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Frankreich jagt einen Tiger, der keiner ist
quelle: ap/ap / thibault camus
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Tiger, Raubkatze, Katze, Büsi?

Frankreich jagt einen Tiger, der gar keiner ist

Bei der Jagd nach einem freilaufenden Tiger in der Nähe von Paris sind am Freitagmorgen bei einer Tankstelle Spuren der Raubkatze entdeckt worden. Nur die Fährte stammt nicht von einem Tiger, sagen Experten.
14.11.2014, 14:5914.11.2014, 15:31

Trotz eines Grossaufgebots von Polizei und Militär durchstreift womöglich eine Raubkatze weiter den östlichen Stadtrand von Paris: Die Spur des Tieres wurde am Freitagmorgen in der Nähe einer Tankstelle an der Autobahn A4 bei Ferrières-en-Brie entdeckt, wie die Behörden mitteilten. In der gesamten Gegend in der Nähe des Vergnügungsparks Disneyland Paris herrscht seit Donnerstag wegen der angeblichen Raubkatze helle Aufregung.

«Das liegt zwischen einer Hauskatze und einer grösseren Katze.»

Verwirrung gab es am Freitag, weil sich die Experten zunächst ziemlich sicher waren, dass es sich um einen Tiger handele. Nach der genauen Auswertung von Photos und Tatzenabdrucken durch Experten gab die Präfektur des Départements Seine-et-Marne dann aber bekannt, dass die Präsenz eines Tigers «ausgeschlossen» sei. Es handle sich um eine andere Art von Grosskatze. Genauere Angaben machte die Präfektur nicht.

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«Nicht gefährlich»

Die Polizei und das Nationale Büro für Jagd und Wildtiere (ONCFS) waren klarer: Sie versicherten, dass die Katze nicht gefährlich sei. «Das liegt zwischen einer Hauskatze und einer grösseren Katze», versicherte Eric Hansen vom ONCFS, der auch die These ausschloss, dass es sich um einen Luchs handeln könnte.

Die ersten Photos der angeblichen Raubkatze hatte eine Frau auf einem Supermarkt-Parkplatz bei dem Ort Montévrain am Donnerstag gegen 08.30 Uhr geschossen. Danach berichteten auch Tennisspieler, dass sie das Tier gesehen hätten. Inzwischen legte die Katze aber offenbar rund zehn Kilometer zurück, denn am Freitag gegen 06.45 Uhr entdeckte ein Autofahrer Spuren des Tieres an einer Tankstelle bei Ferrières-en-Brie rund 25 Kilometer von Paris entfernt. Das Tier hätte demnach die Autobahn überquert.

Helikopter im Einsatz

Bereits am Donnerstag hatte eine Treibjagd mit Unterstützung eines auf die Grosswildjagd dressierten Hundes keinen Erfolg gebracht. Die Suche nach der angeblichen Raubkatze nahmen dutzende Polizisten und Feuerwehrleute mit Betäubungsgewehren – nun unterstützt durch Soldaten – am Freitagmorgen wieder auf. Auch ein Helikopter mit Infrarotkamera war im Einsatz.

«Das sind jetzt schon 48 Stunden, die sie herumläuft, und sie hat nicht gefressen: Also ja, ich bin beunruhigt», gestand Jean-François Ameur, der seinen 12-jährigen Sohn zur Schule brachte. Die Bevölkerung in dem rund 2000 Einwohner zählenden Ferrières-en-Brie wurde aufgefordert, sich möglichst nur im Auto fortzubewegen und Waldgebiete zu meiden.

Disneyland ist unschuldig

Woher das Tier kommt, ist völlig unklar. Disneyland Paris hat laut Behörden nichts damit zu tun. Auch der Zoo in der Nähe sowie ein Zirkus, der am Samstag in Montévrain Station gemacht hatte, vermissen keine Raubkatze.

Im Internet reagierten zahlreiche Franzosen ungläubig auf die Raubkatzenjagd vor den Toren von Paris. Mit Blick auf andere mysteriöse Phänomene der vergangenen Wochen in Frankreich, darunter dutzende Überflüge über Atomkraftwerke durch Drohnen unbekannter Herkunft, twitterte ein Nutzer: «Clowns, Drohnen, ein Tiger, seid ihr sicher, dass alles in Ordnung ist?»(whr/sda/afp)

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