Schweiz

Erbschaftssteuer im Sinkflug: 5 Gründe, warum die Linke einmal mehr eine Kampagne in den Sand setzt

Für die Erbschaftssteuer-Initiative sieht es schlecht aus. Das liegt auch an der Kampagne der Befürworter. Sie setzt auf das falsche Sujet und die falschen Leute.

12.05.15, 08:51 12.05.15, 19:44

Die erste SRG-Trendumfrage zur Volksabstimmung vom 14. Juni verspricht Spannung. Bei drei der vier Vorlagen ist alles offen. Nur in einem Fall scheint das Rennen gelaufen. Die Volksinitiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)» wird von nur 38 Prozent der Befragten unterstützt. 51 Prozent sind eher oder bestimmt dagegen. Das verantwortliche Forschungsinstitut gfs.bern spricht von einer «Vorentscheidung».

Sie ist wohl tatsächlich schon gefallen, aus folgenden Gründen:

1. Zu spät gestartet

Tatsächlich lehrt die Erfahrung, dass bei derartigen Vorlagen der Nein-Anteil bis zur Abstimmung noch zunehmen wird. Das Initiativkomitee sieht dies naturgemäss anders, auch weil seine Kampagne kaum richtig begonnen hat. «Seit Montag hängen unsere Plakate in den grösseren Verkehrszentren», sagt Kampagnenleiter Andreas Käsermann. Das werde die Wahrnehmung verstärken. 

«Eine Kampagne funktioniert, wenn sie stark mit Emotionen operiert, nicht aber wenn sie intellektualisiert.»

Mark Balsiger, Politikberater

Der späte Zeitpunkt ist kein Zufall. Das Komitee habe «seine vergleichsweise bescheidenen Ressourcen» auf die heisse Phase des Abstimmungskampfes gelegt, heisst es in einer Mitteilung. Eine Trendwende sei möglich, glauben die Initianten. Die nun anlaufende Kampagne lässt daran zweifeln.

2. Falsches Sujet

Mit einer Justitia-Statue auf dem Plakat versuchen die Initianten, an das Gerechtigkeitsempfinden des Stimmvolks zu appellieren. Der Berner Politkberater und Wahlkampf-Spezialist Mark Balsiger, der kürzlich ein Handbuch zum Thema veröffentlicht hat, glaubt jedoch nicht, dass diese Botschaft rüberkommt: «Viele Leute wissen nicht, wofür die Justitia steht.» Wer nicht viel Geld habe, müsse umso bessere Argumente liefern und sie auch verkaufen können. «Eine Kampagne funktioniert, wenn sie stark mit Emotionen operiert, nicht aber wenn sie intellektualisiert», meint Balsiger.

Das Plakat der Befürworter. Bild: KEYSTONE

Kampagnenleiter Andreas Käsermann wehrt sich gegen den Vorwurf der Verkopftheit: «Es ist keine Scharfmacher-Kampagne, aber das ist auch nicht das Ziel.» Auch die Kritik an der Justitia lässt er nicht gelten. «Sehr renommierte linke Kräfte» hätten sich dafür eingesetzt, so der ehemalige SP-Pressesprecher auf Anfrage von watson: «Uns lagen diverse Sujets zur Auswahl vor. Es war ein Konsensentscheid.»

3. Unbekannte Köpfe

Der Erbschaftssteuer-Initiative wird als typisch linke Umverteilungs-Vorlage wahrgenommen. Dabei liegt der Lead im Abstimmungskampf eigentlich bei der Evangelischen Volkspartei (EVP). Eine bürgerliche Kraft soll die Glaubwürdigkeit der Initiative erhöhen. Nur merkt man bislang kaum etwas davon. Andreas Käsermann räumt dies indirekt ein: «Für die EVP allein wäre die Kampagne kaum zu stemmen gewesen.» Deshalb spielen auch SP, Grüne und Gewerkschaften im Abstimmungskampf eine wichtige Rolle.

Heiner Studer (EVP) soll der Vorlage zum Durchbruch verhelfen, obwohl er seit acht Jahren nicht mehr im Nationalrat sitzt. Bild: KEYSTONE

Die einst stolze EVP verfügt noch über zwei Nationalrätinnen, die kaum jemand kennt. Aushängeschilder mit nationaler Ausstrahlung sucht man vergebens. Die Erbschaftssteuer wäre an sich eine gute Gelegenheit, um sich zu profilieren, meint Mark Balsiger. Als wichtigster Exponent aber ist Heiner Studer aktiv, der seinen Aargauer Nationalratssitz vor acht Jahren unfreiwillig räumen musste. «Warum setzt man nicht auf Studers Tochter Lilian?» fragt sich Balsiger. Die Aargauer Grossrätin kandidiert für den Nationalrat, ist jung, weiblich und telegen.

4. Holzhammer-Gegner

Initiativen mit linkem Background haben es in der Schweiz grundsätzlich schwer, vor allem wenn sie auf Umverteilung abzielen. Entsprechend wuchtig werden sie in der Regel abgelehnt, auch weil die Initianten in der Regel zu verkopft argumentieren und vor Emotionen zurückschrecken. Der berüchtigte SVP-Werber Alexander Segert zog letzte Woche in einem Interview mit dem Online-Magazin Vice ein geradezu vernichtendes Fazit der linken Kampagnen der letzten Jahre: «Man kann nicht einmal sagen, sie sind grottenschlecht. Sie sind einfach fad.»

Plakat des des Komitees «zur Rettung des Werkplatzes Schweiz».

Die Gegner der Erbschaftssteuer dagegen haben keine Scheu vor Holzhammer-Methoden. Bestes Beispiel ist das Plakat des Komitees «zur Rettung des Werkplatzes Schweiz», das seit letzter Woche im öffentlichen Raum zu sehen ist. Das Sujet hat auf den ersten Blick nichts mit der Erbschaftssteuer zu tun, doch im Gegensatz zur Justitia-Statue ist es markant und einprägsam. Ähnlichkeiten mit SVP-Kampagnen sind kein Zufall: Das Komitee wird von SVP-Leuten getragen.

5. Meilis vernachlässigt

Ähnliches könnten die Befürworter auch, wenn sie denn wollten. Das zeigt ein Tweet, den die Brüder Daniel, Marcel und Martin Meili am Wochenende verschickt haben. Ihr Motiv visualisiert auf einfache und verständliche Weise, dass die reichsten zwei Prozent in der Schweiz gleich viel besitzen wie die restlichen 98 Prozent. 

Es sei «viel besser» als die Justitia, sagt Balsiger. Er fragt sich, warum die Initianten nicht stärker mit den drei Zürcher Millionären arbeiten, die sich für die Erbschaftssteuer einsetzen: «Es ist etwas vom Besten, was ihnen passieren konnte.»

Ob es noch helfen würde, scheint fraglich. Obwohl es vernünftige Gründe für die nationale Erbschaftssteuer gibt, dürfte die Initiative zu einem weiteren Debakel für die Linke werden. Auch weil sie es partout nicht fertig bringt, zündende Kampagnen zu entwerfen.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 12:51
    Highlight Kein Wunder fühlen sich die Reichen in der Schweiz so wohl. Wenn jeder Versuch, den Reichtum fairer zu verteilen von den Rechtsparteien dermassen verdreht wird, dass am Ende alle Bürger brav der Rübe vor ihrer Nase folgen, die sie dann trotzdem nie erhalten werden.
    0 0 Melden
  • oskar 12.05.2015 19:31
    Highlight ach, mal wieder völlig verkopft. die kampagne ist ein konsensentscheid intellektueller linker und dürfte wirklich nur ihresgleichen ansprechen. dilletantisch
    19 7 Melden
  • Angelo C. 12.05.2015 15:19
    Highlight Auf den ersten Blick wäre gegen eine Erbschaftssteuer (so sie denn die AHV und andere wertige Institutionen unterstützt hätte) im oberen Vermögensbereich denkbar gewesen. Beim zweiten Blick werden wir aber gewahr, dass es sich dabei a. um bereits einmal versteuertes Vermögen geht, und b. vor Allem aber auch, wie destruktiv so eine Steuer für familiäre KMUs und Familien, die eine Erbaufteilung vornehmen müssen (letztere bei Liegenschaften etc) wirken kann. Geht eine Firma z.B. Im Todesfall vom Vater auf den Sohn über und dieser muss sogleich 20% E-Steuer bezahlen, zumal wenn praktisch alles Bargeld in der Firma angelegt ist, dann muss er entweder schliessen oder neue Kredite aufnehmen, was natürlich auch zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen kann. Dies gilt auch bei Kindern, wo eines davon das Elternhaus übernimmt und dann schon seine Geschwister auszahlen muss. Und wenn man all dies bedenkt, dann merkt man, wieso die Erbschaftssteuer im Juni den Bach runtergeht, nämlich weil die meisten Schweizer denkfähig sind und 1 + 1 zusammenzählen können.
    31 14 Melden
    • Matthias Studer 12.05.2015 15:35
      Highlight Stimmt nicht ganz. Die Erben können über mehrere Jahre die Steuer zahlen.
      9 26 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 12.05.2015 15:41
      Highlight nenne mir eine KMU mit 50mio? das wäre nämlich der Betrag den die initianten einsetzen. dein letzter satz hört man immer aus der svp ecke... nach dem volk schwatzen. immer mit seitenblick auf die mehrheiten und das gute geld.
      19 26 Melden
    • Angelo C. 12.05.2015 16:24
      Highlight @Studer - stimmt so nicht ganz :-)! Ich zitiere aus dem Parlament : "Gehören Unternehmen oder Landwirtschaftsbetriebe zum Nachlass oder zur Schenkung und werden sie von den Erben, Erbinnen oder Beschenkten mindestens zehn Jahre weitergeführt, so hat der Gesetzgeber für deren Besteuerung besondere Ermässigungen vorzusehen, damit ihr Weiterbestand nicht gefährdet wird und die Arbeitsplätze erhalten bleiben."
      Das heisst, dass sich Erben, ungeachtet aller wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, vertraglich verpflichten müssen, dass der Betrieb mindestens noch 10 Jahre weitergeführt wird. Sonst kommen sie noch immer an die Kasse....

      @Gasser : Gemäss ursprünglichem Initiativtext geht es de facto um 20 Millionen, der Vorschlag für 50 Mio. wurde erst nachträglich nachgereicht, als die Initianten merkten, dass ihnen so die Felle davonschwimmen ;-)!
      Es gibt aber durchaus auch KMUs, deren Wert sich locker auf 50 Mio. beziffert, das sind nämlich exakt diejenigen, welche relativ viele Arbeiter und Angestellte beschäftigen. Und genau die kämen teilweise massiv unter Druck.
      29 9 Melden
    • Matthias Studer 12.05.2015 17:11
      Highlight Was soll daran schlecht sein? Erben die den Betrieb weiter führen erhalten eine Ermäßigung. Die anderen haben ein einmaliges Einkommen und für das zahlen Sie Steuern. So sind keine Arbeitsplätze in Gefahr.
      14 23 Melden
    • nimmersatt 12.05.2015 17:51
      Highlight Rethorisch wunderschoen mit differenzierendem anschein! Inhaltlich sehr undifferenziert:

      Alle angeführten aspekte werden durch den initiativtext wiederlegt oder untrliegen dem ermessen des (bürgerlich dominierten) parlaments... Zum punkt der mehrfachbesteuerung: wir werden tagtäglich/jährlich in gewissem masse doppelt besteuert (mehrwertsteuer, einkommenssteuer). Über eine mehrfach besteuerung zu klagen ist nicht sehr einfallsreich und taugt, ohne dabei den nominalen wert zu nennen, nichts. Die Frage ist nicht wie oft was besteuert wird, sonder was die besteuerung ausmacht.
      12 21 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 12.05.2015 23:08
      Highlight @Angelo: Ganz schwache Antwort auf meinen Einwand. Der Wert eines Unternehmen richtet sich bestimmt nicht nach der Anzahl Arbeitsplätze. Ein Reinigungsunternehmen oder die Gastronomie haben rasch viele Angestellte, sind dennoch nicht grossartig bewertet. Das ist nämlich genau der Grund, warum der KMU Verband für die Initiative ist. Weil am Schluss jemand muss das Loch in der AHV stopfen. Sind wir hier dagegen, werden wir alle höhere Steuern zahlen müssen. Sowas sagt dann am Schluss keiner.
      6 5 Melden
  • phreko 12.05.2015 14:42
    Highlight Die Diskussionen zu solchen Abstimmungen zeigen leider wie wenig Nutzen die direkte Demokratie hat, wenn sogsr ein Grossteil der Diskussionateilnehmer schlicht uninformiert ist, oder nicht in der Lage ist den Inhalr zu verstehen.
    36 7 Melden
  • mxvds 12.05.2015 14:38
    Highlight Ich bin dieser Initiative nicht ganz abgeneigt, nur finde ich den ("Frei") Betrag mit 2 Millionen knapp berechnet. Schon mal auf Homegate nachgeschaut was ein Einfamilienhaus in der Region Zug, Zürich, Genf kostet? Der Boden wird in den nächsten Jahren immer teurer & diese Immobilien steigen im Wert. Wir (ich) selbst bin davon betroffen, da unserer Familie seit 4. Generationen ein Haus mit direktem Seeanstoss am Zugersee gehört. Der Wert ist 10x so hoch als der damalige Kaufpreis und als "normalo" kann ich es mir niemals leisten dieses Haus auszubezahlen und würde es dadurch verlieren.
    33 10 Melden
    • mxvds 12.05.2015 15:09
      Highlight Noch zur Ergänzung: Ich wäre ja für einen Betrag ab 10 Millionen dafür aber einen grösseren Prozent Satz (mit der Ausnahme bei den Unternehmungen). Dann würde es nämlich auch wirklich die "chröpfen" die es sollte und nicht der Mittelstand.
      14 10 Melden
    • nimmersatt 12.05.2015 18:05
      Highlight Das haus dürfze wohl bereits unlaengst abbezahlt sein. Neben der Tatsache dass die eigentümer des hauses - wohl seit generationen - keine miete bezahlen musste und daher wohl auch noch ein bisschen geld zu vererben haben, bestehen unzaehlige möglichkeiten für eine finanzierung um den verlust abzuwenden. Meine tränen lassen nach
      8 23 Melden
    • mxvds 12.05.2015 19:33
      Highlight @nimmersatt Ein 200 Jahre altes Gebäude benötigt Unterhalt und aufwändige Renovationen die nicht kostenlos sind und jeweilige Aufstockungen der Hypothek benötigen. Zudem war unsere Familie nie reich, viel Geld fliesst da nicht. Ich kann verstehen, dass das für auswärtige Personen die nicht mit solchen familiären Gebäuden in Verbindung stehen oder gar kein Erbe besitzen kalt lässt.. aber nur weil es einen selbst nicht betrifft muss man es ja nicht allen anderen vermiesen. Diese Initiative wird einige Familien in diesen Regionen treffen - bei denen die es aber "Zahltag" würde haben bis dann 100% ein Schlupfloch gefunden.
      21 3 Melden
    • nimmersatt 12.05.2015 20:13
      Highlight C'mon, dann zahlst du halt monatliche erbschaftssteuer statt miete, da stehst du noch immer besser da als 90% der Mieter; und hast nicht zu getan.. Wen interessierts?
      5 21 Melden
    • mxvds 12.05.2015 21:32
      Highlight also dann dürfte ich eine Steuerschuld von CHF 600'000.- abbezahlen(?), mit Zins gibt das doch noch eine ziemliche Miete. Spätenstens in der Rente bezahle ich mit meinem Erbe (AHV Geld) meine Erbschuld... Naja, Umverteilung, stimmt :-)
      19 2 Melden
  • nimmersatt 12.05.2015 14:27
    Highlight Ein stimmvolk, das die emotion den argumenten vorzieht, ist des stimmrechts unwürdig
    24 27 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 13:46
    Highlight Gegen eine erbschaftssteuer waere eigentlich nicht viel einzuwenden, wenn diese zu uebertragende vermoegen nicht schon unzaehlige male be- und versteuert wurde.

    Wie viele male soll das selbe noch besteuert werden ? Da helfen auch keine mindestbetraege, freigrenzen. Die initiative ist IMHO abzulehnen.

    .
    32 13 Melden
    • Matthias Studer 12.05.2015 14:27
      Highlight Stimmt nur bedingt. Es gibt enorm viele Schlupflöcher (ja ganz legal) in unserem Steuersystem, dass man nicht davon ausgehen kann. Die Schlupflöcher wurden immer wieder versucht zu stopfen, leider ohne Erfolg Dank den Bürgerlichen.
      10 25 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 14:45
      Highlight Es gelingt vermutlich nur wenigen ohne einkommensteuer zu entrichten gleichzeitig noch zu vermoegen zu kommen. Selbst ein bereits ererbtes "familienvermoegen" wird bei jeder sich gebenden gelegenheit (da gibts einige) weiter besteuert.

      Steuergesetze koennen und werden nie ganz gerecht sein, aber die masslosen umverteilungwuensche so wie sie immer wieder von der gleichen seite gefordert wird bringt auch nicht mehr gerechtigkeit. Mit viel geld, viel vermogen bin ich flexibel, am ende bezahlt immer der kleine mann die rechnung.
      8 8 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 12.05.2015 15:00
      Highlight Die die es erhalten, haben es aber definitiv nicht versteuert. Das geschah durch die Generation vor Ihnen, wenn Sie es denn taten. Deshalb ist die Initiative gerecht. Das zeigen erstens die Gebrüder Meili auf, und zweitens empfehle ich dir das Buch von Thomas Piketty "Das Kapital im 21 Jahrhunder". Er zeigt die Vermögensakumulation von rund 2% der Bevölkerung auf und wie diese Kaste unser Wertesystem und Demokratie unterwandert.
      12 11 Melden
    • Matthias Studer 12.05.2015 15:38
      Highlight Die meisten neuen Millionäre in der Schweiz kamen zu einem Vermögen durch Erbschaft.
      10 14 Melden
    • Lowend 12.05.2015 15:47
      Highlight Und genau das gleiche könnte man über die MwSt sagen, denn jeder Franken, den ich verdient habe, wurde schon mal versteuert, aber trotzdem zahlen alle ohne zu murren und für die Reichen und Superreichen wäre dann genau das gleiche des Teufels? Bei manchen Argumenten, die vermutlich ohne zu überlegen vom Argumentatorium der Gegner abgeschrieben werden, zweifelt man echt am Verstand der angeblich mündigen Bürgern!
      11 20 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 20:21
      Highlight @peter Gasser - und nach der erbschaftsteuer folgen unendlich weiter(e) steuern. Im uebrigen sind mit die 2% kaste so was von egal, ich und mit mir viele andere sind trotzdem faehig ein gutes leben zu fuehren. Die CH hat immer noch fuer alle ein ausgezeichnetes bildungssystem, eine infrastruktur die nahezu perfekt funktioniert und die wenigen sozial schwachen koennen (noch) bequem von den erwerbenden getragen werden.

      @mathias studer ...und wo liegt das problem, neidisch ?
      ein haeuschen, dass sich der grossvater oder vater im sinne eines generationevertrages erarbeitet hat ist heute schnell millionen wert. Wer traegt den nutzen, wenn diese zukuenftig
      besteuert werden soll. (wer kauft die wohl und macht danach auf rendite ?)

      @lowend MwSt. waere eine loesung (ist IMHO viel zu tief angesetzt), wer konsumiert bezahl, wer viel konsumiert bezahlt mehr dafuer koennte man z.b. gleich die direkte bundessteuer und einiges andere eliminieren und haette vermutlich eher wieder mehr geld in den kassen.

      6 4 Melden
  • Matthias Studer 12.05.2015 13:10
    Highlight Noch Fragen?
    12 18 Melden
    • Lumpirr01 12.05.2015 14:19
      Highlight @Matthias Studer: Diese Zahlen sind schon richtig! Aber man könnte ja auch mal das ganze umkehren und eine Kurve darstellen, welche aufzeigt, welche Gegenleistung in Form eines Infrastruktur - Nutzen der Steuerzahler z. Bsp. pro 1'000.-- SFr bezahlte Vermögenssteuer bekommt. Das fängt links bei unendlich riesig an, weil diese Gruppe gar nichts bezahlt. Auf der rechten Seite wird der Nutzen immer kleiner und endet bei den Reichsten praktisch bei Null! Wenn man sich mal gründlich die Frage stellen würde, wer teilweise unser Leben bezahlt, würde sich da schon ein wenig ein anderes Bild ergeben!
      22 10 Melden
    • nimmersatt 12.05.2015 15:24
      Highlight @Lumpiir: welch abstrus tautologische argumentation! Die geschilderte Kurve entsteht logisch, ist sie doch relativ zur anderen - daher auch in keinster Weise als Gegenargument zu gebrauchen. Die Frage ist nur weshalb dies so ist und ob dies angebracht ist. Die Antwort waere: historische transgenerationale akkumulation von vermögen - die zweite haengt vom moralischen standpunkt ab.
      7 19 Melden
    • Lumpirr01 12.05.2015 15:58
      Highlight @nimmersatt: Ist es denn für Sie eine abstruse Fragestellung: Was gebe ich dem Statt und was bekomme ich dafür???
      15 4 Melden
    • Lumpirr01 12.05.2015 16:32
      Highlight @nimmersatt: kein Gegenargument? Die Einstellung für die Gerechtigkeit / Zahlungsmoral für Steuern hängt doch bei den Meisten davon ab, was mit den Steuern gemacht wird. Und die Steuermoral in der Schweiz beurteile ich momentan eher als gut. Die guten Steuerzahler zu vergraulen, ist so ziemlich das dümmste, was man machen könnte. Unsere Schweiz braucht im Moment wirklich nicht mehr Beamte!
      19 4 Melden
    • nimmersatt 12.05.2015 17:09
      Highlight Lumpirr: ihre argumentation hat folgende Probleme:
      1. vernachlässigen sie die historischen vorbedingungen: Reichtumsakkummulation, Steuerpolitik, etc. dies führt dazu, dass sie
      2. akkumulation von meist endlichen Ressourcen (endlich, da meist nur knappes gut= wertvolles gut: Boden, rohstoffe etc.) diese ressourcen anderen entzieht
      3. vernachlässigen sie, dass viele aspekte durch steuergelder erzielt werden, die nicht gemessen werden können, jedoch gerade für den Reichtum und dessen weitere Akkumulation unabbdingbar sind (Sozialer Friede und politische Stabilität, Mobilität der Arbeitskräfte und Güter, Rechtssicherheit, Etc.)

      Aber sorry auch, das ist wiedermal so ne verkopfte argumentation
      6 19 Melden
  • Amboss 12.05.2015 12:27
    Highlight Ich glaube, dee wahre Grund am stets grandiosen Scheitern linker Initiativen ist folgender: Es ist einfach eine neue Steuer. Mehr Geld in den Rachen von Papa Staat. Soll mich das begeistern?
    Es bringt dem kleinen Mann genau gar keine Verbesserung, wenn Papa Staat etwas mehr Geld erhält.
    Die Linken müssen ihre Anliegen besser verknüpfen. zb: Erbschaftsteuer für ÖV-Projekte oder so
    22 28 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 12.05.2015 12:40
      Highlight Ich weiss nicht wie alt du bist, aber die Verknüpfung Erbschaftssteuer mit AHV finde ich in vielerlei Hinsicht sehr gelungen! Und übrigens auch folgerichtig.
      31 8 Melden
    • Pascal Mona 12.05.2015 12:50
      Highlight Häää und du findest nun dein "ÖV-Projekt" derart viel besser als die AHV zu finanzieren? Würde es in irgendein supi ÖV-Projekt wie 15 Minuten-Takt blabla gesteckt (wobei dann ausserhalb der Stosszeiten trotzdem 80 % leer ist) würde ich die Erbschaftssteuer definitiv nicht befürworten...
      23 0 Melden
    • Luki Bünger 12.05.2015 13:02
      Highlight Mit zwei Eltern erbt der kleine Mann bis zu 4 Millionen unversteuert und ist dann ab sofort ohne eigenes Zutun kein kleiner Mann mehr. Man könnte den Betrag von mir aus auch bei 10 Millionen (5 pro Elternteil ansetzen).
      Die Initiative zielt auf immensen Familienbesitz ab, der seit Generationen nicht reinvestiert, also der Volkswirtschaft faktisch entzogen wurde, sich aber aufgrund unseres Finanzsystems trotzdem autark einfach vermehrt.
      Ich fänd's auch toll, wenn man nicht regulieren müsste und die Leute von selbst verstünden, dass gehortetes Geld den Mitbürgern schadet. Aber ebe ...
      23 12 Melden
    • Amboss 12.05.2015 13:33
      Highlight @ Mona: ob die ÖV Idee so viel besser ist weiss ich nicht. Vielleicht.
      was ich sagen möchte ist, dass die Linke immer mit Projekten kommt, die im Ergebnis was haben? Eine neue Steuer, mehr Geld für den Staat. Wow. Das begeistert niemanden.
      Sie müsste mit etwas kommen, was MIR direkt etwas bringt. Und nicht meiner Grossmutter.
      5 5 Melden
    • solum 12.05.2015 14:03
      Highlight Als ob diese Regulation etwas bringen würde. Lies dich mal besser in die finanzpolitische Situation der westlichen Länder ein. Das zusätliche Geld wird vor allem in den Ausbau des Staatsapparats gesteckt und wenig davon fliesst zurück zum Volk. Der Bund ist stolz darauf, dass er zur CH-Spitze gehört, wenn es darum geht neue Arbeitsplätze zu schaffen...
      Die Umverteilung ist leider nicht viel mehr als Theorie. Zu beiden Punkten wurden Studien in der CH durchgeführt. Die Theorie hört sich verführerisch an, das ist ja das Ziel!
      3 5 Melden
  • solum 12.05.2015 11:29
    Highlight Es ist grundlegend falsch, dass das Volk über das versteuerte Vermögen anderer entscheiden soll...
    19 34 Melden
    • Ruffy 12.05.2015 12:21
      Highlight LOL wer solls denn sonnst entscheiden, sollen Steuern freiwillig sein und jeder zahlt was ihm gerade passt?
      36 7 Melden
    • 1337pavian 12.05.2015 12:23
      Highlight Das Volk und die Anderen: Logikfehler oder Freud'scher Versprecher?

      Neben dem Volk gibt es keine 'Anderen'.
      22 4 Melden
    • Luki Bünger 12.05.2015 12:48
      Highlight @1337pavian:

      Dochdoch, "das Volk und die Anderen", das beschreibt den status quo (wohl unfreiwillig) ziemlich exakt.
      20 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 22:35
      Highlight Es ist auch grundlegend falsch, dass 2% der Bevölkerung 50% des Vermögens besitzen.
      4 2 Melden
  • Lumpirr01 12.05.2015 11:18
    Highlight Ein weiteres Problem wären die vielen unverteilten Erbgemeinschaften, die bis X - Generationen zurückgehen und wo sich die aktuellen Erben gar nicht mehr persönlich kennen und global zerstreut leben. Für deren schleppende Aktualisierungen vernimmt man von den Grundbuchämtern nur ein ungläubiges Jammern. Fast unmöglich, da eine gerechte Lösung zu finden. Der einzelne Erbe bezahlt zwar teilweise happige Vermögenssteuern, ohne dass die Erbengemeinschaft einen Ertrag in Form von Bargeld ausschütten würde, um diese fälligen Vermögenssteuern zu bezahlen! Liebe Grossväter, verbockt nicht die Zukunft!
    13 7 Melden
  • wololowarlord 12.05.2015 09:45
    Highlight Die linken sind in der schweiz einfach viel zu zahm, wie will man so gegen die svp gewinnen?
    37 14 Melden
  • Lowend 12.05.2015 09:35
    Highlight Die Sozialdemokraten haben es leider nie geschafft, die Wähler derart gekonnt um den Finger zu wickeln, wie dass die Bürgerlichen und die SVP immer so geschickt anstellen, was aber daran liegen könnte, dass sie sich die vielen teureren Werbe- und PR-Agenturen niemals leisten können. Die Werbung der SP ist eher "handglismet", wirkt als ob jemand am Compi rumbastelt und ist darum bei weitem nicht so effektiv, wie es skrupellose PR-Profis können! Geld spielt eben doch eine Rolle in der Politik, sonst würden ja gewisse Parteien nicht jährlich 20 Millionen Franken oder mehr für Werbung ausgeben.
    57 39 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 12.05.2015 09:28
    Highlight Dafür wäre genau diese Initiative so wichtig! Überall sehe ich Stimmen die sich gegen die Initative wenden, mit zum Teil unwahren und verzehrten Argumenten. Das Geld schützt sich! Das Holzhacker Plakat von Leuten, die Vordergründig die AHZ zu schützen vorgeben, dafür hätte es mit Ihnen niemals eine gegeben! Was machen die Linken? Sie schweigen lieber! Herr Ledergerber, welche eine politische Kolumne hat, erklärt lieber die Gewerkschaften in Deutschland anstatt das er für politische Themen hier einstehen würde! Wo sind bloss die pointierten linken Stimmen wie einmal ein Bodenmann geblieben?
    57 22 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 09:20
    Highlight Traurig ist, dass die Initianten es nicht fertig bringen, den Trumpf dieser Initiative auf den Tisch zu legen.
    Nur wer mehr als 2 Millionen erbt, muss das Geld versteuern.
    Anhand vieler Kommentaren kann man feststellen, dass dies den meisten nicht bewusst ist. Da meinen Leute, wenn sie ihr Eltern Haus erben müssen sie darauf steuern zahlen usw.
    Aber leider haben es die linken noch nie verstanden richtig Werbung zu machen. Ansonsten wäre ihnen diese Initiative auf sicher. Denn 80 Prozent der Wähler würden von der Erbschaftsteuer profitieren.
    52 28 Melden
    • NoraDrenalin 12.05.2015 09:48
      Highlight Und was, wenn das Elternhaus einen Wert von 3,5 Mio. hat? Muss ich es dann verkaufen, um für die Steuern aufzukommen? Eine halbe Million habe ich leider nicht so auf der hohen Kante. Wie wird das geregelt?
      29 19 Melden
    • poga 12.05.2015 10:37
      Highlight Mit den 80prozent bin ich ein bisschen skeptisch. Es ist doch so dass linke Kreise grundsätzlich am liebsten alles Geld auf alle aufteilen würden. So weit so gut. Nur sind die meisten Leute der ansicht dass man sein Geld eigentlich erarbeiten muss. Ich denke das ist einer der Hauptgründe warum linke Initiativen grundsätslich einen schweren Stand haben.
      31 15 Melden
    • phreko 12.05.2015 11:47
      Highlight Noradrebalin, du bist gerade ein typisches Beispiel für diese unwissenheit: 2 elternteile = 4 mio freibetrag.
      17 5 Melden
    • 1337pavian 12.05.2015 12:25
      Highlight poga: Erarbeiten, nicht ererben. Und wie hiess nochmal das Sprüchlein:

      'Wer arbeitet, der hat keine Zeit, Geld zu verdienen.'
      13 1 Melden
    • Pascal Mona 12.05.2015 12:47
      Highlight ich bin mit den 80 % auch skeptisch, vermutlich liegt der Wert eher bei 90 %! Gab vor 1-2 Jahren eine Studie der CS über die Vermögensverteilung, 1 % der reichsten Schweizer besitzt 40 %! des Vermögens, 10 % der reichsten Schweizer besitzen 75 %!! des gesamten Vermögens! Ich würde mal behaupten so ziemlich alle welche ausserhalb dieser 10 % der reichsten Schweizer liegen, haben kein Vermögen von über 2 Millionen (okay beweisen kann ich es nicht). Zudem ist die Schweiz das einzige Land in welchem das Vermögen nicht gleichmässiger verteilt ist als in den letzten 100 Jahren. Absolut Pro
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    • poga 12.05.2015 12:53
      Highlight @pavian Irgendjemand hat sich das Geld erarbeitet. Aber ich habe die Aussage nicht auf die Initiative bezogen sondern auf das Gesammtbild.
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    • Gelöschter Benutzer 12.05.2015 22:41
      Highlight @poga
      Man kann gar nicht genug arbeiten um so viel Vermögen anzuhäufen wie die Reichsten. Nicht wenn man "nur" einen gerechten Lohn für seine Leistung bekommt...

      Oder haben Vasella & co. ihr Geld wirklich verdient?

      (Das ist jetzt auch nicht auf die Initiative bezogen)
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    • 1337pavian 16.05.2015 13:09
      Highlight Finanzielle Mittel kann man doch als eine Art Indikator für gesellschaftliche Relevanz ansehen. Man spricht ja gerade deshalb von 'Mitteln'; Mittel zum Zweck und Letzterer ist die Handlung, die Verrichtung von Arbeiten, deren Sinn widerum es ist, Ordnungen zu schaffen.

      Punktum: Das mit Monsanto ist so eine Sache. Man weiss icht recht, in welchem Detail der Teufel steckt. Der Spriess [spihsä] im Auge lässt einen das Brett vor dem Kopf nicht sehen:

      Das Problem ist nicht ökologisch, sondern politischer Natur!

      Die Natur ist der Ursprung allen Lebens; wieso sollten die GMOs da gross auffallen?
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Darum geht es der Frau, die die SVP künftig einfach ignorieren will

Für ihren Appell, Rechtspopulisten öffentlich zu ignorieren, erntete Feministin Franziska Schutzbach harsche Reaktionen. Im Interview sagt sie, weshalb die Angst vor der Zuwanderung für sie ein Huhn-Ei-Problem ist. Und warum mehr Politikerinnen aus dem Ratssaal stürmen sollten wie Simonetta Sommaruga.

Frau Schutzbach, würden Sie Roger Köppel am Strassenrand stehen lassen, wenn Sie Taxifahrerin wären?Franziska Schutzbach: Ja, ich denke schon.

In einem umstrittenen Blogeintrag plädieren Sie dafür, rechtsnationale Kräfte komplett zu ignorieren. Was erhoffen Sie sich davon?Mir geht es darum, was der Einzelne gegen Akteure ausrichten kann, die menschenfeindliche Positionen vertreten. Mein Punkt ist: Auch wenn man als Taxifahrer nicht die Möglichkeit hat, sich politisch mit der SVP anzulegen, …

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