DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schnee sorgt für Chaos im Luft-, Bahn- und Strassenverkehr



Verspätungen im Bahnverkehr, Chaos am Flughafen Genf, prekäre Verhältnisse auf den Strassen: Der Schneefall in der Nacht auf Donnerstag hat für grosse Verkehrsprobleme gesorgt. Überraschend ist für die Meteorologen die Intensität der Niederschläge.

«Liebe Follower. Ja, auch wir sind überrascht, dass es so verbreitet schneit. Die Warmfront ist viel aktiver als erwartet», schrieb SRF Meteo über den Kurznachrichtendienst Twitter. So gab es - trotz relativ kühlen minus 7 Grad im Flachland - in der ganzen Schweiz verbreitet Schnee bis in die Niederungen.

Vor allem die Romandie wurde von einer soliden Schneeschicht eingedeckt: In Payerne mass SRF Meteo am Donnerstag 13 Zentimeter, in Genf 12. Doch auch in der Deutschschweiz reichte es noch für eine weisse Decke von 5 Zentimetern in Kopigen im Unteremmental und von bis zu 3 Zentimetern in der Ostschweiz.

Wegen der tiefen Temperaturen blieb der Schnee liegen, problematische Strassenverhältnisse waren die Folge, wie meteonews meldete. Ein Blick auf die TCS-Verkehrsinfoseite und den Bahninformationsdienst zeigte denn auch: Viele Pendlerinnen und Pendler mussten sich am Morgen gedulden.

Zahlreiche Unfälle

Verschiedene Autobahnteilstücke auf der Alpennordseite waren am Vormittag für den Schwerverkehr gesperrt. Auf der A1 zwischen der Verzweigung Wiggertal und Oensingen SO kam es wegen des Schnee zu Stau. Im Baregg-Tunnel AG musste der linke Fahrstreifen nach einem Unfall gesperrt werden.

Zwischen Biel BE und Tavannes BE führte ein querstehender Lastwagen zu Stau. Eine Verkehrsüberlastung gab es wegen eines Unfall und Glatteis auch auf der A8 zwischen Därligen-West und Interlaken West.

Und auch sonst ging es auf den Strassen im Kanton Bern chaotisch zu und her. Kantonsweit gab es auf schnee- und eisbedeckten Strassen bis 8 Uhr früh rund dreissig Unfälle, wie die Kantonspolizei Bern auf Twitter meldete.

Auch dem öffentlichen Verkehr setzte der Schnee zu. So verkehrten die Trams und Busse der Stadtberner Verkehrsbetriebe Bernmobil nur unregelmässig. «Dauer der Störung: Unbestimmt», meldete Bernmobil.

Chauffeure gefordert

In der Stadt Zürich mussten zahlreiche Buslinien den Betrieb einstellen, Trams mussten umgeleitet werden. Vor allem die Bergstrecken konnten von den Bussen nicht mehr befahren werden. So mussten im Laufe des Morgens rund ein Dutzend Linien eingestellt werden, wie die Leitstelle der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) mitteilte.

Eine Fahrleitungsstörung auf der Bahnhofbrücke sorgte zudem dafür, dass mehrere Trams nicht mehr auf dieser Hauptverkehrsachse fahren konnten. Sechs Linien mussten umgeleitet werden, was zu grossen Verspätungen aus Ausfällen führte. Gemäss einem Sprecher der VBZ könnte die Kälte der Grund für die kaputte Fahrleitung sein.

Flughafen Genf geschlossen

Am Genfer Flughafen musste der Betrieb wegen des Winterwetters bis am Mittag eingestellt werden. Denn es lag zu viel Schnee auf der Piste. Erste Landungen soll es um 13 Uhr wieder geben, wie eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Am Flughafen Zürich und am EuroAirport Basel verlief der Flugbetrieb ohne grössere Probleme. Doch wegen des Wetters an einigen Zieldestinationen mussten auch in Zürich rund 10 Hin- und Rückflüge annulliert werden, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Betroffen waren unter anderem London, Wien, Florenz und Genf.

Verspätungen auf der Schiene

Auch auf dem Schienennetz kam es zu Problemen. Nach Angaben der SBB Medienstelle führte der Schnee in der Westschweiz zu Verspätungen im Bahnverkehr von bis zu 20 Minuten, im Mittelland seien es dann noch 10 Minuten gewesen und in der Ostschweiz nur noch wenige Minuten.

Der viele Schnee habe Fahrzeug- oder Fahrleitungssstörungen, defekte Weichenheizungen oder blockierte Türen zur Folge gehabt, sagte ein SBB-Sprecher auf Anfrage. So war zum Beispiel die Strecke zwischen Le Day VD und Vallorbe VD am Morgen wegen starken Schneefalls unterbrochen, zwischen Aigle VD und Monthey-Ville waren starken Winde den Unterbruch verantwortlich.

Auf verschiedenen weiteren Linien kam es zu Einschränkungen, so etwa zwischen Bern und Freiburg, Lausanne VD und Genf und Stabio TI und Varese TI. Der Bahnhof Rothrist auf der Linie Olten/Zofingen-Bern war wegen des starken Schneefalls nur beschränkt befahrbar. Das gleiche galt für die Bahnhöfe in Neuenburg, Payerne VD und Brügg BE. Die SBB geht jedoch davon aus, dass die Züge im Verlauf des Nachmittags wieder regulär unterwegs sein dürften.

Eisregen erwartet

Bis am Mittag nahm der Schneefall wieder ab und bereits am Nachmittag soll er nach Angaben von meteonews dann ganz abklingen. Doch in den Niederungen bleibe es bei -5 bis -1 Grad relativ kalt. Im Gegensatz dazu dürfte es auf 2000 Meter Temperaturen zwischen -2 und 0 Grad geben: Das seien über 20 Grad mehr als noch am Dienstag.

Diese Konstellation dürfte gemäss Ivo Sonderegger von SRF Meteo am Abend und in der Nacht zu neuem Ungemach auf den Strassen führen: Denn weil die Schneeflocken in den wärmeren höheren Schichten auftauen und dann als Tropfen in die kalten Niederungen fallen, führe das zu einem gefährlichen, vereisenden Regen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter