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Nordkorea meldet den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe



Nordkorea hat am Sonntag seinen bislang stärksten Atomtest vorgenommen und dabei nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet, die als Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen dienen soll.

Die Stärke des heftiges Erdbebens in der Region des nordkoreanischen Testgeländes könnte Seismologen zufolge tatsächlich ein Indiz für eine Wasserstoffbomben-Explosion sein. Die Erschütterungen waren auch im benachbarten China zu spüren - der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich mass am Sonntagmorgen ein Beben der Stärke 6.3.

Der Atomtest könnte zu einer dramatischen Verschärfung in den Beziehungen Nordkoreas zu den USA führen. US-Präsident Donald Trump erklärte, Nordkorea sei auch eine grosse Bedrohung und Peinlichkeit für China, das mit seinen Hilfeversuchen nur wenig Erfolg habe. Beschwichtigung funktioniere nicht, denn die nordkoreanische Führung «verstehe nur eines!» Kürzlich hatte Trump angekündigt, die Provokationen Nordkoreas mit «Feuer und Zorn» zu stoppen.

Der Atomtest ist auch ein Affront gegen die direkten Nachbarn China und Russland. Er erfolgte unmittelbar vor dem Gipfel der Brics-Staaten in der chinesischen Hafenstadt Xiamen, wo die Staats- und Regierungschefs aus China, Russland, Indien, Brasilien und Südafrika am Montag zusammenkommen.

Trump spricht von Schurkenstaat

In seiner ersten Reaktion bezeichnete Trump Nordkorea als Schurkenstaat, dessen Worte und Taten weiterhin sehr feindselig und bedrohlich für die USA seien. Im Laufe des Tages war ein Treffen Trumps mit seinen Sicherheitsberatern geplant. US-Finanzminister Steve Mnuchin kündigte ein Paket weiterer Sanktionen an.

Weltweit wurde der neue Atomtest scharf verurteilt: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron forderten härtere Sanktionen der EU.

China verurteilte den Atomtest. Nordkorea solle dieses falsche Vorgehen sofort beenden, erklärte die Regierung in Peking. Russland äusserte sich besorgt über diese «Verletzung des Völkerrechts», die zu verurteilen sei. Es forderte alle Seiten zu Verhandlungen auf. Sie seien der einzige Weg, die Probleme auf der koreanischen Halbinsel zu lösen.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nannte die Politik Nordkoreas eine Bedrohung der regionalen und internationalen Sicherheit. Er appelliere an die Führung in Pjöngjang, ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Die Internationale Atomenergieorganisation IAEA in Wien sprach von einem «extrem bedauerlichen Akt», der den wiederholten Forderungen der Staatengemeinschaft völlig zuwiderlaufe.

Pjöngjang: Test war «voller Erfolg»

Der von Machthaber Kim Jong Un angeordnete Test einer Wasserstoffbombe sei ein «voller Erfolg» gewesen, verkündete das staatliche Fernsehen Nordkoreas. Es habe sich um einen bedeutsamen Schritt zur Vollendung des Atomwaffenprogramms gehandelt. Die Bombe sei für die neuen interkontinentalen Langstreckenraketen (ICBM) entwickelt worden.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur KCNA ein Foto verbreitet, das Kim bei angeblich bei der Inspektion einer Wasserstoffbombe zeigt, «die auf der neuen ICBM installiert werden soll». Eine Wasserstoffbombe beruht auf dem Prinzip der Kernfusion, wie er in der Sonne stattfindet. Sie ist um ein Mehrfaches stärker als eine Atombombe.

Eine Bestätigung, dass es sich bei dem Test tatsächlich um die Detonation einer Wasserstoffbombe gehandelt hat, gab es zunächst nicht. Experten in mehreren Ländern hielten dies angesichts der Stärke der Erschütterung von 6.3 aber für wahrscheinlich.

Ein US-Regierungsexperte für Nordkorea sagte, man könne die Behauptung Nordkoreas noch nicht bestätigen, dass es jetzt eine Wasserstoffbombe entwickelt habe, die auf einer ICBM eingesetzt werden könne und mit der auch ein Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gelinge, ohne dass sie verglühe.

Interkontinentalraketen getestet

Nordkorea hatte im Juli zwei Interkontinentalraketen getestet, die mehr als 10'000 Kilometer fliegen und damit ganz Asien und weite Teile des US-Festlands erreichen könnten. Unter Kim unternimmt das bitterarme Land grosse Anstrengungen, Atomwaffen zu entwickeln, die mit solchen Raketen verschossen werden können.

Unmittelbar vor dem neuen Atomtest hatte Trump mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe telefoniert und nach Angaben des Präsidialamtes über gemeinsame Reaktionen mit Südkorea auf die nordkoreanischen Bedrohungen beraten.

Der UNO-Sicherheitsrat hat das Atomprogramm Nordkoreas als Bedrohung für den Weltfrieden eingestuft und dem Land den Bau von Atomwaffen und Raketen untersagt. Weil Nordkoreas Führung diese Forderungen der internationalen Gemeinschaft ignoriert, wurden schon mehrmals Sanktionen verhängt und verschärft. Diese Strafmassnahmen tragen auch Russland sowie China mit, das als engster Verbündeter Nordkoreas gilt. (sda/reu/afp/dpa)

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