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Südkoreas entmachtete Präsidentin stellt sich Fragen der Ermittler



Südkoreas Staatsanwaltschaft hat mit der Vernehmung der entmachteten bisherigen Präsidentin Park Geun Hye begonnen. Hintergrund ist ein Korruptionsskandal um eine enge Vertraute der konservativen Politikerin.

Bei ihrer Ankunft am Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft in Seoul entschuldigte sich Park am Dienstag bei der Bevölkerung, wie südkoreanische Sender berichteten. Sie wolle auf die Fragen der Staatsanwälte ehrlich antworten. Zahlreiche Unterstützer säumten Parks Konvoi auf den Strassen und schwenkten Fahnen.

Park wird unter anderem wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und des Machtmissbrauchs verhört. Sie war am 10. März durch das Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben worden. Mit ihrer Absetzung verlor sie auch ihre Immunität.

Aus Sicht der Richter hatte Park ihrer langjährigen Freundin Choi Soon Sil die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt und in deren Interesse ihre Macht missbraucht. Park bestreitet, in kriminelle Aktivitäten verstrickt zu sein.

Die mittlerweile in U-Haft sitzende Choi soll dank ihrer Beziehungen zu Park zahlreiche Unternehmen genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Unter anderen der Samsung-Konzern ist in die Affäre verwickelt, weil zwei Manager Chois Tochter begünstigt haben sollen.

Voraussetzung für Anklage

Die Befragung durch die Staatsanwaltschaft ist im südkoreanischen Rechtssystem eine Voraussetzung für eine Anklage. Park musste sich am Dienstag den Fragen von zwei Staatsanwälten und einem weiteren Ermittler stellen. Ihr Anwalt durfte nicht eingreifen, sondern sie lediglich in Verhörpausen beraten.

«Sie hat gut kooperiert», zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap einen der Staatsanwälte. Demnach sollte sie nach dem Verhör wieder nach Hause zurückkehren. Die Ermittler sprachen Park mit «Frau Präsidentin» an, im Protokoll wurde sie als «Verdächtige» bezeichnet.

Park war die erste Frau im Präsidentenamt in Südkorea. Sie wurde 2012 zur Staatschefin gewählt. Die Korruptionsaffäre liess ihre einst hohen Zustimmungswerte aber in den Keller rauschen.

Anfang Mai findet nun eine vorgezogene Neuwahl statt, um Parks Nachfolger zu bestimmen. Ihre konservative Regierungspartei Saenuri nahm allerdings erheblichen Schaden. Anfang Februar benannte sich die Partei im Bemühen um einen Neustart in Liberales Korea um. (sda/dpa/afp)

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