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Luzerner Polizeikommandant wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

10.01.17, 08:40


Die Spitze der Luzerner Polizei wird sich vor Gericht wegen möglicher fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Der ausserordentliche Staatsanwalt hat gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann Anklage erhoben. Das Bezirksgericht Kriens hat als nächste Instanz über die Vorwürfe zu befinden.

ARCHIV --- Adi Achermann, Kommandant Luzerner Polizei, anlaesslich der Medienkonferenz der Staatsanwaltschaft Luzern und der Luzerner Polizei zum Grosseinsatz der Polizei in Malters bei einem Wohnhaus, in welchem sich eine Frau verschanzt und sich das Leben genommen hat am Mittwoch, 9. Maerz 2016, in Emmenbruecke. Gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann werde wegen des Einsatzes in Malters Anklage vor Gericht erhoben, teilte das Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement am Dienstag, 22. November 2016 mit. Das sei aus der Schlusseinvernahme hervorgegangen, sagte Polizeidirektor Paul Winiker in einer Videobotschaft. Er verwies auf die Unschuldsvermutung. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei. Bild: KEYSTONE

ARCHIV --- Daniel Bussmann, Chef Kriminalpolizei Luzern  informiert an der Medienkonferenz der Staatsanwaltschaft Sursee am 21. Maerz 2013 im AAL in Luzern zur Schussabgabe beim Toetungsdelikt in der Kronoswiss in Menznau vom 27, Februar 2013. Gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann werde wegen des Einsatzes in Malters Anklage vor Gericht erhoben, teilte das Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement am Dienstag, 22. November 2016 mit. Das sei aus der Schlusseinvernahme hervorgegangen, sagte Polizeidirektor Paul Winiker in einer Videobotschaft. Er verwies auf die Unschuldsvermutung. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern. Bild: KEYSTONE

Anlass der Anklage ist ein Polizeieinsatz vom März 2016 in Malters LU, bei dem sich eine verschanzte Frau das Leben genommen hat. Der Fall war von einem ausserordentlichen Staatsanwalt, dem Aargauer Christoph Rüedi, untersucht worden.

Am Dienstag, 8. März 2016, 16 Uhr, hatte die Luzerner Polizei im Rahmen eines Strafverfahrens des Kantons Zürich den Auftrag, in Malters eine Wohnung zu durchsuchen. Eine Frau, welche sich in der Wohnung aufhielt, verweigerte der Polizei den Zutritt und schoss aus dem Gebäude. Im Verlauf des Polizeieinsatzes nahm sich die Frau in der Wohnung mit einer Schusswaffe das Leben.
(Staatsanwaltschaft Luzern)

Der ausserordentliche Staatsanwalt wirft gemäss einer Mitteilung der Staatsanwalt Luzern vom Dienstag der Polizeispitze vor, sich für ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung entschieden zu haben, ohne Alternativen geprüft zu haben. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass die Intervention so nicht hätte durchgeführt werden dürfen und unverhältnismässig gewesen sei. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tiger9 10.01.2017 18:43
    Highlight Die Frau hat erst auf Menschen geschossen (Einsatzkräfte) und sich dann nach 17 Stunden (!) Warten und erfolglosen Verhandlungsversuchen von Seite Polizei, selber getötet.

    Schuld daran ist natürlich die Polizei, wie immer. Sonst alles klar?
    3 2 Melden
  • Rabbi Jussuf 10.01.2017 10:59
    Highlight Eine Untersuchung braucht es natürlich. Aber eine Anklage?
    Meiner Meinung nach ging die Polizei in diesem Fall viel zu vorsichtig und zu zögerlich vor. So hatte die Frau erst recht Zeit in Panik zu geraten und sich das Leben zu nehmen.
    8 14 Melden
    • JonathanFrakes 10.01.2017 11:17
      Highlight Sie scheinen detaillierte Informationen zu haben, die der breiten Öffentlichkeit nicht vorliegen. Oder worauf beruht Ihre Einschätzung?
      5 4 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 11:36
      Highlight ja, ich kenne den Fall etwas detaillierter.

      Verhältnismässigkeit?
      Erschiesst man sich selber wegen ein wenig Hanf?
      Was die Frau da abgezogen hat, war völlig sinnlos, darüber hinaus ging es nicht einmal um sie, sondern um ihren Sohn, der eh schon in Haft war.
      8 5 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 12:04
      Highlight Das Auge
      Du kennst den Fall nicht, also, was schwafelst du da rum?
      Die Frau hat die Hausdurchsuchung nicht zugelassen und aus dem Fenster geschossen. DANACH kam die Spezialeinheit.

      Die Polizei wusste (oder hätte wissen müssen) dass die Frau psychisch krank war.

      Wie gesagt, eine Untersuchung muss schon sein.
      3 0 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 15:28
      Highlight Das Auge
      Willst du es echt nicht sehen??
      Es war verhältnismässig ... bis die Frau schoss.

      Es ging nicht nur um "ein bisschen Unkraut"!

      Informiere dich doch einfach besser, bevor du schreibst.
      4 0 Melden
  • Spi 10.01.2017 09:52
    Highlight Könnte jemand den ausserordentlichen Staatsanwalt wegen Verschleuderung von Steuergeldern anklagen?
    15 27 Melden
    • Datsyuk * 10.01.2017 10:49
      Highlight Nein, wieso auch?
      13 5 Melden
  • Cadinental 10.01.2017 09:17
    Highlight Es ist wieder mal typisch. Wenn die Polizei entschieden vorgeht gibts Probleme, tut sie es nicht, fragen sich danach alle wo sie eigentlich waren......unsäglich!
    16 27 Melden
    • Datsyuk * 10.01.2017 10:49
      Highlight Jetzt wird das alles gut angeschaut. Verhältnismässigkeit? Wieso bildest du dir schon ein Urteil?
      13 1 Melden

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