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USA: Obama verurteilt gezielten Angriff auf Polizisten in Dallas



Die Bluttat in der texanischen Stadt Dallas, bei der fünf Polizisten von Heckenschützen getötet wurden, ist laut US-Präsident Barack Obama ein gezielter Angriff auf Beamte gewesen. Obama sprach von einer «bösartigen, kalkulierten und verabscheuungswürdigen» Tat.

Die Polizisten hätten Menschen beschützt, als sie angegriffen worden seien, äusserte sich Obama in einer ersten Reaktion. Obama, der derzeit am NATO-Gipfel in Warschau weilt, sagte den Behörden in der texanischen Stadt seine vollste Unterstützung zu.

Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt erschossen Heckenschützen im texanischen Dallas mindestens fünf Polizisten und verletzten sechs weitere. Die Hintergründe der Angriffe liegen im Dunkeln.

Mehrere hundert Menschen protestierten am Donnerstag in der texanischen Metropole wie auch in mehreren anderen US-Städten gegen die Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Erst am Dienstag und Mittwoch waren in den Bundesstaaten Louisiana und Minnesota zwei Schwarze bei Polizeieinsätzen getötet worden.

Gegen Ende der Protestkundgebung in Dallas eröffneten Heckenschützen das Feuer und töteten fünf Polizisten. Sechs weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt, zwei davon schwer, auch ein Zivilist wurde getroffen.

Polizeichef David Brown sagte in der Nacht, zwei Schützen hätten von erhöhten Positionen aus auf Polizisten geschossen. «Die Schüsse kamen vom Dach», sagte ein Demonstrant dem Sender KTVT. Die Polizei rief die Demonstranten auf, das Gebiet zu verlassen. In der Menge brach Panik aus.

Polizist «hingerichtet»

«Da waren Schwarze, Weisse, Latinos, alle», berichtete ein Teilnehmer der Demonstration. Plötzlich seien Schüsse gefallen. «Wir dachten, die schiessen auf uns. Es war das totale Chaos.»

Ein Augenzeuge filmte aus einem Hotel heraus einen der Schützen. Als sich ein Polizist dem Mann genähert habe, habe dieser den Beamten regelrecht hingerichtet, sagte Ismael Jesus, dessen Aufnahmen von CNN veröffentlicht wurden. Nach Angaben der Polizei von Dallas hatten die Täter ihren Angriff sorgfältig vorbereitet und setzten Scharfschützengewehre ein.

Stunden später lieferte sich die Polizei einen Schusswechsel mit einem Mann, der sich in einem Parkhaus verschanzt hatte. Der Verdächtige «hat unseren Vermittlern gesagt, dass das Ende kommt und dass er mehr von uns verletzen und töten wird, also Polizeibeamte», sagte Brown.

Der Mann habe gedroht, dass «überall im Parkhaus und in der Innenstadt Bomben sind». Später meldete der CBS, der Mann habe sich selbst getötet. Offiziell bestätigt wurde diese Information aber nicht.

Verdächtige festgenommen

Die Polizei nahm drei Verdächtige fest, darunter eine Frau. Sie wurde nach Polizeiangaben in dem Parkhaus gefasst, in der sich der vierte Verdächtige verschanzt hat. Ein Mann stellte sich selbst, nachdem die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht hatte. Er kam jedoch später wieder auf freien Fuss.

Ein weiterer Verdächtiger sei nach einer Schiesserei mit Spezialeinsatzkräften gestellt worden, erklärte die Polizei. In der Nähe wurde demnach auch ein verdächtiges Paket gefunden.

Stadtpräsident Mike Rawlings sprach von einem «herzzerreissenden Moment» für Dallas. Der Demokrat forderte dazu auf, die Waffen wegzuschliessen.

Am Donnerstagabend hatten sich in mehreren Grossstädten in den USA zahlreiche Demonstranten weitgehend friedlich versammelt, um gegen Polizeigewalt zu protestieren. Auslöser waren zwei Vorfälle in Minnesota und Louisiana, wo in dieser Woche zwei Schwarze von Polizisten erschossen worden waren. Die Fälle sorgten landesweit für Empörung. Auch Präsident Obama äusserte sich entsetzt. (sda/afp/dpa)

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