right, before the king's departure to United States, in Riyadh, Saudi Arabia. On early Friday, Jan. 23, 2015, Saudi state TV reported King Abdullah died at the age of 90. (AP Photo/Saudi Press Agency, File)

Der ehemalige König Saudi-Arabiens Abdullah legte den Grundstein für das Frauenwahlrecht.
Bild: AP/Saudi Press Agency

Allerdings hatte Abdullah vor mehr als zwei Jahren 30 Frauen in den 150-köpfigen Schura-Rat berufen, der die Regierung berät. Die Macht der zuletzt 2011 gewählten 284 Lokalräte ist begrenzt. Zwei Drittel ihrer Mitglieder werden durch Wahlen bestimmt, der Rest wird ernannt. (lhr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lizzie Bennet 29.11.2015 18:52
    Highlight Highlight Wenn ich hier so die Kommentare lese, macht das ja richtig traurig. Leute, es ist klar das Saudi-Arabien noch weit von Gleichberechtigung und allen anderen westlichen Wertvorstellungen ist, es hat ja auch niemand gesagt das sie auf CH-level sind. Aber was dort geschieht ist ein grosser Schritt und eine positive Entwicklung. In Europa ist die Gleichberechtigung auch nicht über Nacht gekommen.
  • Kookaburra 29.11.2015 15:03
    Highlight Highlight Wow! Die sind uns total voraus. Ein richtiger Vorzeigestaat in Sachen Gleichberechtigung und Demokratie! Lasst sie uns feiern! Erstmals lassen sie Frauen zum Wählen zu! Also sind die Todestrafen, Steinigungen, Diskriminierungen und Terroristenunterstützungen wahrscheinlich nicht sooo schlimm.

    Oder was wollt Ihr damit sagen?
    • Jan. 29.11.2015 15:09
      Highlight Highlight Der Hinweis auf eine besondere Gegebenheit, die dort besser sei als hier, impliziert, dass die meisten anderen Zustände schlechter sind und nicht, dass alles besser ist. Wird wohl vorausgesetzt, dass man das versteht..
  • koks 29.11.2015 14:37
    Highlight Highlight "und in einem Punkt ist das Land uns sogar voraus"
    ähm, dass Saudi-Arabien keine Flüchtlinge aufnimmt?
  • demokrit 29.11.2015 14:29
    Highlight Highlight Nur mit der Zustimmung des Mannes. Bitte besser recherchieren.