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Präsident seit Mitternacht: Steinmeier im Schoss Bellevue



Der neue deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit einer symbolischen Amtsübernahme im Schloss Bellevue die Nachfolge von Joachim Gauck angetreten.

Der scheidende Präsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt begrüssten Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender am Sonntag auf der Treppe vor dem Schloss und zogen sich zu einem Gespräch zurück. Eine gute Stunde später verliessen Gauck und Schadt den Amtssitz. Um Mitternacht war die Zeit des früheren DDR-Pastors als Bundespräsident abgelaufen.

Sichtlich entspannt und gut gelaunt war Gauck im Schloss Bellevue eingetroffen. «Guten Morgen allerseits. Heute haben wir etwas Schönes vor», rief er den Reportern zu. Wenige Minuten später fuhr Steinmeier vor, erstmals in der Dienstlimousine mit dem Kennzeichen 0-1 und dem Stander mit dem Bundesadler auf dem Kotflügel. «Herzlich willkommen», sagte Gauck im Nieselregen. Küsschen der Herren auf die Wange für die alte und die neue First Lady.

Manche Träne geflossen

Über die Themen des folgenden Gesprächs bei Kaffee, Tee und Gebäck wurde wenig bekannt. Man habe die fünf Jahre Gauck im Amt Revue passieren lassen, hiess es. Bei einem kleinen Empfang gab es für die Mitarbeiter noch einmal Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Dabei sei manche Träne geflossen, berichteten Teilnehmer.

Mit einer kräftigen Umarmung endete das Treffen des alten und des neuen Bundespräsidenten. «War schön mit Ihnen», rief Gauck den im Regen wartenden Fotografen zu, und stieg in den Wagen, als Bundespräsident a.D.. Am Nachmittag war ein Gottesdienst geplant, am Abend zuvor hatte Gauck bei einem privaten Empfang auch von Kanzlerin Angela Merkel und anderen Politikern Abschied genommen.

Der 77-jährige Gauck hatte aus Altersgründen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit verzichtet. Der 61-jährige Steinmeier wurde im Februar als Nachfolger gewählt. Er ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland.

Ab Montag Alltag

Als neuen Chef des Präsidialamtes bringt Steinmeier Staatssekretär Stephan Steinlein und mehrere Spitzenbeamte aus dem Auswärtigen Amt mit. Steinlein erhielt am Sonntag die Ernennungsurkunde.

Für Steinmeier beginnt am Montag der Alltag als Bundespräsident. Am Mittwoch wird der frühere SPD-Aussenminister vor Bundestag und Bundesrat vereidigt. Es wird erwartet, dass er in seiner Rede vor den Parlamentariern Schwerpunkte und Ziele seiner Amtszeit benennt. Über seine ersten Reisen ist noch nichts bekannt, dem Vernehmen nach steht Paris ganz oben auf der Liste der Antrittsbesuche. (sda/dpa)

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