Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gesundheit

Knaben sollen sich gegen Penis- und Anal-Krebs impfen, sagt Bern

Umfrage

Anal-Krebs! Bist du geimpft?

  • Abstimmen

261 Votes zu: Anal-Krebs! Bist du geimpft?

  • 7%Ja, das muss sein!
  • 85%Noch nie davon gehört.
  • 8%Ich bin grundsätzlich gegen Impfungen.

Die Impfung gegen sexuell übertragbare humane Papillomaviren (HPV) wird Mädchen und jungen Frauen seit Jahren empfohlen. Nun weitet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Empfehlung auf Knaben und junge Männer aus. Eine solche Impfung könne Penis- und Analkrebserkrankungen eindämmen.

Seit 2007 empfiehlt der Bund jungen Frauen die HPV-Basisimpfung im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs und weitere durch das Virus verursachte Krankheiten. Neue Studien belegen nun laut dem Bund, dass die Impfung auch für Knaben und junge Männer von Nutzen sein könnte, wie es im BAG-Bulletin vom Montag hiess.

Das BAG schliesst sich der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) an, welche eine Impfung für junge Männern vor einem Monat empfohlen hat. Knaben und junge Männer sollten sich gemäss der Empfehlung im Alter von 11 bis 26 Jahren, vorzugsweise zwischen 11 und 14 Jahren – vor Beginn der sexuellen Aktivität – impfen lassen.

Steigende Krankheitszahlen

Die ergänzende Impfung wird zur Prävention von Genitalwarzen empfohlen, aber auch zur Vorbeugung von für Männer gefährlichen HPV-assoziierten Krebserkrankungen wie Anal- oder Peniskrebs. Die HPV-Infektion ist laut BAG eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten und betrifft besonders junge Altersgruppen beider Geschlechter – Tendenz steigend.

«Die HPV-Impfung für junge Männer erlaubt es, dass beide Geschlechter die Verantwortung für Themen wie die sexuelle und reproduktive Gesundheit tragen.»

In der Periode 2007 bis 2011 sind laut dem Nationalen Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (NICER) jährlich durchschnittlich zwischen 79 und 183 Männer und zwischen 285 und 320 Frauen an HPV-assoziiertem Krebs erkrankt. Eine Impfung hätte diese Fälle theoretisch verhindern können. 

«Es sind aktuell zwei Impfstoffe gegen HPV verfügbar», teilte das Bundesamt mit. Der Impfstoff Gardasil schütze vor einer Infektion durch vier HPV-Typen und stelle damit den wirksamsten Schutz vor den Viren dar. Der andere Impfstoff Cervarix schütze nur vor zwei Typen.

Viele offene Fragen

Das BAG empfiehlt die Impfung für junge Männer, obwohl aktuell noch keine Kosteneffektivitätsanalysen vorliegen. Die Impfung beider Geschlechter scheine im Vergleich mit der ausschliesslichen Impfung von Mädchen von Vorteil zu sein, schrieb das BAG – «allerdings bei höheren Kosten».

Ebenfalls offen sei die Frage nach der Wirksamkeit. Es existierten wegen der geringen Fallzahlen bisher keine Daten zur Impfwirkung. «Es ist bisher noch unklar, in welchem Ausmass eine Impfung von Knaben und Männern den Schutz der Frauen vor Gebärmutterhalskrebs erhöhen kann.»

Auch die Modalitäten der Kostenvergütung der HPV-Impfung für Männer sind in Ausarbeitung. Ein Entscheid wird in den nächsten Monaten erwartet.

Das BAG sieht in der erweiterten Impfempfehlung trotz der Unklarheiten positive Folgen: «Die HPV-Impfung für junge Männer erlaubt es, dass beide Geschlechter die Verantwortung für Themen wie die sexuelle und reproduktive Gesundheit tragen.» whr/(sda)



Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rostic 02.03.2015 20:35
    Highlight Highlight Ich hoffe sehr es gibt dann bald mal eine Impfung gegen Impfungen.
  • Mr. Kr 02.03.2015 17:42
    Highlight Highlight Hab noch nie davon gehört. Wieso kommen jedes Jahr immer so Warnung über irgendwelche Krankheiten auf.! Gab es diese Krankheit früher nicht oder was ist los? Penis- und Anal-Krebs. Was kommt als nächstes?
    • INVKR 02.03.2015 19:38
      Highlight Highlight Natürlich gab es das schon immer, aber es tritt halt bei europäischen Männern sehr selten auf (aus genetischen gründen). Deswegen hat auch kaum einer je davon gehört. Wie auch immer, selten ist selten, aber das tröstet die die es haben wohl wenig...
  • ConcernedCitizen 02.03.2015 16:21
    Highlight Highlight Geschickter wäre gewesen, den "Anal" Teil nicht so prominent zu erwähnen. In gewissen Kreisen wird es jetzt Widerstand geben, so nach dem Motto "mein Sohn ist doch nicht schwul". Fingerspitzengefühl???
    • The Destiny // Team Telegram 02.03.2015 18:00
      Highlight Highlight Wir wollen doch bei der warheit bleiben...
    • Yonni Meyer 02.03.2015 18:07
      Highlight Highlight Es heisst halt einfach Analkarzinom. Das ist der medizinische Fachausdruck. Hätten Sie denn eine moderatere Alternative? Homosexualität ist übrigens vollkommen normal und in Ordnung. Wenn man - oder spezifisch, die Medien - anfangen würde(n), medizinische Tatsachen wegzulassen, umzubenennen oder nur teilweise zu berichten, um die homophoben Gefühle gewisser Zeitgenossen nicht zu verletzen, dann würde das in meinen Augen ein ziemlich trauriges Zeichen setzen.
    • ConcernedCitizen 02.03.2015 18:37
      Highlight Highlight Ich denke pragmatisch: das Ziel des Ganzen sollte sein, möglichst viele Knaben zu impfen. Man sollte es also den Eltern möglichst gut verkaufen. Ich bin allerdings der Meinung, dass Betonung auf "Analkarzinom" bei vielen Eltern nicht unbedingt die besten Gefühle auslöst. Traurig hin oder her.

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

Die Sammlung soll indessen weitergehen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» …

Artikel lesen
Link to Article