Gesundheit
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Der Wahn auf einen Blick

Cholesterin! Prostata! Augendruck! Wie viele Gesundheits-Checks brauchen Herr und Frau Schweizer?

22.09.14, 12:45 22.09.14, 13:48

«Vernünftig» sagt und schreibt sich so leicht. Zum Beispiel beim Fussballspiel mit Freunden. Jeder Hobbykicker hat unter der Schirmherrschaft von «vernünftiger Härte» bereits fremdverschuldete Knochenbrüche und Kreuzbandrisse gesehen. Fast noch schwieriger als beim Fussball ist Vernunft bei medizinischen Voruntersuchungen zu definieren.  

Die Krebsliga empfiehlt zum Beispiel für sämtliche Frauen ab 50 Jahren die Mammographie. Doch Mammographie für Nicht-Risikopatientinnen ist umstritten. Die Schweizerische Herzstiftung «fordert» dazu auf, dass «die gesamte Bevölkerung ab 18 Jahren mindestens einmal pro Jahr den Blutdruck fachgerecht von einem Arzt oder Apotheker messen lässt und ihn zu Hause selber regelmässig kontrolliert». Ebenso umstritten ist die PSA-Bestimmung, die zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt wird.

Kontrolle ist gut. Doch mit der Angst vor Krankheiten lässt sich auch Geld verdienen. Zudem sei ein Daumenhoch eines Arztes nach einem Voruntersuch für viele Patienten ein Freibrief, weiterhin so ungesund zu leben wie zuvor, sagt der Zürcher Allgemeinmediziner Thomas Walser, der nicht viel von möglichst vielen Untersuchungen hält. Walser gewann 2011 den Swiss Quality Award, der für herausragende Qualitätsinnovationen vergeben wird. Wir haben seine Empfehlungen zu Vorsorgeuntersuchungen grafisch aufbereitet:

Andere abweichende Listen finden sich bei der Krebsliga, beim Beobachter, beim Ratgeber Wellness und Gesundheit, nochmals beim Beobachter, bei web.de, beim Stern oder unter dem Google-Begriff «sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen».

Die beiden Listen sind pauschale Empfehlungen und mögen sich im Individualfall als ungeeignet herausstellen. Sie ersetzen in keiner Weise das Gespräch mit einem Arzt.

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 23.09.2014 15:22
    Highlight Bevor man eine Krebsuntersuchung macht, sollte man wissen, wie man bei einem positiven Befund reagieren wird. Mit einer Krebsdiagnose kann man nicht einfach zur Tagesordnung über gehen. Zudem sollte man die Statistiken der Vorsorge und Behandlungen richtig lesen. Ich empfehle das Buch: http://www.amazon.de/Risiko-Wie-richtigen-Entscheidungen-trifft/dp/3570101037
    Dort lernt man etwas über die selbst von Experten und Ärzten fehlinterpretierten Statistiken zu Mamografie und Prostatakrebs. Zudem gibt es dazu die "defensive Medizin", die grundsätzlich alle Diagnostizierten überbehandelt.
    0 0 Melden
  • Maya Eldorado 22.09.2014 20:47
    Highlight Ich hab noch nie einen solchen Gesundheitscheck gemacht, es sei denn, dass mich ein Arzt mal damit überrumpelt hat. (Ist schon vorgekommen.)

    Solange ich keinen solchen Check mache, fühle ich mich gesund. Damit habe ich nun bereits das 67. Lebensjahr erreicht.
    3 0 Melden
  • Oberon 22.09.2014 13:27
    Highlight Hmm, dann sollte ich doch mal langsam einen Arzt besuchen und mich mal checken lassen.
    4 0 Melden

«Warum ich?» – Iliana erzählt von ihrem Leben mit einer seltenen Krankheit

In der Deutschschweiz sind nur etwa 40 andere Menschen betroffen: Iliana Mebert, 24, leidet an einer äusserst seltenen Krankheit. Mit watson sprach sie über Einsamkeit, überwundenes Selbstmitleid und neue Lebensfreude. 

«Takayasu-Arteriitis», sagte der Doktor. «Und ich sass da, total baff, mit einer frisch diagnostizierten Krankheit mit exotischem Namen, von der ich noch nie im Leben gehört hatte.» 

Iliana Mebert, 24, ist eine von einer Million. Denn nur so selten tritt die Krankheit auf, an der sie leidet.

Das Leben der ETH-Studentin stand vor sechs Jahren an einem Wendepunkt. Es war eine Zufallsdiagnose – ihr Hausarzt rechnete mit einer Angina. Als die heftigen Rückenschmerzen und das Unwohlsein auch …

Artikel lesen