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First Lady Melania Trump besucht Kinder-Aufnahmezentrum



Im von der Politik ihres Ehemannes losgetretenen Streit um die Trennung von Zuwanderer-Familien hat sich First Lady Melania Trump klar auf die Seite der Kinder gestellt. Am Donnerstag besuchte die 48-Jährige in Texas demonstrativ ein Aufnahmezentrum für Kinder.

Dort leben gegenwärtig 55 Kinder, die von den US-Behörden von ihren Eltern getrennt worden waren. Melania Trump erkundigte sich beim Personal der Einrichtung nach dem Gesundheitszustand der Kinder und den Unterbringungsbedingungen.

Es müsse das Ziel sein, die Minderjährigen so schnell wie möglich wieder in ihre Familien zu bringen, sagte die First Lady. Sie selbst wolle dazu ihr Möglichstes beitragen, teilte das Weisse Haus mit.

Ein Grossteil der öffentlichen Aufmerksamkeit wurde bei dem Besuch allerdings durch die rätselhafte Kleiderwahl der First Lady absorbiert.

Beim Besteigen des Flugzeugs in Richtung Texas trug Melania Trump am Donnerstag eine olivgrüne Khakijacke mit Kapuze, auf deren Rückseite der Spruch prangte: «Es ist mir wirklich egal. Und Dir?»

Verschlüsselte Botschaft?

In den Onlinetzwerken setzten sofort die Spekulationen ein, ob es sich einfach um eine unbedachte Kleiderwahl handelte oder die Präsidentengattin eine verschlüsselte Botschaft aussenden wollte.

Einige Nutzer des Kurzbotschaftendienstes Twitter vertraten gar die Ansicht, Melania Trump habe damit ihre tatsächliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Migrantenkinder bekundet.

Nach Deutung eines anderen Users wollte sie hingegen ihre Missbilligung gegenüber den Medien sowie oppositionellen Demokraten zum Ausdruck bringen.

Angesichts der Diskussion meldete sich US-Präsident Donald Trump via Twitter zu dem Thema. Er teilte mit, das Motto auf dem Rücken seiner Gattin bezöge sich auf die unehrliche Berichterstattung der «Fake News»-Medien.

Die Sprecherin der Präsidentengattin, Stephanie Grisham, sagte dazu: «Es ist eine Jacke. Es gibt keine versteckte Botschaft». Sie hoffe, dass sich die Medien nach dem «wichtigen Besuch» der First Lady an der Grenze nun nicht auf die Garderobe fokussieren würden.

Melania Trump hatte bereits vor Tagen die Politik ihres Ehemanns kritisiert. Wie alle vier noch lebenden First Ladys der Vereinigten Staaten verurteilte sie die von der Regierung ihres Mannes eingeführte Praxis, illegale Zuwanderer einzusperren und ihnen in der Folge die Kinder zu entziehen. «Wir müssen uns in den USA an alle Gesetze halten, aber wir müssen auch mit Herz regieren», hatte sie gesagt.

Trump ordnet Zusammenführung an

Der Besuch in Texas war bereits geplant worden, bevor Präsident Donald Trump am Mittwoch ein Dekret unterschrieb, wonach die Praxis der Trennung beendet werden soll. In dem Erlass machte der Präsident vorübergehend den Weg frei, um Eltern und Kinder gemeinsam zu inhaftieren.

Die US-Behörden haben seit Anfang Mai über 2340 Kinder von ihren Eltern an der mexikanischen Grenze getrennt. Die Kinder werden in Auffanglagern untergebracht, während ihre Eltern festgenommen werden. Ärzte warnen davor, dass die Trennung zu lebenslangen Traumata führen kann.

Trump sagte unterdessen zu, voneinander getrennte Eltern und ihre Kinder wieder zusammenzuführen. Er werde die Behörden anweisen, sich darum zu kümmern, sagte Trump am Donnerstag während einer Kabinettssitzung im Weissen Haus. (sda/dpa/reu)

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