Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
insekten insects insect insekt essen food grillen mehlwürmer grillen

Trotz gesetzlicher Erlaubnis werden in der Schweiz derzeit noch keine Heuschrecken als Lebensmittel verkauft.  Bild: shutterstock

Insektenfreunde müssen sich gedulden – Bewilligung für Krabbelfood fehlt

10.05.17, 10:30 10.05.17, 15:07


Seit dem 1. Mai sind in der Schweiz drei Insektenarten als Lebensmittel zugelassen: Grillen, Europäische Wanderheuschrecken und Mehlwürmer. Mehrere Unternehmen wollten sofort damit loslegen, die Krabbelsnacks an die Kundschaft zu bringen.

Dieses Vorhaben verzögert sich jetzt: Wie die Luzerner Zeitung berichtet, stehen schweizweit noch keine Insekten als Lebensmittel zum Verkauf. Der Grund dafür ist die fehlende Erlaubnis der Behörden.

Anbieter von Insektenfood wie Essento Food AG, Entomos AG oder der Grossverteiler Coop sitzen auf dem Trockenen. Sie alle hatten geplant, den Grossteil der Esswaren aus dem Ausland zu importieren. Dieses Vorhaben gestaltet sich nun schwieriger als erwartet.

Unser Food-Redaktor Oliver Baroni hat eine klare Meinung zum Krabbelfood

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verlangt von ausländischen Firmen, dass sie die hierzulande geltenden lebensmittelrechtlichen Anforderungen erfüllen und von den Lebensmittelbehörden ihres Landes kontrolliert werden. Das ist derzeit aber nicht der Fall. Denn Insekten werden in den von der Branche ins Auge gefassten Importländern wie Holland, Belgien oder Dänemark als Lebensmittel nur toleriert, aber sind nicht gesetzlich erlaubt.

Die Alternative zum Import, die Eigenproduktion, ist ebenfalls noch nicht angelaufen. Urs Fanger, Geschäftsführer der Entomos AG, kritisiert die Behörden: «Für uns als Hersteller war die Zeit zu knapp bemessen, um alle erforderlichen Dokumente bereitzustellen.» Das BLV habe die konkreten Richtlinien zur Produktion erst am 6. April publiziert, sagt Fanger in der «Luzerner Zeitung».

Das BLV wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Der Bundesrat habe sich Ende 2016 für die Zulassung von Insekten als Lebensmittel entschieden. Danach habe das BLV umgehend mit der Erarbeitung der nötigen Informationsgrundlagen begonnen. Alle hätten letztlich Neuland betreten, auch die Lebensmittelproduzenten, sagt ein BLV-Sprecher: «Das geht nicht von heute auf morgen». Wer in einen Mehlwurmburger, eine frittierte Wanderheuschrecke oder eine Grille mit Schokoladenüberzug beissen will, braucht also noch etwas Geduld. (cbe)

Krabbelküche: Insekten-Gerichte, die man uns schmackhaft machen will

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mukmuk 10.05.2017 11:23
    Highlight Gestern gabs an der Mensa der Uni basel ein insektenwrap.... also werden wohl doch Insekten gegessen....
    8 1 Melden
    • chnobli1896 10.05.2017 12:55
      Highlight Bei uns in der Kantine gabs heute scheinbar auch Mehlwürmer.
      3 0 Melden
  • Bits_and_More 10.05.2017 11:01
    Highlight Habe ein paar frittierte Heimchen an der Fantasy Basel probiert. Sehr knusprig, aber auch etwas fettig durch das frittieren und danke Chili uns Salz gut gewürzt. Einen Eigengeschmack der Insekten konnte ich nur schwer erkennen.
    Erstaunlich ist mehr, dass die Insekten auch zum Verzehr verkauft wurden, was doch im Widerspruch zu diesem Artikel stehen würde.
    14 1 Melden

Wie enthornen Bauern eigentlich ihre Kälber?

In der Schweiz lassen Bäuerinnen und Bauern jährlich rund 200'000 Kälber enthornen. Oder tun dies eigenhändig. Was löst die Enthornung bei einem Landwirt und einer Tierärztin aus? Eine Reportage

Leika ist hornlos geboren. Das rund drei Wochen alte Kälblein wurde durch einen Samen gezeugt, bei dem das Horngen nicht ausgebildet ist. Tierärztin Sandra Gloor greift dem zierlichen Jungtier an das Stirnbein, wo üblicherweise die Hornknospen wachsen würden. «Nichts», sagt sie.

Leika wird eine mittelgrosse Milchkuh werden, die Bauer Alois Huber in seine 60-köpfige Herde eingliedern will. «Wenn sie gesund bleibt», schränkt Huber ein. Der Aargauer SVP-Grossrat begann vor zwei Jahren hornlose …

Artikel lesen