Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nemo gewinnt vier Awards. Bild: KEYSTONE

Nemo räumt vier Awards an den SMA ab und Faber schiesst gegen die «konservativen Vögel»

09.02.18, 22:16 09.02.18, 23:33

Am Freitagabend haben sich die kommerziell erfolgreichsten Vertreter der Schweizer Musikszene zur Verleihung der 11. Swiss Music Awards (SMA) im Zürcher Hallenstadion getroffen. Überflieger Nemo wurde mit vier Pflastersteinen in die Kreativpause entlassen.

Über die SMA gibt's übrigens vor allem das zu sagen:

Aber nun weiter zu den Preisträgern: Züri West, so sagte Frontmann Kuno Lauener nur wenige Minuten nach Beginn der SMA-Show, haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Die Berner Band spielte viele Konzerte, aber auch der Tod von Kollegen wie Polo Hofer und Hanery Ammann haben sie beschäftigt. Umso mehr freuten sie sich nun über die Auszeichnung für das Best Album. «Super oder? super», sagte Lauener in seiner kurzen Dankesrede. «Wir haben Freude an dem Stein. Er gibt uns Rückenwind für eine neue Produktion und eine neue Tournee.»

«Wir haben Freude an dem Stein»

Kuno Lauener

Mit diesen Worten leitete er über zu der musikalischen Hommage an Hofer und Amman von Patent-Ochsner-Sänger Büne Huber und der Walliser Sängerin Sina.

Der Rheintaler 80es-Musiker Crimer setzte sich in der Kategorie Best Talent gegen die St. Galler Band Panda Lux und den Zürcher Rapper Stereo Luchs durch. Er freute sich, dass die Leute 2018 noch immer die Musik von vor 40 Jahren hören. Dieser Pflasterstein sei «der Grundstein meines ersten Hauses».

Ironie und Kritik

Beatrice Egli, die es bei den letztjährigen Swiss Music Awards vor Freude über ihren Preis «fast auf den Laden gehauen» hat, amtierte diesmal als Laudatorin in der Kategorie Best Female Solo Act. Überreichen konnte sie die Auszeichnung an die Luzerner Sängerin Eliane.

Einzige Gewinnerin: Eliane. Bild: KEYSTONE

Diese erinnerte sich an das erste Mal, als sie an den SMA nominiert war und leer ausging. Ihre beste Freundin hatte ihr damals einen Betonklotz nachgebastelt. «Einen echten in den Händen zu halten, ist aber noch besser», so Eliane.

Nicht nur wegen der massiven Untervertretung von Künstlerinnen in der Schweizer Popmusik, sondern auch wegen der hauptsächlich kommerziellen Kriterien für eine Nominierung, stehen die Swiss Music Awards immer wieder in der Kritik. Singer-Songwriter Faber, dem von seinen Künstlerkollegen der Artist Award zugesprochen wurde, sprach dies in seiner Video-Dankesrede auf ironische Weise an.

«An all die konservativen rechten Vögel, die sich an dieser Veranstaltung tummeln (...): Ich wäre froh, wenn ihr nicht so aktiv daran arbeiten würdet, die Schweiz kaputt zu machen.»

Faber in seiner Dankes-Rede quelle: srf

Wie der bewegenden Laudatio auf den verstorbenen Bassisten und Celtic-Frost-Mitbegründer Martin Ain, der posthum mit dem Tribute Award ausgezeichnet wurde, zu entnehmen war, hätte dieser in etwa gleich auf seine Auszeichnung reagiert. Nämlich «zünftig und sarkastisch», sagte Musikproduzent und Coroner-Bassist Tommy Vetterli in seiner Rede.

In der Kategorie Best Group konnten Züri West ihre zweite Auszeichnung abholen. «He, super, wir sind fast schon ein bisschen überwältigt», sagte Kuno Lauener.

Der Nemo-Lauf

Und dann fing es an: Der Rapper Nemo, der unlängst eine längere Kreativpause angekündigt hatte, konnte seinen ersten Betonklotz als Best Live Act abholen. Aus seinem gelben «Büechli» las er alle Leute ab, denen er diesen Erfolg zu verdanken hat.

Nur wenige Augenblicke später wurde er als Gewinner der Kategorie Best Breaking Act erneut auf die Bühne geholt. «Es geht megaschnell», sagte er, und konnte den Dank nachholen, den er vorher «trotz des Büechlis» vergessen hatte.

«Huere Crazy»: Nemo mit drei Awards. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Bieler hatte es noch nicht einmal zurück in die Halle geschafft, als ihm schon der der dritte Pflasterstein in der Sparte Best Male Solo Act in die Hand gedrückt wurde. «Es ist huere crazy», erwiderte Nemo perplex. «Es braucht eine Nacht, um darüber nachzudenken. Im Moment ist es gerade noch ein bisschen hui». Und noch einmal holte er sein Büechli hervor, in dem weitere noch unerwähnte Namen standen.

Und – etwas anderes konnte man sich zu dem Zeitpunkt schon fast nicht mehr vorstellen – auch für den Best Hit wurde der 18-jährige Rapper ausgezeichnet «Schön, dass jetzt ein paar der Leute, die ich vorhin erwähnt habe, mit mir auf der Bühne stehen», rundete er seinen Lauf ab. Und meinte damit seinen «Team Success Club», die Songwriters Dodo Jud, Lorenz Häberli und Marco Jeger. (dwi/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jjjj 10.02.2018 09:48
    Highlight Egli, Hecht & Nemo...
    🐳🐟🐠
    25 0 Melden
  • Hoppla! 10.02.2018 09:14
    Highlight Bei den Bildern weiss ich nie ob es das Gemeindefest Effretikon oder ein nationaler Award ist.
    43 3 Melden
  • manta 10.02.2018 08:26
    Highlight Und Zeal and Ardor sind leer ausgegangen?! Gerade bei dieser Band, die durch eine kreative Vermischung von Musikstilen das Metal-Genre Leuten zugänglich macht, die solche Musik vorher gemieden haben.

    11 6 Melden
  • Spooky 10.02.2018 08:00
    Highlight Die neue Cervelat-Prominenz 😂
    36 9 Melden
    • Echo der Zeit 10.02.2018 11:25
      Highlight Die Show ist richtig Gruselig - Nemo wird schön aufgebaut als Hip Hopi Schweizer brav Rapper - Der wird die nächsten Jahre dein Cervelat Salat Garnieren.Ich Schau da Rein und weiss was ich nicht Hören muss.
      7 2 Melden
  • siorpaesas 10.02.2018 06:07
    Highlight Noch nie von ihm gehört.. Ist aber wohl auch relativ unwahrscheinlich, dass seine Songs auf einer Drum 'n' Bass Playlist auftauchen.
    23 18 Melden
  • Funny 10.02.2018 04:25
    Highlight Beatrice Egli übergibt den "Best Female solo Act". Was war genau das Thema vor der Abstimmung...?
    29 5 Melden
  • udiuke 10.02.2018 00:54
    Highlight BAM! Vetterli versaut der sich auf die Schultern klopfenden Partygemeine die Party! Grossartig!
    29 12 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.02.2018 23:54
    Highlight Nun kürzlich habe ich hier schon einmal eine Kostprobe meines Musikgeschmacks gegeben. Dieser schien auf wenig Gegenliebe zu stossen, was mich nur motiviert, noch ein weiteres Lied zu präsentieren, diesmal Vikingmetal von den Faerörinseln.

    Auf das die durch schweizer Pop geschädigten Ohren linderung erfahren;-)
    50 19 Melden
    • Walter Sahli 10.02.2018 08:09
      Highlight Das ist auch lustig, aber bei weitem nicht so, wie das Andere!
      6 2 Melden
    • Echo der Zeit 10.02.2018 11:37
      Highlight Na Ja, diese Vikinger die sich denn Hintern in einer Hölle abfrieren und auf einem Knochen Rum kauen - es geht auch Moderner -
      2 2 Melden
    • der nubische Prinz 10.02.2018 11:41
      Highlight wow wie rebellisch, wäre ich doch nur so lässig wie du!
      #blöderkackpopimfall :(
      5 1 Melden
  • Driver7 09.02.2018 23:37
    Highlight Nemo..?? Also ich kenne nur den Fisch..
    77 55 Melden
    • Marlon Mendieta 10.02.2018 07:52
      Highlight Auch den darf man doch in einer Srf Sendung kopieren.
      Nein zu No Billag. Sonst findet diese grossartige Show in Zukunft im Rössli vor 21 Zuschauer statt😂
      24 9 Melden
    • Ürsu 10.02.2018 09:09
      Highlight Mich stört dein Bezug zu No-Billag. Ausser dass SRF überträgt. Organiert wird das ganze u.a. von der SUISA
      17 7 Melden
    • Marlon Mendieta 10.02.2018 11:50
      Highlight Der Bezug zur No-Billag ist auch nicht wirklich ernst gemeint.
      Aber diese ganzen musizierenden Cervalas sind halt Teil des SRG-Inventars. Besonders Nemo, der ja schon mal grösstes Schweizer Talent werden wollte.
      Na ja, kein Talent, dafür halt SMA.
      8 2 Melden

Das hat der Bundesrat heute alles entschieden

Die Wasserkraftwerke sollen für die Nutzung des Wassers weiterhin eine Abgabe in heutiger Höhe bezahlen. Nach Kritik in der Vernehmlassung verzichtet der Bundesrat darauf, die Wasserzinse zu senken. Entscheiden wird das Parlament. Die Regierung schlägt vor, das heutige Wasserzinsmaximum bis 2024 beizubehalten. Eine neue Regelung für den Wasserzins soll erarbeitet werden, sobald die künftigen Rahmenbedingungen klarer ersichtlich sind. Damit haben sich vor allem die Bergkantone durchgesetzt, …

Artikel lesen