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Vorgezogene Wahl eines neuen britischen Parlaments



In Grossbritannien sind die rund 46 Millionen Wahlberechtigten zur Bestimmung eines neuen Unterhauses aufgerufen worden. Premier Theresa May, die die vorgezogenen Wahlen als Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen angesetzt hatte, stimmte westlich von London ab.

May und ihr Ehemann Philip gaben ihre Stimme im Dorf Sonning nahe der Stadt Reading westlich von London ab. Labour-Chef und Oppositionsführer Jeremy Corbyn gab seine Stimme in seinem Londoner Wahlkreis Islington North ab. «Es ist ein Tag für unsere Demokratie. Ich habe gerade gewählt. Ich bin sehr stolz auf unseren Wahlkampf», sagte Corbyn danach den Medien vor dem Wahllokal.

Mit der vorgezogenen Wahl des Unterhauses am Donnerstag wollte sich die Premierministerin Rückendeckung für die bevorstehenden EU-Austrittsverhandlungen sichern.

Jüngsten Umfragen zufolge muss ihre Konservative Partei aber mit empfindlichen Verlusten rechnen. Zeitweise lagen die regierenden Tories in den Umfragen mehr als 20 Prozentpunkte vor der Labour-Partei. Inzwischen gehen die Wahlforscher aber von einem engen Rennen aus.

In einigen Umfragen lag der Vorsprung von Premierministerin Theresa May und ihren Tories in den vergangenen Tagen nur noch im unteren einstelligen Bereich. Andere Meinungsforschungsinstitute kamen auf etwas höhere Werte.

Würden die Tories ihre Mehrheit halten oder ausbauen, hätte Regierungschefin May ihr Ziel erreicht. Sie wollte sich durch die im April überraschend ausgerufenen Neuwahlen für die Brexit-Verhandlungen mit der EU den Rücken stärken lassen und Kritikern aus den eigenen Reihen den Wind aus den Segeln nehmen.

Kleine Parteien benachteiligt

In den vergangenen Wochen hatten einige Umfragen aber Zweifel aufkommen lassen, ob das gelingt. Neben dem Thema Brexit hatten zuletzt auch die Anschläge von Manchester und London sowie Mays Rolle als langjährige Innenministerin den Wahlkampf beherrscht. Die Labour-Partei von Jeremy Corbyn konnte deshalb Boden gutmachen.

Das britische Mehrheitswahlrecht macht Erhebungen schwierig und unzuverlässig. Es bringt meist eine absolute Mehrheit für eine Partei hervor. Kleine Parteien werden durch das Wahlsystem benachteiligt. Das Land hat 650 Wahlkreise für ebenso viele Sitze im Unterhaus. Um einen Sitz zu bekommen, müssen Politiker in ihrem Wahlkreis die meisten Stimmen holen.

Die über 40'000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland blieben bis 23.00 MESZ geöffnet. Gleich im Anschluss werden Ergebnisse von Nachwahlbefragungen, sogenannte Exit Polls erwartet. Resultate wird es in der Nacht auf Freitag geben. (sda/dpa)

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