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Religion: Religiöser Handschlag-Dispens im Baselbiet keine Dauerlösung



Dass muslimische Schüler Lehrerinnen den an manchen Schulen üblichen Handschlag aus religiösen Gründen verweigern dürfen, ist für die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind keine Dauerlösung. Eine solche Abmachung in Therwil hat Schlagzeilen gemacht.

Die Schulleitung der Sekundarschule Therwil BL hatte mit zwei muslimischen Schülern, welche aus religiösen Gründen Frauen nicht berühren wollen, vereinbart, dass sie auf den in dieser Schule üblichen Handschlag mit den Lehrpersonen verzichten können. Von der Schulleitung war am Montag keine Stellungnahme erhältlich.

Der Kanton Baselland hat bisher noch keine offiziellen Empfehlungen zum Thema Händeschütteln an der Schule. Die Fragestellung sei «erstmalig aufgetreten», hiess es am Montag auf Anfrage bei der Baselbieter Bildungsdirektion.

Bildungsdirektorin für allgemeine Regeln

Die Therwiler Schulleitung habe «vorerst einen pragmatischen Weg» im Sinne eines reibungslosen Schulbetriebs gewählt, lässt sich Bildungsdirektorin Gschwind zitieren. Es handle sich jedoch für sie «nicht um eine dauerhafte Lösung». Grundsätzlich würden für alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Regeln gelten.

Gschwind betont, sie wolle an gleichen Umgangsformen und Verhaltensregeln gegenüber Frauen wie Männern «konsequent festhalten». Sanktionen zur Durchsetzung von Regeln seien sorgfältig zu prüfen. Ein Gutachten sei in Arbeit, ebenso ein Grundlagenpapier zuhanden aller Schulen des Kantons.

Publik wurde die Therwiler Abmachung in der Folge der SRF-Sendung «Arena» vom Freitagabend und einiger Medienberichte danach. Der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz, Christoph Eymann aus Basel-Stadt, pochte in der SRF-Tagesschau vom Sonntagabend auf klare Regeln für alle an der Schule; religiöse Ausnahmen erschwerten die Integration.

Handschlag für Muslim-Dachorganisation zulässig

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) liess am Montag ihrerseits verlauten, dass ein Händedruck zwischen Mann und Frau «theologisch erlaubt ist» für eine einfache Begrüssung. In der islamischen Tradition sei Höflichkeit gegenüber allen wichtig, und zur Begrüssung gebe es unterschiedliche Bräuche.

Gemäss Communiqué betrachtet die FIDS den Händedruck zwischen Lehrpersonen und Schülern als «unproblematisch», wenn er helfe, eine gute Beziehung zu schaffen mit dem Ziel guter Bildung und wirksamer Integration. In den wenigen Fällen, wo der Händedruck verweigert werde, sei ein konstruktiver Dialog zielführend. (sda)

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