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Gesundheit
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Der Wahn auf einen Blick

Cholesterin! Prostata! Augendruck! Wie viele Gesundheits-Checks brauchen Herr und Frau Schweizer?



«Vernünftig» sagt und schreibt sich so leicht. Zum Beispiel beim Fussballspiel mit Freunden. Jeder Hobbykicker hat unter der Schirmherrschaft von «vernünftiger Härte» bereits fremdverschuldete Knochenbrüche und Kreuzbandrisse gesehen. Fast noch schwieriger als beim Fussball ist Vernunft bei medizinischen Voruntersuchungen zu definieren.  

Die Krebsliga empfiehlt zum Beispiel für sämtliche Frauen ab 50 Jahren die Mammographie. Doch Mammographie für Nicht-Risikopatientinnen ist umstritten. Die Schweizerische Herzstiftung «fordert» dazu auf, dass «die gesamte Bevölkerung ab 18 Jahren mindestens einmal pro Jahr den Blutdruck fachgerecht von einem Arzt oder Apotheker messen lässt und ihn zu Hause selber regelmässig kontrolliert». Ebenso umstritten ist die PSA-Bestimmung, die zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt wird.

Kontrolle ist gut. Doch mit der Angst vor Krankheiten lässt sich auch Geld verdienen. Zudem sei ein Daumenhoch eines Arztes nach einem Voruntersuch für viele Patienten ein Freibrief, weiterhin so ungesund zu leben wie zuvor, sagt der Zürcher Allgemeinmediziner Thomas Walser, der nicht viel von möglichst vielen Untersuchungen hält. Walser gewann 2011 den Swiss Quality Award, der für herausragende Qualitätsinnovationen vergeben wird. Wir haben seine Empfehlungen zu Vorsorgeuntersuchungen grafisch aufbereitet:

Andere abweichende Listen finden sich bei der Krebsliga, beim Beobachter, beim Ratgeber Wellness und Gesundheit, nochmals beim Beobachter, bei web.de, beim Stern oder unter dem Google-Begriff «sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen».

Die beiden Listen sind pauschale Empfehlungen und mögen sich im Individualfall als ungeeignet herausstellen. Sie ersetzen in keiner Weise das Gespräch mit einem Arzt.

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