Schweiz

Die Jungsozialisten (Juso) kritisieren die Preisspekulation immer wieder scharf. Zurecht?
Bild: KEYSTONE

Studie nimmt Juso Wind aus den Segeln: Spekulation soll Nahrungsmittel nur leicht teurer machen

14.09.15, 12:29

Die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist heftig umstritten. Sie treibe die Preise in die Höhe oder sorge für heftige Preisausschläge, kritisiert beispielsweise die JUSO. Einer Studie der Hochschule Luzern und der Universität Basel zufolge hat Spekulation allerdings einen geringen Einfluss auf Preis und Volatilität.

Zuckergewinnung durch Zuckerrüben: Beim «Weissen Gold» verhelfe die Spekulation sogar zu Preisstabilisierung – sagt die Studie.
Bild: KEYSTONE

Spekulation als isolierter Faktor sei für höchstens acht Prozent der Preis- und Volatilitätseffekte verantwortlich, schreiben die Studienautoren. In den meisten Fällen sei der Effekt sogar deutlich kleiner. «Politische Vorgaben wie Schutzzölle, Kontingente oder Preisvorgaben sind viel preistreibender als die Spekulation», sagte Projektleiterin Yvonne Seiler Zimmermann der Nachrichtenagentur sda. Bei Agrarprodukten führe zudem das Wetter zu starken Preisschwankungen.

Teilweise sogar positive Effekte

Bei einigen Nahrungsmitteln wirkt sich Spekulation der Studie zufolge sogar positiv aus. Bei folgenden Produkten dämpfe Spekulation die Preisausschläge und wirke damit stabilisierend auf den Markt:

Preistreibend wirke die Spekulation:

Hier ist Spekulation teilweise tatsächlich ein Problem: Kaffee.
Bild: Youtube/watson

Die Autoren haben für ihre Untersuchung einerseits eine eigene statistische Untersuchung durchgeführt. Zum anderen haben sie 100 Studien analysiert und eine Metastudie darüber erstellt.

47 Prozent der untersuchten Studien fänden einen abschwächenden Effekt von Spekulation, schreiben die Autoren. Das bedeutet, dass die Preisausschläge gedämpft werden. 37 Prozent der Studien hätten keinen Einfluss nachweisen können und nur 16 Prozent fänden verstärkende Effekte. (tat/sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Kza 15.09.2015 01:02
    Highlight Inwiefern nimmt die Feststellung, dass Spekulation die Lebensmittel verteuert, der Spekulationsstopp-Initiative den Wind aus den Segeln? Versteh ich nicht...
    3 3 Melden
  • pun 15.09.2015 00:38
    Highlight Mindestens die Meta-Studie würde ich mal spontan anzweifeln, da die meisten Studien zu diesem Thema von Finanzhäusern stammt oder finanziert wurde.
    2 3 Melden
    • pun 15.09.2015 13:20
      Highlight Oh und ist es ein Zufall, dass diese Studie genau zu dem Zeitpunkt herauskommt, wo der Nationalrat mit der Besprechung der Initiative beginnt?
      1 1 Melden
  • cZu 14.09.2015 23:23
    Highlight Wisst ihr, wer die Studie in Auftrag gegeben und damit finanziert hat? Economiesuisse, die Bankiervereinigung und der Rohstofflobby Commodity Club Switzerland. Objektivität der Studie? Null!
    5 3 Melden
  • atomschlaf 14.09.2015 21:56
    Highlight Mais und Weizen sind wichtig und lebensnotwendig. Kaffee und Fleisch sind es nicht. Einmal mehr nur Schall und Rauch von der JuSo.
    7 3 Melden
    • cZu 14.09.2015 23:26
      Highlight Für uns sind Kaffee und Fleisch tatsächlich unwichtig. Für die Kleinbauern aus Bolivien oder Burkina Faso hingegen schon. Und genau für diese Menschen wurde die Initiative lanciert.
      2 3 Melden
    • atomschlaf 15.09.2015 00:03
      Highlight @cZu: Für die Kleinbauern (=Produzenten) sind aber höhere Preise von Vorteil!
      5 2 Melden
    • cZu 15.09.2015 08:57
      Highlight Jein! Sie profitieren (leider) nicht von einer kurzfristigen Erhöhung der Preise, weil diese alljährlich festgelegt werden. Bei einer erhöhten Nachfrage haben die Kleinbauern mehr zu arbeiten, profitieren aber kaum von einem zusätzlichen Einkommen im Sinne von höheren Preisen (absolut gesehen natürlich schon). Siehe dazu der interessante Beitrag "Der Kakao wird knapp" auf ZeitOnline.
      0 1 Melden
    • _PP_ 18.02.2016 15:16
      Highlight Für die arme Bevölkerung sind höhere Preise aber überhaupt nicht von Vorteil! Diese Menschen können sich ihr Essen nicht mehr leisten und verhungern... Mit Essen spielt man nicht!
      0 1 Melden

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