International

Barcelona trauert um Terror-Opfer

Einer der vier Verdächtigen kommt frei +++ Attentäter planten Anschlag auf Sagrada Familia

22.08.17, 16:21 23.08.17, 08:18

Drei der vier überlebenden Mitglieder einer islamistischen Terrorzelle in Katalonien bleiben in Untersuchungshaft. Das entschied ein Richter am nationalen Strafgerichtshof in Madrid am Dienstagabend.

Zwei von ihnen bleiben ohne Möglichkeit, auf Kaution freizukommen, in Gewahrsam, einer für zunächst weitere 72 Stunden. Der vierte wird nach spanischen Medienberichten freigelassen.

Mohamed Houli Chemlal. Bild: EPA/EFE

In den Gerichtsverhandlungen hatte zuvor einer der in Spanien gefassten vier mutmasslichen Terroristen laut Medienberichten Pläne zu Sprengstoffanschlägen gestanden. Auch das Wahrzeichen von Barcelona, die Basilika Sagrada Familia, und weitere Gebäude in der katalanischen Hauptstadt sollten in die Luft gejagt werden.

Das habe der 21-jährige Mohamed Houli Chemlal vor dem Ermittlungsrichter in Madrid ausgesagt, berichtete die Zeitung «El Mundo» unter Berufung auf Justizkreise. Ausserdem habe sich Imam Abdelbaki Es Satty, den Chemlal als Kopf der Terrorzelle bezeichnete, dabei selbst in die Luft sprengen wollen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte nach Informationen aus Justizkreisen Haft für die vier Verdächtigen. Es dürfte Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis es zu einem Prozess kommt.

Mohamed Aallaa. Bild: EPA/EFE

Beim einem Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona und einer vereitelten Attacke im ebenfalls in Katalonien liegenden Küstenort Cambrils wurden am vergangenen Donnerstag und Freitag insgesamt 15 Menschen getötet. Die verantwortliche Terrorzelle wurde nach Polizeiangaben zerschlagen. Neben den vier Gefassten soll die Gruppe weitere acht Mitglieder gehabt haben, die alle tot seien.

Nach den Anschlägen in Katalonien sind vier Verdächtige am Dienstag vor Gericht erschienen. Ein Richter soll nun darüber entscheiden, ob und welche Anschuldigungen gegen die Männer erhoben werden.

Salah El Karib. Bild: EPA/EFE

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen trafen die vier mutmasslichen Mitglieder einer Terrorzelle am Morgen zu einer Anhörung im Staatsgerichtshof in Madrid ein. Sie sind die einzigen Überlebenden einer zwölfköpfigen Gruppe, die für die Anschläge in Barcelona und Cambrils mit 15 Toten und mehr als 100 Verletzten verantwortlich sein sollen.

Hauptverdächtiger erschossen

Der Hauptverdächtige, der vergangene Woche einen Lieferwagen in eine Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas gesteuert haben soll, wurde am Montag in Subirats, etwa 50 Kilometer von Barcelona entfernt, erschossen. Spanischen Medienberichten zufolge vermutet die Polizei, dass er seit dem Anschlag zu Fuss unterwegs gewesen sei.

Der mutmassliche Kopf der Terrorzelle, ein aus Marokko stammender Imam, kam bereits in der vergangenen Woche bei einer Explosion in einem Haus in Alcanar südlich von Barcelona ums Leben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Terrorzelle dort Bomben für Anschläge bauen wollte.

Driss Oukabir. Bild: EPA/EFE

Die Attentäter von Barcelona und Cambrils sollen von dem Imam radikalisiert worden sein. Zu dem Anschlag in Barcelona hatte sich die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») bekannt. (whr/blu/sda/afp/reu/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 23.08.2017 07:21
    Highlight Unglaublich. Drei Brüder. Zwei davon waren Attentäter. Der Dritte wird als Verdächtiger festgenommen und nun entlassen. Die Teilnahme am Attentat oder Unterstützer der Terrorzelle zu sein konnte im nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Stinkt zum Himmel. Soll der etwa nichts gewusst haben! Wer es glaubt....Und dazu muss trotzdem eine Gefahr von ihm ausgegangen werden! Wie blöd kann man hier in Europa nur sein. Danke für die Humane Gesetzesauslegung.
    6 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.08.2017 10:11
      Highlight Ebenso die Mütter, die um ihre unschuldigen Söhne trauern.
      1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.08.2017 21:57
    Highlight Sie hatten geplant, ein Wahrzeichen wie die Basilika zu sprengen. Warum riskieren sie dann vorher eine Festnahme durch die Attacke auf ein - von Terroristenseite aus betrachtet - viel schwächeres Ziel?
    Sind die strohdoof?
    Oder so eingebildet, sie würden nie erwischt werden?
    Oder wollen sie nur angeben und Angst verbreiten?
    Oder alles zusammen?
    17 16 Melden
    • atomschlaf 22.08.2017 22:39
      Highlight Der Anschlag auf der Rambla wahr wohl nur die "Notlösung", nachdem das Bombenlabor in die Luft flog.
      8 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.08.2017 22:43
      Highlight Das Teil flog in die Luft, nicht mitbekommen? Arbeitest an Gasflaschen:

      A) nicht rauchen
      B) Fenster offen

      Unser Glück bleibt deren Dummheit ...
      10 0 Melden
    • aglio e olio 22.08.2017 22:55
      Highlight So wie ich das verstehe, hat sich der eine Typ unabsichtlich weggesprengt. Damit war der Plan hinfällig und die restlichen Typen haben so losgelegt.
      7 0 Melden
    • Randy Orton 22.08.2017 23:01
      Highlight Das Gebäude in dem sie die Vorbereitungen trafen (Gasflaschen etc gesammelt haben) ist explodiert. Dadurch kamen sie wohl unter Zugzwang.
      5 0 Melden
    • Fulehung1950 22.08.2017 23:03
      Highlight Ich gehe eher davon aus, dass der Plan nicht aufging.

      Der Angriff auf den Ramblas hatte aus meiner Sicht fast zwingend einen Gedenkgottestdienst in der Sagrada Familia zur Folge. Er war damit quasi als mörderisches "Vorspiel" gedacht gewesen. Das Hauptattentat war dann in der überfüllten Kirche gedacht.

      Die Attentäter glaubten wohl nicht, dass alle draufgehen oder verhaftet würden. Und dass mindestens einer am Sonntag so richtig zuschlagen könne.

      Für mich liegt darin die unschätzbar wertvolle Tat der spanischen Polizei: sie liessen den Verbrechern keine Sekunde Zeit zum atmen und handeln.
      7 2 Melden
    • Jaing 22.08.2017 23:12
      Highlight Die Gasflaschen sind ja in die Luft geflogen, evtl. mussten sie deswegen improvisieren.
      4 0 Melden
    • jjjj 22.08.2017 23:23
      Highlight Weil die Gasflaschen explodiert sind, und einige Anführer der Gruppe ums Leben gekommen sind.
      Sie mussten also schnell handeln bevor man ihnen auf die Spur kommen konnte...
      3 0 Melden
    • pasch13 23.08.2017 06:52
      Highlight So wie ich es verstanden habe ist ihnen bei der Produktion vom Sprengstoff einen Fehler unterlaufen. Der Imam ist ja bei einem Unfall beim mischen vom Sprengstoff gestorben. Ich nehme an, die Attacke welche sie jezt durchgezogen haben war eher ein Plan B für sie.
      5 0 Melden
    • Rumbel the Sumbel 23.08.2017 07:24
      Highlight Nein die sind nicht strohdoof! Im Gegenteil. Die wissen genau was sie tun. Aber denen ist es S....egal, wie sie umkommen. Das Risiko einer Festnahme nehmen Sie in ebenso Kauf. Unsere humane Gesetzesauslegung lässt Grüssen. Einer wurde in Spanien ja bereits freigelassen. Ihm könnte ja nicht..........
      3 2 Melden
    • Saraina 23.08.2017 08:06
      Highlight Sie wollten die Basilika sprengen. Nur flogen ihnen die dafür geplanten Bomben um die Ohren, weswegen sie auf die Attacke mit den Fahrzeugen auswichen. Da sie Bomben-Attrappen trugen, rechneten sie wohl damit, alle erschossen zu werden.

      Der Sinn der ganzen Aktion erschliesst sich auch mir nicht.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.08.2017 09:31
      Highlight ah - das kommt davon wenn man aus Zeitgründen die Details nicht mehr verfolgen kann.

      Danke für die Erklärungen Leute. Danke :-)
      3 1 Melden
    • Randy Orton 23.08.2017 10:52
      Highlight Keine Zeit um die Artikel zu lesen, aber Zeit um fleissig zu kommentieren? ;)
      1 1 Melden
    • Saraina 23.08.2017 13:56
      Highlight @ Fulehung wieso lange lesen, wenn man sich selber eine Geschichte ausdenken kann, gäll.
      0 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.08.2017 14:42
      Highlight @Randy
      Beachte, dass in meinem Kommentar Fragen waren. Wer nie fragt, lernt weniger. Ich hab nun mal nicht die Zeit alles zu lesen, was mich interessieren würde. Ihr werdet jetzt eh bald wieder Holla-Pause haben. Auf mich kommen grad Berge von Arbeit zu.
      0 0 Melden
    • Randy Orton 23.08.2017 21:34
      Highlight Ich sage ja nur, wenn du so wenig Zeit hast, investiere sie doch in das Lesen der Artikel anstatt in Kommentaren zu fragen worum es geht. Wäre sicher zeiteffizienter.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.08.2017 06:23
      Highlight Grundsätzlich hast du Recht, Randy. Aber zu dem Thema gab es wieder so viele Artikel, ... Und wegen meinem Zeitmangel hab ich dann schliesslich meine Fragen einfach bei einem drunter geschrieben.

      Abgesehen davon mag ich manchmal nicht mehr so viele News lesen. Bin immer noch berufsgeschädigt von früher, wo ich das mehr oder weniger rund um die Uhr musste, weil ich selbst in der Branche war.

      Also bitte sieh es mir nach, wenn ich manchmal Fragen stelle. Denn je mehr ich lerne oder lese, desto deutlicher erkenne ich, wie wenig ein einzelner weiss.
      0 0 Melden
    • Randy Orton 24.08.2017 10:09
      Highlight Es ist einfach fragwürdig, wenn man sich via Kommentarspalte informiert. Aber wie du meinst.
      0 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.08.2017 12:55
      Highlight Das hingegen ist reine Ansichtssache und nur deine Meinung. Ich finde ganz andere Dinge fragwürdig. Aber die liste ich jetzt nicht auf.
      0 0 Melden
  • Fidelius 22.08.2017 20:20
    Highlight Unsere Politiker und Bürger haben einfach keine Eier. Wir verhalten uns wie Opferlämmer im eigenen Land. Zu verdanken haben wir dies der Verweichlichung der Sozis und Grünen.
    38 74 Melden
  • lilie 22.08.2017 10:39
    Highlight Entschuldigung, watson, aber das finde ich nicht in Ordnung: Die Männer sind vorerst Verdächtige und nicht rechtsmässig verurteilt.

    Daher verstehe ich nicht, warum ihre Gesichter gezeigt und ihre Namen voll ausgeschrieben werden. Sie sind ja auch nicht zur Fahndung ausgeschrieben.

    Dafür werden die Gesichter der Polizisten verpixelt? WTF??? 🙄
    48 183 Melden
    • Littlepage 22.08.2017 12:39
      Highlight Und davon mal abgesehen wollen wir ihnen ja nicht zu medialem Ruhm verhelfen. Name von mir aus, aber kein Foto, das von Nachäffern «bewundert» werden kann.
      49 74 Melden
    • lilie 22.08.2017 12:50
      Highlight Richtig, Littlepage, danke. 👍
      31 75 Melden
    • Angelo C. 22.08.2017 13:27
      Highlight Kleiner Nachtrag:

      Kommt hinzu, dass diese Leute teilweise auch in der Schweiz waren und dort sogar Teile ihrer Ausbildung genossen haben könnten :

      http://www.20min.ch/panorama/news/story/22618097

      Und so wäre es durchaus sinnvoll, bildhaft eine Vorstellung von ihnen zu haben, zumal wenn sich hierzulande evtl. Zeugen an ihre Gesichter erinnern könnten 🤓!
      94 18 Melden
    • lilie 22.08.2017 14:06
      Highlight @Angelo: Das macht nur Sinn, wenn es einen Zeugenaufruf gegeben hätte. Hat es aber mW nicht. Somit also eben unnötig.
      33 72 Melden
    • frodo67 22.08.2017 20:05
      Highlight Die Bildquellen stehen ja unter den besagten Bildern (epa/efe). Also wenn schon maulen, dann wenigstens am richtigen Ort.
      19 7 Melden
    • Citation Needed 22.08.2017 21:29
      Highlight Polizisten verpixeln ist schon richtig. Nicht, dass die zur Zielscheibe werden..
      44 0 Melden
    • lilie 23.08.2017 07:35
      Highlight @Citation: Absolut. Aber auch Leute, die sich nach den Gerichtsverhandlungen als unschuldig herausstellen, sollen nicht zur Zielscheibe werden.

      Wie zum Beispiel einer der vier (offenbar), der jetzt freigelassen wurde. Steht nicht einmal welcher es ist (oder habs nicht gefunden).

      Was meinst du, kann der jetzt überhaupt noch durch die Strassen laufen, zur Arbeit gehen, in ein Café sitzen? Ich glaube nicht!
      2 8 Melden
    • Citation Needed 23.08.2017 08:34
      Highlight Lilie: die mutmasslichen Täter erwähne ich nicht, weil Du das weiter oben schon richtig und in meinem Sinne getan hast. Es dient nur der Sensation, wenn wir deren Gesichter sehen.

      Ich liefere einfach die Begründung, warum es richtig ist, die Polizisten (auch) nicht zu zeigen. Dass ich die Verdächtigen nicht erwähne heisst nicht, dass ich es gut finde, dass sie gezeigt werden. Es heisst einfach, dass ich sie nicht erwähne.. ;-)
      2 2 Melden
    • lilie 23.08.2017 09:46
      Highlight @citation: Ach so, danke für die Klärung. :)

      Ja, in dem Fall scheinen wir hier die Minderheit zu sein, da die meisten der Meinung zu sein schein, man solle Verdächtige blossstellen, auch wenn sie unschuldig sind.

      Übrigens finde ich die Verpixelung der Polizisten ja auch gut (aber eben inkonsequent), und ich finde es schräg, dass watson erst jetzt damit beginnt.

      Bei früheren Vorfällen wurden Polizisten immer gezeigt, Richter beim Namen genannt etc. Das finde ich einfach gefährlich und unnötig.
      3 3 Melden

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