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Iran-Ticker: Trump setzt mögliche Blockade-Hilfe wieder aus

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Iran erklärt neue Regeln für Hormus-Passage +++ Rubio: «Operation ist abgeschlossen»

Der aktuelle Nachrichten-Ticker zu dem von der Trump-Regierung und Israel gestarteten Krieg gegen den Iran und zur US-Aussenpolitik.
04.05.2026, 06:1106.05.2026, 06:58
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7:38
Irans Aussenminister trifft Amtskollegen in China
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat inmitten der Spannungen mit den USA seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi getroffen. Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, tauschten sie sich in der Hauptstadt Peking aus. Staatliche iranische Medien bestätigten die Zusammenkunft.

Worüber die Minister sprachen, wurde zunächst nicht bekannt. Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Iran-Krieg, in dem aktuell eine Waffenruhe gilt, dürfte jedoch ein zentrales Thema gewesen sein. China und der Iran sind wirtschaftlich enge Partner, das Land gilt unter anderem als der grösste Abnehmer iranischen Öls. Peking hat das Vorgehen der USA gegen den Iran bereits mehrfach kritisiert.

Wang und Araghtschi trafen sich gut eine Woche vor einer geplanten China-Reise von US-Präsident Donald Trump. Washington hat den Besuch angekündigt, Peking bestätigte die Visite bislang nicht. (sda/dpa)
6:54
Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Strasse von Hormus an
Der Iran will sich mit Hilfe eines neuen Genehmigungsverfahrens die Kontrolle über die von ihm blockierte Strasse von Hormus sichern. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde (Persian Gulf Strait Authority) und müssten den Vorgaben folgen, berichtete der staatliche Sender Press TV.

Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen und wie der Iran auf Verstösse reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Strasse von Hormus bereits in Betrieb.

Die iranischen Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, sonst werde eine «entschlossene Reaktion» darauf folgen. Die einzige sichere Route sei die vom Iran zuvor angekündigte, berichtete die von den Revolutionsgarden als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur Fars.

Die Persian Gulf Strait Authority wurde vom Iran eingerichtet, um den Schiffsverkehr in der Meerenge zu überwachen und zu regeln. Die für die Weltwirtschaft und insbesondere den Transport von Rohöl und Flüssiggas bedeutende Strasse von Hormus ist für Handelsschiffe derzeit weitestgehend blockiert. (sda/dpa)

1:20
Hormus: Trump will Einsatz für Blockade-Aufhebung aussetzen
US-Präsident Donald Trump will seine Initiative für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus «für kurze Zeit» aussetzen. Während des Stopps von «Projekt Freiheit» solle geprüft werden, ob ein Abkommen zwischen Washington und Teheran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Die US-Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibe hingegen in vollem Umfang in Kraft. (sda/dpa)
22:44
USA legen UN-Resolution vor: Iran soll Angriffe stoppen
Zur Sicherung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus haben die USA gemeinsam mit verbündeten Golfstaaten eine UN-Resolution entworfen. Darin fordern die Parteien den Iran dazu auf, von weiteren gewaltsamen Eskalationen in der Meerenge abzusehen, wie US-Aussenminister Marco Rubio mitteilte. Teheran solle aufhören, Schiffe anzugreifen, die Meerenge zu verminen und Mautgebühren für eine Durchfahrt zu erheben, heisst es demnach in der Resolution.

An dem Entwurf seien Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar beteiligt gewesen.

«Die Islamische Republik Iran hält die Weltwirtschaft weiterhin als Geisel», sagte Rubio in der Mitteilung. Um eine sichere Schiffsdurchfahrt wieder zu ermöglichen, solle Teheran die Anzahl und die Standorte der verlegten Seeminen offenlegen und helfen, diese zu beseitigen. Zudem solle ein humanitärer Korridor eingerichtet werden. Über die Resolution solle in den kommenden Tagen abgestimmt werden.

Bereits am Montag waren Pläne für eine entsprechende Resolution bekanntgeworden. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte auf die Frage, ob man Opposition in dem mächtigsten UN-Gremium erwarte: «Wir können uns niemanden vorstellen, der der Tatsache widerspricht, dass man internationale Wasserwege nicht verminen und keine Zölle erheben darf.» Der Unterschied zu einer vorangegangen und am Veto von China und Russland gescheiterten Resolution sei, dass nun eine Waffenruhe herrsche und man nicht mehr in einem «heissen Konflikt» stehe. Waltz liess offen, wie die Forderungen durchgesetzt werden sollen. (sda/dpa)
22:43
Rubio: «Operation »Gewaltiger Zorn« ist abgeschlossen»
Der US-Militäreinsatz gegen den Iran ist nach Worten des amerikanischen Aussenministers Marco Rubio bereits beendet. «Die Operation »Gewaltiger Zorn« ist abgeschlossen. Wir haben die Ziele dieser Operation erreicht», sagte er bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. US-Präsident Donald Trump habe den Kongress entsprechend darüber in Kenntnis gesetzt. «Diese Phase haben wir hinter uns. (...) Jetzt widmen wir uns dem »Projekt Freiheit«.» Mit dieser Initiative wollen die USA die Strasse von Hormus wieder für den Schiffsverkehr und damit für den weltweiten Ölhandel öffnen.

Vergangenen Freitag hatte Trump in einem Brief an den US-Kongress die Kampfhandlungen gegen den Iran für beendet erklärt. Seit Beginn der Waffenruhe am 7. April habe es keine Gefechte mehr zwischen den beiden Ländern gegeben, heisst es darin. «Die am 28. Februar 2026 begonnenen Feindseligkeiten sind beendet.» An diesem Tag hatten die USA die Operation «Gewaltiger Zorn» gestartet. Durch diese Interpretation des andauernden Konfliktes mit dem Iran sieht sich die US-Regierung in der Lage, auch ohne Zustimmung des Parlaments weiter im Nahen Osten aktiv sein zu können. (sda/dpa)
22:32
Rubio: USA bemühen sich weiter um diplomatische Lösung
Die USA sind nach Angaben von Aussenminister Marco Rubio weiter «sehr intensiv» damit befasst, Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg auszuloten. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Präsidentenschwiegersohn Jared Kushner bemühten sich darum, sagte Rubio bei einer Pressekonferenz. Falls es einen diplomatischen Weg gebe, könne dieser den Iran zu «Wiederaufbau, Wohlstand und Stabilität» führen.

Ziel der Diplomatie sei es, Verständnis dafür zu entwickeln, über welche Themen der Iran zu verhandeln bereit sei. «Wir müssen die eigentliche Vereinbarung nicht an einem Tag zu Papier bringen – das ist hochkomplex und hochtechnisch». Aber es brauche eine diplomatische Lösung, die klar definiere, über welche Themen der Iran verhandeln wolle und zu welchen Zugeständnissen er von vorneherein bereit sei, damit sich Gespräche lohnten.

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren zuletzt weitestgehend festgefahren. Ein zentraler Streitpunkt ist seit langem der Umgang mit Irans Atomprogramm und Teherans Vorräten an hochangereichertem Uran. Berichten zufolge möchte der Iran dieses Thema erst später angehen. Das Weisse Haus wiederum hatte die Herausgabe der Uran-Vorräte zuletzt als eine der roten Linien der US-Regierung in den Verhandlungen mit Teheran bezeichnet. (sda/dpa)

20:48
Irans Militär dementiert Angriffe und droht Emiraten
Irans Militärführung hat Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate dementiert. Es seien in den vergangenen Tagen keinerlei Raketen oder Drohnen auf Ziele in den Emiraten abgefeuert worden, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija laut einer Mitteilung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.

Gleichzeitig drohte der Militärsprecher den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Golfstaat sei zu einem «Stützpunkt der Amerikaner und Zionisten» und zum «Feind der islamischen Welt» geworden. Sollten von seinem Boden aus Angriffe gegen den Iran erfolgen, würden die Angreifer dies bereuen. (sda/dpa)
20:42
IRGC droht Schiffen mit «entschiedenen Massnahmen»
Irans Revolutionsgarden (IRGC) haben allen Schiffen in der Strasse von Hormus gedroht, die nicht die von Iran genehmigte Route benutzen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars warnte die IRGC, Schiffe müssten den «einzigen sicheren Korridor» nutzen, den der Iran festgelegt habe – andernfalls würden sie mit «entschiedenen Massnahmen» der Marine konfrontiert.
Der iranische Staatssender Press TV berichtete zudem, der Iran habe einen neuen Mechanismus zur Steuerung des Schiffsverkehrs durch die Strasse eingerichtet. Eine Bestätigung der IRGC dazu steht noch aus. (mke)
20:31
Eines der «Project Freedom»-Schiffe fuhr ohne Transpondersignal
Die dänische Reederei Maersk bestätigte, dass ihr Fahrzeugträger «Alliance Fairfax» eines der beiden US-geflaggten Handelsschiffe war, die im Rahmen der «Operation Project Freedom» die Strasse von Hormus passierten. Überprüfen lässt sich das anhand von Schiffsverfolgungsdaten allerdings nicht: Das Schiff hat seit dem 1. März kein Positionssignal mehr gesendet – zuletzt war es westlich der Strasse von Hormus im Golf geortet worden.

Die Durchfahrt muss demnach mit abgeschaltetem Transponder erfolgt sein, was in der Schifffahrt als «Going Dark» bezeichnet wird. Seit Beginn des Konflikts ist dieses Vorgehen weit verbreitet, was die Echtzeit-Verfolgung von Schiffen erheblich erschwert.

Die «Alliance Fairfax» war 2024 im «Maritime Security Program Fleet» des US-Verteidigungsministeriums gelistet – einem Programm, das zivile Handelsschiffe erfasst, die im Bedarfsfall dem US-Militär zur Verfügung stehen. Ob das Schiff in dieser Funktion im Golf unterwegs war, ist nicht bekannt. (mke)
19:59
Raketenalarm in den Emiraten: Lage bleibt unberechenbar
In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden am Dienstagabend erneut Raketenalarme ausgelöst. Das Verteidigungsministerium erklärte, die im ganzen Land hörbaren Geräusche seien auf «laufende Abwehroperationen gegen Raketen und Drohnen» zurückzuführen.

Am Vortag hatte das Ministerium bekanntgegeben, die Luftabwehr habe zwölf ballistische Raketen, drei Marschflugkörper und vier Drohnen aus dem Iran abgefangen. Das Bildungsministerium ordnete an, Kindergärten sowie öffentliche und private Schulen im ganzen Land sollten bis Freitag auf Fernunterricht umstellen.

Die Lage bleibt unberechenbar: Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, die VAE würden Flüge bis zum 11. Mai auf wenige genehmigte Routen beschränken. Noch am Vortag hatte der Chef des Flughafens Dubai angekündigt, den Betrieb nach vollständiger Freigabe des Luftraums wieder hochzufahren. (mke)
19:48
Kamikaze-Delfine: Gerücht sorgt für Aufsehen am Pentagon-Briefing
Ein Journalist fragte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Pentagon-Briefing nach Berichten über iranische «Kamikaze-Delfine». Hegseths Antwort: «Ich kann weder bestätigen noch dementieren, ob wir Kamikaze-Delfine haben. Aber ich kann bestätigen, dass sie keinen haben.»

Ausgangspunkt war ein Bericht des «Wall Street Journal», wonach der Iran erwäge, bisher ungenutzte Waffen gegen US-Kriegsschiffe einzusetzen – darunter Unterseeboote und mit Minen bestückte Delfine. Das Thema wurde seither in US-Medien wie CNN und Fox News aufgegriffen. Iranische Medien bezeichneten die Behauptungen als «seltsam». Eine offizielle Bestätigung für den Einsatz von Delfinen durch das iranische Militär gibt es nicht. Die iranische Mission in der indischen Stadt Hyderabad postete auf X ein KI-generiertes Bild eines Delfins mit einem mit «Sprengstoff» beschrifteten Behälter. «Sie haben es endlich ausgeplaudert», schrieb die Mission dazu.

Tatsächlich unterhält die US-Marine ein eigenes Meeressäuger-Programm, das Delfine zur Ortung von Unterwasserminen sowie Seelöwen zur Suche nach verdächtigen Gegenständen ausbildet.



Dieses Bild aus dem Jahr 2003 zeigt einen Delfin, der von der US-Marine ausgebildet wurde und einen Sensor an einer seiner Flossen trägt. (mke)
19:27
Waffenstillstand mit Iran: Niemand nennt die rote Linie
Die zentrale Frage des Tages blieb unbeantwortet: Was genau würde das Ende des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran bedeuten? Weder Trump im Oval Office noch Verteidigungsminister Hegseth im Pentagon gaben darauf eine klare Antwort.

Offiziell gilt der Waffenstillstand vom 8. April weiterhin – trotz mindestens zehn iranischer Angriffe auf amerikanische Schiffe. General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, erklärte, diese Angriffe erreichten nicht die «Schwelle» für eine Rückkehr zu landesweiten Kampfoperationen wie während der «Operation Epic Fury» zu Kriegsbeginn.

Trump antwortete auf die Frage nach einer möglichen Waffenstillstandsverletzung schlicht mit «Sie werden es erfahren». Einen militärischen Einsatz gegen den Iran schloss er nicht aus – dieser sei «durchaus eine Möglichkeit», falls der Iran sich «schlecht benehme oder etwas Schlechtes tue». Was genau darunter fällt, liess er offen. Eine verhandelte Lösung bezeichnete Trump weiterhin als möglich. (mke)
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Die Vorgeschichte

  • Israel und die USA starteten am 28. Februar 2026 gross angelegte Angriffe auf Iran. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenattacken gegen Israel sowie US-Stützpunkte in der Region.
  • Irans oberster Führer Ali Chamenei wurde getötet, ebenso zahlreiche Militärs. Sein Sohn Mojtaba wurde Nachfolger, ist aber verletzt und bisher nicht öffentlich aufgetreten.
  • Der Konflikt hat sich auf den Nahen Osten ausgeweitet, mit Angriffen u.a. in Katar, den VAE, Saudi-Arabien und Bahrain sowie Kämpfen im Libanon. Auch US-Soldaten wurden getötet.
  • Die USA gaben unterschiedliche Kriegsziele und Rechtfertigungen an – von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms bis hin zu einem möglichen Regimewechsel.
  • Am 8. April einigten sich die Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump verlängerte diese danach einseitig. Die Aufnahme von neuen Verhandlungen stockt weiterhin. Die für die Weltwirtschaft wichtige Strasse von Hormus ist weiterhin blockiert.
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Iran-Proteste 2026
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