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Diese Umfrageresultate muss Jean-Marie Le Pen genau studieren: 62 Prozent der FN-Anhänger wollen seinen Austritt. Bild: Patrick Seeger/EPA/KEYSTONE

Zwei Drittel des Front National wollen Le Pen loswerden

Zwei Drittel der Anhänger der rechtsextremen französischen Front National (FN) sind dafür, dass der Parteigründer und Ehrenpräsident Jean-Marie Le Pen wegen seiner rechtsextremen Äusserungen die Partei verlässt.

11.04.15, 14:59 11.04.15, 15:39


Laut einer Umfrage des Ifop-Instituts für die Sonntagszeitung «Dimanche Ouest-France» sagen 74 Prozent der FN-Sympathisanten, seine Präsenz in den Medien schade der Partei. Das Umfrageinstitut Ifop kam zum Schluss, dass die jüngsten Äusserungen des 86-jährigen Parteigründers die FN «erneut in die Krise gestürzt» hätten.

Laut der Umfrage sind 67 Prozent der FN-Anhänger dafür, dass Jean-Marie Le Pen die Partei verlässt. Sie sind damit deutlich kritischer als die Franzosen allgemein, die nur zu 38 Prozent dafür sind. 

Während die Franzosen insgesamt zu 62 Prozent die Auftritte des Ehrenpräsidenten als Belastung für die Partei ansehen, sind es unter den Sympathisanten der FN sogar 74 Prozent. Nur acht Prozent der Parteianhänger sehen seine medialen Äusserungen als vorteilhaft an. 26 Prozent äusserten dazu keine Meinung.

Laut Ifop spiegelt sich in in den 26 Prozent Unentschlossenen das Unbehagen vieler FN-Anhänger wider, den Parteigründer auszuschliessen.

Rauswurf nicht ausgeschlossen

Der 86-Jährige hatte jüngst mit Interviews für Empörung gesorgt, in denen er erneut die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als «Detail» der Geschichte bezeichnete. Seine Tochter Marine Le Pen, die heute die Partei führt, kündigte an, dass sich das Exekutivbüro rasch mit der Streitfrage befassen werde. Der Parteivize Florian Philippot schloss einen Rauswurf des alten Le Pen nicht aus.

Sollte Jean-Marie Le Pen die Partei verlassen, würde das laut der Ifop-Umfrage ihre Wahlchancen deutlich verbessern. Demnach sagten 17 der 80 Prozent der Franzosen, die die FN bei den vergangenen Präsidenten- und Europawahlen nicht wählten, dass sie sich vorstellen könnten, für die Partei zu stimmen, wenn Jean-Marie Le Pen ihr nicht mehr angehört. 

Die rechtsextreme Partei versucht unter Führung Marine Le Pens seit Jahren mit dem antisemitischen und rassistischen Kurs ihres Vaters zu brechen und sich ein respektableres Image zu geben. (sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 11.04.2015 15:55
    Highlight Ich gehe davon aus, dass der unbelehrbare Greis schon reichlich senil und deshalb so eigensinnig geworden ist, seiner wesentlich moderateren Tochter beim Aufbau einer wählbaren Partei schädigend in die Suppe zu spucken. Schade ist zwar interfamiliär, dass nun das jahrelang ungetrübte Verhältnis zwischen Vater und Tochter wohl endgültig abgehakt sein wird. Aber realpolitisch betrachtet, ist ein Parteiausschluss dann sinnvoll, wenn er nicht endlich die Klappe hält und sich aufs Altenteil zurückzieht. Ganz sicher aber muss die Tochter und der FN verhindern, dass er sich in seinem Wahlkreis nochmals portieren lässt. Andernfalls dürfte sich Sarko genüsslich die Hände reiben....
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