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Terrorismus: Bayern rutscht mit einer IS-Terrorwarnung ins neue Jahr



Überschattet von einer Terrorwarnung in München haben Hunderttausende Menschen in Bayern das Jahr 2016 begrüsst. Hinter dem drohenden Terroranschlag soll nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stecken.

Die Polizei in München hatte kurz vor Mitternacht vor einem islamistischen Anschlag zu Silvester in der bayerischen Hauptstadt gewarnt. Es gebe «verlässliche Hinweise» auf eine Tätergruppierung, sagte eine Sprecherin der Polizei München am Donnerstagabend. Menschenansammlungen sowie der Nahverkehr sollten deshalb gemieden werden. Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing wurden geräumt.

Das Bundeskriminalamt habe die Bundespolizei am Silvesterabend über entsprechende Hinweise von einem befreundetem Nachrichtendienst informiert, sagte Herrmann in der Nacht zum Freitag. Laut dem Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä war ein Selbstmordanschlag geplant. Es handle sich um fünf bis sieben Täter, sagte er bei einer Pressekonferenz mit Herrmann. «Der konkrete Hinweis heute Abend kam aus einer Quelle.»

Polizeistreifen und Fahndungen hätten bisher aber zu keinen Verdächtigen oder weiteren Hinweisen geführt. Die Informationen hätten also bisher nicht verdichtet werden können.

Befreundeter Nachrichtendienst

Herrmann sagte, die Hinweise des befreundeten Nachrichtendienstes seien zwar nicht hundertprozentig belastbar gewesen, aber so ernstzunehmen, dass sie nicht ignoriert werden konnten. Es sei richtig gewesen, die notwendigen Massnahmen unverzüglich zu treffen.

Die Hinweise auf Selbstmordanschläge galten demnach für den Hauptbahnhof und den Bahnhof Pasing. «Die Bedrohung hat sich ganz konkret auf Mitternacht bezogen und auf diese beiden Orte.»

Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar mit der kürzlich in Hannover, wo vor wenigen Wochen ein Fussball-Länderspiel abgesagt worden war. «Ich hoffe immer noch, dass diese Nacht ruhig zu Ende geht.»

Situation beruhigt

Die Situation beruhigte sich nach der Terrorwarnung aus Sicht von Andrä etwas. Die Behörden sähen die Lage momentan als entspannter an als es vor Mitternacht der Fall war. Rund 550 Einsatzkräfte seien im Einsatz.

Die Polizei stehe in Kontakt mit allen Sicherheitsbehörden in Bund und im Land, sagte Andrä. Mit ihnen solle nun entschieden werden, wann der Zugverkehr freigegeben werden kann. Wegen der Drohung, die sich konkret auf den Hauptbahnhof und den Bahnhof im Stadtteil Pasing bezogen hatten, waren diese am Silvesterabend geräumt worden.

Dezentrale Feiern

Wegen erhöhter Anschlagsgefahr galten für alle Silvesterfeiern in europäischen Grossstädten erhöhte Sicherheitsmassnahmen. In Berlin, wo sich am Abend hunderttausende Menschen vor dem Brandenburger Tor zur grossen Silvesterfeier versammelten, durften die Besucher keine Rucksäcke und grosse Taschen mitnehmen. In München wird eher dezentral an verschiedenen Orten gefeiert, darunter am Marienplatz, auf der Leopoldstrasse sowie auf der Theresienwiese.

Noch am Donnerstag hatte die Münchner Polizei erklärt, in der Silvesternacht werde es im Vergleich zu den Vorjahren keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geben. Allerdings seien auch in diesem Jahr deutlich mehr Beamte als an anderen Tagen in Bereitschaft.

In Belgien waren wegen der Bedrohungen das Feuerwerk und alle öffentlichen Feiern in Brüssel komplett abgesagt worden und auch in Paris wurden die Feierlichkeiten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées eingeschränkt. In der französischen Hauptstadt waren bei einer Anschlagsserie am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden.

Frankreichs Präsident François Hollande erklärte in seiner Neujahrsansprache, dass die Bedrohung durch den Terrorismus weiterbestehe, «sogar auf höchstem Niveau». Laufend würden Anschläge vereitelt. (sda/afp/dpa)

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