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Monsterprozess um Luxusauto-Leasing am Bezirksgericht Lenzburg



Am Bezirksgericht Lenzburg beginnt das Jahr 2019 mit einem Monsterprozess. Es geht um Luxusauto-Geschäfte der einstigen Garage SAR premium cars in Dintikon AG. Die Ermittlungen dauerten sechs Jahre, die Akten füllen 376 Bundesordner.

Der Prozess ist auf zwei Wochen angelegt. Die Verhandlung beginnt am kommenden Montag - und dauert bis zum 23 Januar. Die Aargauer Staatsanwaltschaft wirft dem damaligen Garagen-Inhaber Misswirtschaft, gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung und Veruntreuung vor.

Die Deliktsumme aus den vorgeworfenen Veruntreuungen und Betrugsdelikten beläuft sich gemäss der am Donnerstag veröffentlichten, 335 Seiten umfassenden Anklageschrift auf mehr als 17 Millionen Franken.

Ihre Anträge geben die Parteien erst im Rahmen der Plädoyers an der Hauptverhandlung bekannt. Der Beschuldigte, ein heute 47-jähriger Schweizer, weist die Vorwürfe zurück.

Er hatte in seinem Garagenbetrieb SAR premium cars AG seit etwa 2007 Leasings von Luxusautos angeboten, die meisten wurden über die damalige Fidis Finance (Suisse) SA abgeschlossen. Die Leasingkonditionen waren für die Kunden besonders günstig.

Dies zog zwar viele Kunden an, führte aber mit der Zeit zu hohen Verlusten für die SAR, wenn sie nach Beendigung des Leasings das Fahrzeug von Fidis zurückkaufen musste.

Strafanzeige im Frühling 2011

Ab Ende 2010 habe die SAR den Geschäftsbetrieb nur noch weiterführen können, weil die Finanzfirma die Rückzahlungspflichten aufgeschoben habe, geht aus der Anklageschrift hervor. Es habe die Hoffnung gegeben, die SAR könne saniert werden.

Einige Monate später, im Mai 2011, platzte der Finanzfirma dann aber offenbar der Kragen: Sie liess alle Fahrzeuge vom SAR-Verkaufsplatz abtransportieren und reichte Strafanzeige ein. Kurz darauf wurde über die SAR der Konkurs verhängt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe durch sein Geschäftsmodell die Überschuldung und später die Zahlungsunfähigkeit seiner Firma herbeigeführt. Zudem habe er die Buchhaltung gefälscht, um die schlechte Finanzlage zu vertuschen.

Im Weiteren soll der Mann 89 Fahrzeuge veruntreut und bei weiteren 50 gewerbsmässig betrogen haben. So habe er etwa die Rücknahme von Leasing-Wagen verheimlicht und diese verkauft.

Oder er habe Fahrzeuge mit gefälschten Papieren gleich doppelt verkauft. Und schliesslich soll der Schweizer in 191 Fällen Urkunden gefälscht haben, etwa durch die Fälschung von Kunden-Unterschriften.

Die Strafuntersuchung war aufwändig. Zum Teil gehörten schweizweit bekannte Personen zu den Kunden. Die Staatsanwaltschaft rekonstruierte Hunderte von Geschäftsvorgängen. Weil die Staatsanwaltschaft überlastet war, bewilligte das Kantonsparlament im März 2012 einen Kredit von 3.4 Millionen Franken für acht zusätzliche Stellen. (sda)

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