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Arbeitersiedlung mit Vorgarten in Aarau, aufgenommen am 16. Oktober 2013. Der Schweizer Heimatschutz hat die Stadt Aarau im Kanton Aargau mit dem Wakkerpreis 2014 ausgezeichnet. Der Heimatschutz verleiht den Preis an Gemeinden, die bezueglich Ortsbild- und Siedlungsentwicklung besondere Leistungen vorzeigen koennen. Der Preis ist mit 20 000 Franken dotiert.    (KEYSTONE/Christian Beutler)

A workers settlement with gardens in Aarau, Switzerland, October 16, 2013. The Swiss Heritage Society has rewarded the city of Aarau in the canton of Aargau with the Wakker Prize 2014. The Swiss Heritage Society awards this prize to municipalities exhibiting special performance in the development of the overall appearance of the site and its settlement structure. The Wakker Prize includes prize money of CHF 20 000.  (KEYSTONE/Christian Beutler)

Folge verschärfter Regeln für Hypotheken: Der Traum vom eigenen Haus mit Garten wird schwieriger zu realisieren sein. Bild: KEYSTONE

Immobilienblase

Der Bund will die lockere Vergabe von Hypotheken eindämmen

Hypothekarkredite in der Höhe von 834 Milliarden Franken waren Ende 2012 bei Schweizer Banken ausstehend. Das Bruttoinlandprodukt lag im gleichen Jahr bei 592 Milliarden Franken.



Ein Artikel der Aargauer Zeitung

doris kleck, die nordwestschweiz

Mit anderen Worten: Die Verschuldung wegen Immobilien entspricht 140 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung - ein internationaler Spitzenwert. Und das Ungleichgewicht nimmt weiter zu. Denn das Wachstum der Hypothekenvolumen liegt bei gegen 5 Prozent und damit weit höher als dasjenige der Einkommen.

Nationalbank, Finanzdepartement und Finanzmarktaufsicht (Finma) sehen darin ein Problem. Sie befürchten, dass viele Hausbesitzer einen Zinsanstieg nicht verkraften könnten. Die Nationalbank hält im aktuellen Bericht zur Finanzstabilität fest, dass 40 Prozent der neuen Kreditnehmer bei einem Zinsanstieg auf 5 Prozent ein Problem bekämen, weil die Zinslast ein Drittel des Einkommens übersteigen würde.Fünf Prozent sind keine Fantasiezahl: Es ist der durchschnittliche Zinssatz der letzten 50 Jahre.

Der Bundesrat wird aktiv

Um die Risiken auf dem Immobilienmarkt einzudämmen, wollte die Finma die Banken zu schärferen Selbstregulierungsmassnahmen drängen. Es wäre für die Akteure des Bundes zweifellos der einfachste und bequemste Weg gewesen.

Doch die Branche stellt sich quer. Einerseits beurteilt die Bankiervereinigung die Lage auf dem Immobilienmarkt als weniger drastisch. Andererseits will sich die Branche ihre Selbstregulierungsmassnahmen nicht von der Finma diktieren lassen. Doch damit ist das Thema nicht vom Tisch.

Bundesraetin Eveline Widmer-Schlumpf, Vorsteherin Eidgenoessisches
Finanzdepartement, rechts,
Serge Gaillard, Direktor Eidgenoessische Finanzverwaltung, aeussern sich zum Wirksamkeitsbericht 2012 - 2015 des Finanzausgleichs zwischen
Bund und Kantonen und der Eroeffnung des Vernehmlassungsverfahrens, waehrend der Bundesratspressekonfernz, am Freitag, 14. Maerz 2014, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bei ihm liegt das Dossier nun: Serge Gaillard, Leiter der Finanzverwaltung. Hier mit seiner Chefin Eveline Widmer-Schlumpf. Bild: KEYSTONE

Wie die «Zentralschweiz am Sonntag» in ihrer gestrigen Ausgabe schreibt, wird nun der Bundesrat über schärfere Regeln bei der Hypothekenvergabe entscheiden - und zwar auf dem Verordnungsweg. Das Dossier liegt derzeit bei Serge Gaillard, dem Chef der eidgenössischen Finanzverwaltung. Wie Gaillard gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» sagte, stehen dabei Vorschriften über die Belehnung, Tragbarkeit und Amortisation im Vordergrund.

Schulden schneller abbezahlen

Dass die Amortisation der Hypothekarkredite zum Thema wird, überrascht nicht. Im Jahresbericht ortet die Finma in diesem Bereich besonderen Handlungsbedarf. Die Aufsichtsbehörde stellt fest, dass durch die langsame Zurückzahlung der Kredite - aktuell muss ein Drittel der Hypothek nach 20 Jahren abbezahlt sein - zusätzliche Risiken aufgebaut werden. «Eine konsequentere Amortisation wäre wünschenswert», schreibt die Finma.

Dieser Wunsch steht allerdings im Widerspruch zum Steuersystem: Da Hypothekarzinsen von den Steuern abgesetzt werden können, besteht kein Anreiz, die Schulden abzubauen. Drohen höhere Zinsen? Zu welchen Massnahmen der Bund schliesslich greifen wird, ist offen. Der «SonntagsBlick» schrieb gestern, dass die Immobilienbesitzer jenen Zins bezahlen sollen, mit dem die Banken in ihren internen Sicherheitsmodellen rechnen.

Dieser kalkulatorische Zins liegt bei rund 5 Prozent und ist mehr als doppelt so hoch wie der Hypothekarzins. Der Aufpreis zum Marktzins soll dann zur Rückzahlung der Hypothek verwendet werden. Gemäss «SonntagsBlick» unterbreitete die Finma diesen Vorschlag der Bankiervereinigung, die ihn jedoch ablehnte. Die beiden Akteure wollten sich gestern inhaltlich nicht dazu äussern.

Wie auch immer die Massnahmen des Bundesrates im Detail ausfallen werden, das Ziel ist klar: Der Traum vom Eigenheim soll sich weniger einfach realisieren lassen. Ein Haus mit Garten ist seit Jahrzehnten der Traum jeder Mittelstandsfamilie. In Zukunft wird es noch schwieriger, ihn zu realisieren. (trs)

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