Charlie Hebdo
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epa04557691 A handout image released on 12 January 2015 in Paris by French newspaper Charlie Hebdo shows the frontpage of the upcoming 'survivors' edition of the French satirical weekly with a cartoon of the Prophet Mohammed holding up a 'Je suis Charlie' ('I am Charlie') sign under the words: 'Tout est pardonne' ('All is forgiven'). The frontpage was released to media ahead of the newspaper's publication on 14 January 2015. The country is still reeling after three men were killed by police on 08 Januray 2015 in two separate raids that ended days of terror in France. One operation targeted two brothers - Cherif and Said Kouachi, 32 and 34 years old - believed to be responsible for a 07 January 2015 shooting at Charlie Hebdo satirical magazine that killed 12 people.  EPA/CHARLIE HEBDO / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

«Alles ist vergeben.» oder: Alle vergeben allen? Bild: EPA/CHARLIE HEBDO

Wer vergibt wem? 

Zwei offensichtliche und eine weniger offensichtliche Interpretation des neuen «Charlie Hebdo»-Covers

Gestern Nacht veröffentlichte «Charlie Hebdo» das Cover der neuen Ausgabe. Es zeigt einen weinenden Mohammed. Die Titelseite lässt grossen Interpretationsspielraum. 

«Alles ist vergeben», titelt das mit Spannung erwartete neuste «Charlie Hebdo»-Cover. Darunter steht vor grünem Grund ein weinender Prophet Mohammed, der bekennt «Je Suis Charlie». Die Zeichnung ist vom langjährigen «Charlie Hebdo»-Zeichner Renald Luzier alias Luz. Was bedeutet sie und wer vergibt hier wem? Dies sind die drei Möglichkeiten: 

1. Prophet Mohammed vergibt den Karikaturisten

Wollen die «Charlie Hebdo»-Macher mit dem neuen Cover sagen, dass selbst Prophet Mohammed nicht wütend über die Karikaturen von ihm wäre? Dass selbst der Prophet den Zeichnern vergibt? Möglich ist es, denn mit dem «Je suis Charlie»-Transparent solidarisiert sich der Cover-Mohammed eindeutig mit dem «Charlie Hebdo» und den Werten, die das Symbol vertritt: Die Freiheit der Satire, der Meinung, der Presse. 

2. «Charlie Hebdo» vergibt den Attentätern

Oder will die Redaktion damit sagen, dass sie selber den Attentätern vergibt? Immerhin heisst es im Übertitel «Tout est pardonné», also «ALLES ist vergeben» – eine grosse Geste seitens einer Redaktion, die den Tod von sechs Kollegen und ihrem Chefredakteur zu beklagen hat. 

3. Alle Kritiker vergeben «Charlie Hebdo»

Oder halten die «Charlie Hebdo»-Macher – es folgt die etwas weniger offensichtliche Interpretation – etwa der Solidaritäts-Welle zynisch den Spiegel vor? Wollen sie uns sagen, dass nach dem Anschlag plötzlich jeder «Charlie» ist? Dass selbst jene, die das Heft zuvor ständig kritisiert haben, ihm jetzt alles vergeben und vergessen haben? 

Was glauben Sie? diskutieren Sie in der Kommentarspalte mit. 

Umfrage

Was soll das neue «Charlie Hebdo»-Cover bedeuten?

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283 Votes zu: Was soll das neue «Charlie Hebdo»-Cover bedeuten?

  • 18%Dass Prophet Mohammed den Karikaturisten vergibt.
  • 14%Dass das «Charlie Hebdo» den Attentätern vergibt.
  • 24%Dass plötzlich alle dem «Charlie Hebdo» vergeben.
  • 10%Nichts davon.
  • 33%Alles davon.



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    Alle Leser-Kommentare
  • The Writer Formerly Known as Peter 13.01.2015 10:10
    Highlight Highlight Mit dem vergeben ist es so eine Sache. Wer vergibt wirklich seinen Feinden? Im Christentum mit dem neuen Testament gibt es mindestens die Idee davon. Und wie hält es der Koran mit dem Vergeben an (vermeintlichen) Feinden? Eine Debatte darüber ist interessant. Leider erreicht man damit keine steinzeitlichen Betonköpfe. Zeit, dass der aufgeklärte Islam sich eine Stimme verschafft.
    2 0 Melden
    • AdiB 13.01.2015 12:30
      Highlight Highlight im koran steht "ihr sollt euren feinden vergeben, aber ihr sollt nicht vergessen".
      1 0 Melden
  • Broom 13.01.2015 08:44
    Highlight Highlight Ich dachte eure "nicht offensichtliche" Theorie sei die offensichtliche.
    Sie haben sich ja schon im Vorfeld negativ zur ganzen "Je suis Charlie" Bewegung geäussert
    11 3 Melden

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