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Terrorismus: Bayern rutscht mit einer Terrorwarnung ins neue Jahr



Überschattet von einer Terrorwarnung in München haben Hunderttausende Menschen in Bayern das Jahr 2016 begrüsst. Auch in der Landeshauptstadt zündeten sie viel Feuerwerk und lagen sich in den Armen. Am gesperrten Hauptbahnhof war es allerdings vergleichsweise ruhig.

Die Polizei in München hatte kurz vor Mitternacht vor einem islamistischen Anschlag zu Silvester in der bayerischen Hauptstadt gewarnt. Es gebe «verlässliche Hinweise» auf eine Tätergruppierung, sagte eine Sprecherin der Polizei München am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP. Menschenansammlungen sowie der Nahverkehr sollten deshalb gemieden werden. Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing wurden geräumt.

Zuvor hatte die Polizei München bereits über den Kurznachrichtendienst Twitter vor allem vor einem Anschlag am Hauptbahnhof und am Bahnhof Pasing gewarnt. Der Sprecherin zufolge kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass mögliche Attentäter sich nun ein anderes Ziel suchten. Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing wurden abgeriegelt. Züge des Fern- und Nahverkehrs fuhren beide Bahnhöfe nicht mehr an. Im restlichen Stadtgebiet fahren die S- und U-Bahnen aber nach Plan.

«Wir arbeiten mit Nachdruck sowie hohem Personaleinsatz an der Bereinigung der Lage sowie der Ermittlung möglicher Tatverdächtiger», schrieb die Polizei auf Facebook. «Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass wir die Drohung nach wie vor sehr ernst nehmen.» Die Polizei veröffentlichte auch Warnhinweise auf französisch, polnisch und englisch.

Islamistischer Hintergrund

Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich um Anschlagspläne «mit islamistischem Hintergrund» handelt. Nähere Angaben dazu, ob es mehrere Hinweise gab und vom diese stammten, wollte die Polizei zunächst nicht machen.

Sie forderte angesichts der Terrorwarnung Hilfe an. Kräfte aus dem südbayerischen Raum seien zur Unterstützung nach München geholt worden, teilte sie in der Silvesternacht über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. «Zusammen mit Spezialeinheiten sorgen wir für Eure Sicherheit.»

Unklar blieben zunächst die Hintergründe der mutmasslichen Anschlagspläne. Ob es Tippgeber gab, war ebenfalls offen.

Dezentrale Feiern

Wegen erhöhter Anschlagsgefahr galten für alle Silvesterfeiern in europäischen Grossstädten erhöhte Sicherheitsmassnahmen. In Berlin, wo sich am Abend hunderttausende Menschen vor dem Brandenburger Tor zur grossen Silvesterfeier versammelten, durften die Besucher keine Rucksäcke und grosse Taschen mitnehmen. In München wird eher dezentral an verschiedenen Orten gefeiert, darunter am Marienplatz, auf der Leopoldstrasse sowie auf der Theresienwiese.

Noch am Donnerstag hatte die Münchner Polizei erklärt, in der Silvesternacht werde es im Vergleich zu den Vorjahren keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geben. Allerdings seien auch in diesem Jahr deutlich mehr Beamte als an anderen Tagen in Bereitschaft.

In Belgien waren wegen der Bedrohungen das Feuerwerk und alle öffentlichen Feiern in Brüssel komplett abgesagt worden und auch in Paris wurden die Feierlichkeiten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées eingeschränkt. In der französischen Hauptstadt waren bei einer Anschlagsserie am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden.

Frankreichs Präsident François Hollande erklärte in seiner Neujahrsansprache, dass die Bedrohung durch den Terrorismus weiterbestehe, «sogar auf höchstem Niveau». Laufend würden Anschläge vereitelt. (sda/afp/dpa)

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