USA sehen keine russische Truppenaufstockung an ukrainischer Grenze
Die US-Regierung hat Warnungen vor einer Verstärkung der russischen Truppen an der ukrainischen Grenze relativiert. Es gebe keinen «massiven kurzfristigen Aufbau» von Truppen an der Grenze zur Ukraine, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis.
Die beobachteten Truppenbewegungen stünden im Zusammenhang mit einer grossen russischen Militärübung, die wie jedes Jahr in der Region anstehe, sagte Davis am Freitag. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Vortag vor einer russischen Invasion seines Landes gewarnt.
Der Pentagon-Sprecher äusserte sich beunruhigt über die zunehmend scharfe Rhetorik aus Russland und der Ukraine. «Wir sind besorgt über Russlands anhaltende Besetzung der Krim und wir sind besorgt über das gestiegene Niveau der Gewalt im Osten der Ukraine», sagte Davis. Hinweise auf die Vorbereitung einer Invasion sehe die US-Regierung aber nicht.
Zuletzt hatten die Gefechte zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine wieder deutlich zugenommen. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Moskau bestreitet dies. In dem Konflikt, der wenige Wochen nach der russischen Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim im März 2014 begann, sind bereits 9500 Menschen getötet worden. (sda/afp)
