Klima
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Buschfeuer nahe Sydney, Australien: Ob die Häufigkeit solcher Feuer zunehmen wird, ist umstritten. Bild: EPA

Folgen der Erderwärmung

Uno tilgt die letzte Hoffnung aus Klimareport

«Moderater Klimawandel kann förderlich für die Wirtschaft sein» – so stand es bislang im Uno-Klimabericht. Jetzt hat der Klimarat den Satz gestrichen – und ist dem Vorwurf ausgesetzt, alarmistisch zu handeln.

18.10.14, 21:36

axel bojanowski

Ein Artikel von

Der Uno-Klimarat IPCC korrigiert den zweiten Teil seines Reports an entscheidender Stelle. Bislang stand auf Seite 34 von Kapitel 10 über wirtschaftliche Auswirkungen: «Moderater Klimawandel könnte förderlich sein.» In der finalen Version des Berichts, die nun veröffentlicht wurde, fehlt der Satz.

Nun ist dort über mögliche Folgen der erwarteten Erwärmung zu lesen: «17 von 20 Abschätzungen sind negativ.» In der letzten Runde der Durchsicht seien den Autoren des Klimareports Fehler in den zugrunde liegenden Studien aufgefallen, sagt der Vorsitzende der IPCC-Arbeitsgruppe, Chris Field. «Nach den Korrekturen sieht der statistische Zusammenhang zwischen Erwärmung und ökonomischen Auswirkungen anders aus.»

Die Analyse habe ergeben, dass alle Stärken der prognostizierten Erwärmung Schaden anrichten würden. Die korrigierte Studie stammt von Richard Tol, einem angesehenen Klimaökonom von der University of Sussex; er war zudem leitender Autor des betreffenden Kapitels 10. Die Fehler seien «unwesentlich», erklärt Tol auf Anfrage.

«Das IPCC-Prozedere wurde verletzt»

Denn die Schlussfolgerungen des IPCC hätten sich nicht geändert: «Wir haben die vage Information, der Klimawandel könnte förderlich sein, durch eine präzisere ersetzt: Dass 17 von 20 Schätzungen negativ sind», sagt Tol. Der ausdrücklichen Folgerung, drei Modelle versprächen positive Klimafolgen für die Wirtschaft, wollte der IPCC aber offenbar nicht mehr folgen.

Tol erhebt nun einen schweren Vorwurf gegenüber dem IPCC: Der Klimarat habe versäumt, ihn als Koordinierenden Leitautor zu konsultieren. Bevor Stellungnahmen veröffentlicht würden, hätte das geschehen müssen. «Das IPCC-Prozedere wurde verletzt», sagt Tol.

Zuvor hatte der Kommunikationsdirektor des Klimaforschungsinstituts ESRG in London, Bob Ward, die Korrektur des IPCC-Berichts im «Guardian» vermeldet. Ward, ein vehementer Warner vor dem Klimwandel, war lange hinterher, die betreffende Formulierung im IPCC-Bericht zu korrigieren. Er streitet mit Tol seit Jahren über die Folgen des Klimawandels.

Vage Prognosen

Tol war vor Veröffentlichung des IPCC-Berichts Ende März als Autor der Zusammenfassung des Uno-Klimareports zurückgetreten. Das Resümee des Berichts «driftet Richtung Alarmismus», hatte der Forscher geklagt.

Das Vertrauen der Uno-Forscher in ihre ökonomischen Prognosen ist gleichwohl nicht hoch. Eine große Zahl von «zweifelhaften Annahmen» müssten getroffen werden, heisst es im Klimareport. Soziale sowie technologische Faktoren hätten weitaus mehr Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft als der Klimawandel.

Die Prognosen geraten mithin äußerst vage: Bei einer Erwärmung von zwei Grad könnten sich die Verluste auf 0,2 bis 2 Prozent der Wirtschaftskraft belaufen, resümiert der IPCC-Report.



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