Schweiz
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Vollgeld-Initiative verlangt absolutes Geldmonopol für Nationalbank



Raffael Wuethrich, Reinhold Harringer, Sergio Morandi, Jean-Marc Heim und Katharina Serafimova, von links, vom Initiativkomitee sprechen beim Kampagnenstart zur Vollgeld Initiative, am Donnerstag, 22. Maerz 2018, in Bern. Das Schweizer Stimmvolk hat am 10. Juni ueber diese Vorlage zu bestimmen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Vollgeld-PK in Bern. Bild: KEYSTONE

Am 10. Juni kommt die Vollgeld-Initiative an die Urne. Die Initianten haben also noch knapp drei Monate Zeit, dem Stimmvolk das Anliegen zu erklären. Dieses ist ihrer Ansicht nach weniger kompliziert, als es scheint.

«Geld regiert die Welt», stellte Raffael Wüthrich vom Kampagnen-Team am Donnerstag vor den Medien fest. Die Frage sei also, wer das Geld regiere. Nach Ansicht der Initianten sind das heute die Geschäftsbanken.

In Zukunft soll es die Nationalbank (SNB) und damit letztlich das Schweizer Volk sein. Die Herstellung von Geld sei klassischer Service public und gehöre nicht in die Hände von Privaten, sagte Jean-Marc Heim vom Kampagnen-Team. Geschäftsbanken seien nur ihren Aktionären verpflichtet und nicht dem Gesamtinteresse des Landes.

Fiktives Geld

Wie die Vollgeld-Initiative dieses System verändern würde, ist indes etwas komplizierter. Einen ersten Anhaltspunkt gibt der volle Titel der Initiative. Dieser lautet: Volksinitiative «für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank!».

Die Nationalbank hat heute ein Monopol auf der Ausgabe von Banknoten. Diese machen aber nur rund einen Zehntel des vorhandenen Geldes aus. Die übrigen 90 Prozent werden nach Angaben der Initianten von den Geschäftsbanken erzeugt. Es handelt sich um virtuelle Werte, die in der Regel nur als Zahl auf einem Bildschirm oder einem Kontoauszug existieren.

Bei der Vergabe von Krediten beispielsweise verleihen Banken Geld, für das sie selber keinen oder nur einen geringen Gegenwert besitzen. Dieses Geld besteht aus einem Versprechen. Das geht so lange gut, wie die meisten Leute dem System vertrauen. Das Wort Kredit leitet sich vom lateinischen Wort credere ab - glauben.

Sichere Schweizer Franken

Das ist den Initianten der Vollgeld-Initiative zu unsicher. Weil Banken Profitinteressen verfolgten, würden sie regelmässig zu viel Geld schaffen, argumentieren sie. Das führe zu Blasen und Geldentwertung.

Daher soll Geld in Zukunft unabhängig von seiner Form - als Münzen, Noten oder elektronisches Buchgeld - immer aus «sicheren Schweizer Franken» bestehen. Diese sollen allein von der Nationalbank herausgegeben werden. Geschäftsbanken müssten bei der Nationalbank verzinsliche Darlehen aufnehmen.

Dieses Geld könnten die Geschäftsbanken auch verleihen. Das Geld auf Zahlungskonten hingegen würde den Kontoinhabern gehören und nicht verloren gehen, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Damit würden die Banken allen anderen Unternehmen und Privatpersonen gleichgestellt, argumentieren die Initianten.

Jenen Teil des Geldes, den die Nationalbank nicht an Geschäftsbanken vergibt oder zum Kauf von Devisen verwendet, soll sie Bund, Kantonen und Bürgern gratis zur Verfügung stellen. Diese schuldenfreien Werte könnten mehr als nur den Geldkreislauf verändern.

Das heutige System sei von Konkurrenz geprägt, es verlange nach immer neuen Krediten, sagte Katharina Serafimova vom wissenschaftlichen Beirat der Vollgeld-Initiative. Sie verglich das Rennen nach Ressourcen mit einer Reise nach Jerusalem. Auch die Schuldenwirtschaft führe zu Unsicherheit. Dieser sei bisher nur mit immer neuen Regulierungen begegnet worden.

Mit-Initiant Reinhold Harringer erinnerte daran, dass Vollgeld nichts exotisches ist. Banken hätten elektronische Vollgeld-Guthaben bei der Nationalbank. Banken untereinander zahlten nur mit Vollgeld. Auch der Zahlungsverkehr mit dem Ausland werde mit Vollgeld abgewickelt, sagte Harringer.

Lukrative Umstellung

Die Initianten haben sich auch Gedanken über den Systemwechsel gemacht: Auf einen Stichtag hin würde alles Buchgeld in Vollgeld umgewandelt. Damit würden Verbindlichkeiten der Banken gegenüber der Nationalbank in gleicher Höhe begründet. Diese Schulden müssten in einem bestimmten Zeitraum abgetragen werden.

Die Kredittilgung würde der Nationalbank erlauben, entsprechend viel neues Geld schuldenfrei an Bund, Kantone und Bevölkerung auszuzahlen. Die Initianten gehen von Auszahlungen von 300 Milliarden Franken innerhalb von 15 Jahren aus.

Bundesrat und Parlament empfehlen die Initiative zur Ablehnung. Sie warnen vor einem gefährlichen und unnötigen Experiment. Auch die Nationalbank ist nicht begeistert. «If it’s not broken, don’t fix it», sagte Nationalbank-Präsident Thomas Jordan - «Wenn etwas nicht kaputt ist, repariere es nicht». (sda)

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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • trubi 23.03.2018 13:05
    Highlight Highlight Heute sind die Zahlen auf Deinem Konto nur ein Versprechen Deiner Bank. Dies macht uns als Gruppe in Krisenzeiten erpressbar (too-big-to-fail).
    Die Vollgeld-Initiative bringt einen Vorteil für die Einzelperson: Mit der Vollgeld-Initiative werden diese Zahlen zu echtem Vollgeld, also wie Bargeld in einem Tresor. Und damit ist Schluss mit der Erpressung.
  • rodolofo 23.03.2018 13:04
  • Tilman Fliegel 23.03.2018 09:06
    Highlight Highlight Wenn ich es richtig verstehe, geben die Banken mit Buchgeld Kredite und kriegen dafür Zinsen in Vollgeld. Scheint mir ein gute Geschäft zu sein, kein Wunder wollen sie nicht drauf verzichten.
    • mogad 23.03.2018 12:00
      Highlight Highlight Und der Buchgeld-Kredit wird auch in Vollgeld zurückgezahlt? Aus Nichts wird richtiges Geld?
  • mogad 23.03.2018 08:33
    Highlight Highlight Versteh ich richtig? Die Geschäftsbanken werden nichts verlieren. Ihr Buchgeld (Kredite, ohne realen Gegenwert) werden durch die Nationalbank in Vollgeld umgewandelt. Wenn diese Kredite getilgt sind (abgezahlt oder halt abgeschrieben), gibt es nur noch Vollgeld von der Nationalbank. Die Nationalbank schafft ja auch Geld, dem noch kein Wert gegenübersteht, sie "druckt" Noten. Aber die Geschäftsbanken könnten nicht mehr Pleite gehen, weil nur noch der Kreditnehmer, der Kunde der Geschäftsbank Schulden hat, nicht die Bank. Der Umsatz mag sinken - besser als auf den nächsten Crash warten.
  • rodolofo 23.03.2018 08:20
    Highlight Highlight Ungeheuerlich, dass die Privaten Geschäftsbanken einfach Kredite aus einem leeren Hut zaubern können und damit zwar keine weissen Hasen, dafür einträgliche Gläubiger-Schuldner-Beziehungen in die Welt setzen!
    Warum gibt uns "unsere" Nationalbank solches Zauber-Buchgeld nicht einfach direkt und zinslos?
    Weil es dann die so "enorm wichtigen" Verwalter der Privatbanken nicht mehr bräuchte?
    Trotzdem erwarte ich von einer Nationalbank nicht automatisch "Bürgernahe" Kreditvergabe.
    Bei einem Monopol der Nationalbank würde diese wohl von raffgierigen "VertreterInnen des Volkes" übernommen...
  • Sophokles 23.03.2018 06:49
    Highlight Highlight Wenn Banken selber Geld erzeugen führt das immer wieder zu Finanzkrisen. Deshalb soll nur die Nationalbank Geld herstellen dürfen, Bargeld und elektronisches Geld. Der Schweizer Franken wird so absolut sicher. Und dank der Vollgeld-Initiative kann der Bürger endlich wählen, ob er sein Geld der Bank gegen Zins zur Verfügung stellt, oder es auf seinem sicheren Vollgeld-Konto lässt. Mit Vollgeld gewinnen alle gleich doppelt: 1. Sicherheit und 2. die Freiheit wählen zu können. Was soll daran verkehrt sein?
    • fcsg 23.03.2018 14:20
      Highlight Highlight Dazu sind die internationalen Abhängigkeiten viel zu gross. Die Nationalbank wird beim Zustandekommen der Initiative, das durch Geschäftsbanken verliehene Geld in Vollgeld umwandeln. Denn andernfalls würde durch die Abnahme der Geldmenge, der Kurs des Frankens explodieren, was unsere Wirtschaft zum Erliegen bringen würde. Es ist illusorisch zu glauben, Finanzkrisen würden durch die auschliesslich Geldschöpfung durch Nationalbanken verhindert. Die Finanzkrise wurde insbesondere auch durch die amerikanische Politik und die Geldpolitik der Nationalbanken mitverursacht.
    • David Steger 24.03.2018 01:01
      Highlight Highlight @fcsg Nur ist es im Moment so, dass 90% aller Schweizer Franken, die im "Umlauf" sind, reines Buchgeld sind. Die Nationalbanken können mit ihrer Politik jedoch nur das Vollgeld kontrollieren. Deshalb müssen Banken gerettet werden. Falls eine Bank pleite geht, verschwindet auf einen Schlag auch das ganze Buchgeld, das sie verwaltet. Das hiesse, dass ein Grossteil der Kunden ebenfalls pleite gehen würde. Beim Bankrott einer Bank sind nicht nur Arbeitsplätze in Gefahr, sondern ganz viele Kleinsparer ebenso.
  • Wilhelm Dingo 23.03.2018 06:30
    Highlight Highlight Warum Nationalrat und SNB die Initiative ablehnen sagen diese nicht.
    • rodolofo 23.03.2018 09:25
      Highlight Highlight Das wundert mich gar nicht.
      Aber die haben für den Fall, dass jemand nachhakt, sicher wieder ihre tollen Politiker-Sprüche zur Hand, wie:
      "Wir dürfen im gegenwärtig heiklen internationalen Umfeld auf keinen Fall das Vertrauen und die Stabilität der Wirtschaft-Akteure aufs Spiel setzen!"
      Oder: "Bei einer Annahme dieser linksextremen Vollgeld-Initiative wird nicht nur das Buchgeld, sondern auch das zu uns geflüchtete Geld weiter flüchten und in Finanzwelt-freundlicheren Ländern Zuflucht suchen!"
      Oder: "Eine Schweiz ohne Privates Buchgeld ist keine richtige Schweiz mehr!"
      Such Dir was aus.
  • Domitian 23.03.2018 00:01
    Highlight Highlight Meine Vorhersage steht nach wie vor: Die grosse Mehrheit der Stimmbürger wird die Thematik nicht einmal ansatzweise verstehen und einfach nach Gutdünken abstimmen.
    • Tilman Fliegel 23.03.2018 09:01
      Highlight Highlight Denke ich auch. Und im Zweifelsfall wird Nein gestimmt, damit sich nichts ändert.
  • Posersalami 22.03.2018 23:43
    Highlight Highlight Ich habe mich noch nicht genug damit befasst. Aber jeder sieht doch, dass mal eine Alternative zum aktuellen Bankensystem gefunden werden muss.

    Wird eh abgelehnt, die Bankenlobby wird da schon genügend Druck (= Angst erzeugen) auf den Wähler ausüben.
    • MacB 23.03.2018 13:28
      Highlight Highlight Ich denke eher, die Leute schätzen, dass es ihnen heute gut geht. WIll man das aufs Spiel setzen? Niemand kann sagen, was das für FOlgen hat. Zudem ist man damit noch mehr eine INsel auf der Welt.
    • Posersalami 23.03.2018 15:09
      Highlight Highlight Ja das ist ein gutes Argument! Weil die Schweiz ja grundsätzlich nur nachmachen kann und niemals mal irgendwo Pionier sein kann. Ausser man kann damit ganz sicher obszön viel Geld verdienen, dann ist man dabei.

  • Stadicus 22.03.2018 23:33
    Highlight Highlight Ein Wunder, dass in dieser Diskussion das Wort "Bitcoin" noch nicht gefallen ist. Ja, das ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang, aber genau dem Ziel, ein digitales, globales, staatenloses Vollgeld zu etablieren. Ist vom Ansatz her auch die einzige Möglichkeit, da ein vorpreschender Einzelstaat sich total ins Abseits stellen würde.
    • Lagovai 23.03.2018 09:09
      Highlight Highlight Also so wie ich Bitcoins, oder jede adere Krytowährung, ist es genau das Gegenteil von Vollgeld. Vollgeld verfolgt den Ansatz einer zentralen Kontrollstelle. Krytpowährungen verfolgen ja dann doch eher wieder den Ansatz, dass theoretischer jeder Geld erschaffen kann ohne das ein Wert gegenüber steht.
    • Ostberg 23.03.2018 09:24
      Highlight Highlight Bei Bitcoin ist die Geldmenge beschränkt. Sie kann nicht flexibel angepasst werden an die Bedürfnisse der Wirtschaft. Beim Vollgeld hingegen erhält die Nationalbank einen grossen Hebel, die gesamte Geldmenge zu steuern, im Interesse der Gesamtwirtschaft der Schweiz, nicht nur zu Gunsten der Finanzwirtschaft wie bisher.
    • Stadicus 23.03.2018 14:58
      Highlight Highlight Wenn ich das richtig verstanden habe, wird bei Vollgeld die Produktion von neuem Geld durch die Kopplung mit einem raren Gut (Gold?) erschwert. Das ist bei Bitcoin nicht nötig, da es schon per Definition ein rares Gut ist (es wird nie mehr als 21 Mio. Bitcoin geben). Niemand hat die Möglichkeit, weitere Einheiten aus dem Nichts zu erschaffen.
  • MacB 22.03.2018 20:16
    Highlight Highlight Thomas Kordan, als ausgewiesener Fachmann, hat im Gegensatz zu frustrierten Kommentarschreibern zu 100% recht.
    • Nico Rharennon 22.03.2018 21:05
      Highlight Highlight Klar, der Mann trägt Anzug, deshalb müssen wir ihm trauen können.
    • Hoppla! 22.03.2018 21:47
      Highlight Highlight Ja, einem Anzugträger ist nicht zu trauen.

      Kennt noch jemand einen Strassenwischer der mich über Quantenphysik aufklären kann? Also ja kein Experte, einfach ein Mensch wie du und ich. Damit er auch glaubwürdig ist.
    • MacB 22.03.2018 22:25
      Highlight Highlight Er hat sein Können genug bewiesen, er ist kein Schwätzer!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Watson=Propagandahuren 22.03.2018 19:37
    Highlight Highlight Es ist krass wie wenig Menschen sich bewusst sind wie das heutige Finanzsystem funktioniert.
    Und viele die sich in Ausbildung/Beruf damit beschäftigen fähig sind das alles auszublenden.
    Manche merken es irgendwann, dass sind dann wohl die Banker die ihren Job hinschmeissen und einen Handwerksbetrieb aufmachen...

    F. Hörmann ist zur Geldsystemthematik ein möglicher Einstieg
    Play Icon
    • rodolofo 23.03.2018 10:33
      Highlight Highlight Vielen Dank für diesen tollen Link!
      Eine Stunde Mitverfolgen des Gesprächs mit einer übrigens auch sehr beeindruckenden Interviewerin waren für mich ein gelungener Einstieg in eine neue Welt von Gedanken und Gefühlen, die sich in mir bereits als Keimling eingenistet hat und bestens gedeiht!
      Zum Teil verstehe ich zwar nur "Bahnhof", aber den dort abfahrenden Zug werde ich auf keinen Fall verpassen!
      Man sieht sich dann also auf dem Zug!
    • Watson=Propagandahuren 23.03.2018 18:51
      Highlight Highlight Hey rodolofo, das freut mich ehrlich dass dich das Video zu neuen Gedanken bringt :)
      Vielleicht argumentierst du ja in Zukunft auch hier in de Kommis respektvoller und gehst offener mit anderen Meinungen um?
      So von Mensch zu Mensch? :)
    • rodolofo 23.03.2018 20:19
      Highlight Highlight Ich verstehe nicht, was Du meinst.
      Ich argumentiere hier immer offen, ehrlich und direkt!
      SO erweise ich anderen Menschen meinen Respekt!
      Wenn Du unter Respekt aber die doppelbödige Verlogenheit und Schein-Freundlichkeit von Bankstern meinst, dann werde ich auch zukünftig respektlos sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lienat 22.03.2018 19:14
    Highlight Highlight Hier die allgemeinverständliche Erklärung, wie die Geldschöpfung der Banken funktioniert. Betrifft zwar den Euro und nicht den Franken, ist im Prinzip aber genau dasselbe.
    Play Icon
  • Spooky 22.03.2018 19:01
    Highlight Highlight Ich werde JA stimmen. Für mich selber als Angehöriger der Unterschicht wären meine paar Batzen auf meinem Konto wenigstens sicher, weil die Nationalbank dafür bürgt.
    • fcsg 23.03.2018 06:41
      Highlight Highlight Bis 100‘000 Franken sind schon heute sämtliche Einlagen bei den Banken durch den Bund abgesichert.
    • Ostberg 23.03.2018 09:20
      Highlight Highlight @fcsg Die Einlagensicherung wird durch die Maximalsumme von 6 Mia. CHF begrenzt. Das sind nur 1.4% aller Bankguthaben in der Schweiz! Ausserdem wird nicht garantiert, zu welchem Zeitpunkt eines Bankencrashes die Auszahlungen an die Kunden getätigt werden. Das kann viele Jahre dauern!
  • Ueli der Knecht 22.03.2018 18:50
    Highlight Highlight Vermutlich wird die Nationalbank dem Stimmvolk bald noch damit drohen, ins Ausland zu zügeln, falls es die Initiative annehmen soll.

    Dass das Währungs-System von Thomas Jordan kaputt ist, zeigt sich u.a. auch am Umstand, dass die SNB europäische, asiatische und amerikanische Aktien im Gegenwert von rund 500 Milliarden Franken eingekauft hat, aber die Stimmrechte nicht wahrnimmt, geschweige denn der schweizer Bevölkerung überlässt. Ist das Demokratie?

    Kein Wunder haben diese Multis eine seltsame Eigendynamik (wie etwa Facebook woran SNB mit 9 Mio Aktien im Wert von 1.5 Mia USD beteiligt ist).
  • Thisguy 22.03.2018 18:18
    Highlight Highlight If it‘s not broken do‘nt fix it... hahah schlechter Witz!
    Unser weltweites Geldsystem ist verantwortlich für Überschuldung, Korruption, Betrug und diverse andere Machenschaften.
    Diese Initiative könnte für diverse andere Länder wegweisend sein.
    Wieso sollen Geschäftsbanken überhaupt rechtlich in der Lage sein Geld zu erschaffen?
    Es handelt sich um Unternehmen die sich ihr Geld aus der Luft greiffen und für die Kreditvergabe von NICHTS Zinsen verlangen.
    Leider sind die meisten Schweizer zu zufrieden mit ihrem Wohlstand um irgendwelche bedeutenden Veränderungen zu wagen.
    • rodolofo 23.03.2018 08:31
      Highlight Highlight Dafür werden wir eine interessante Diskussion erleben!
      Das ist ja der tiefere Sinn von solchen Initiativen:
      Die Möglichkeit, eine reale Veränderung in der Gesellschaft zu erreichen, bzw. abzuwehren, motiviert uns, über das Funktionieren und über die Zustände in unserer Gesellschaft vertieft nachzudenken und Debatten zu führen!
      Hier zeigt sich eben die vitale Bedeutung unserer Direkten Demokratie, die von Technokraten und Experten genauso belächelt und verachtet wird, wie "Soziale Medien".
      Natürlich gibt es auch extreme Auswüchse!
      Aber wo gibt es die denn nicht?
  • Gustav.s 22.03.2018 17:30
    Highlight Highlight Aber ist dann nicht weniger Geld im gesammten vorhanden und würde dies dann nicht zum Mehrwert jedes einzelnen Frankens führen?
    Bedeutete stärkerer Franken, sinkende Konkurrenzfähigkeit, begleitet von einer ungeheuren Deflation?



    • _kokolorix 22.03.2018 21:44
      Highlight Highlight Das könnte passieren. Aber das hat nichts mit der Geldmenge zu tun. Obwohl die Geldmenge im Moment stark steigt, haben wir z.B. praktisch keine Inflation. Wahrscheinlich würden die beleidigten Banker lieber unser Land in Schutt und Asche legen als sich einem demokratischen Entscheid zu fügen...
      Man muss schon extrem unfähig sein um in so einem todsicheren Business auf die Schnauze zu fallen. Aber unsere Cracks in den Grossbanken schaffen das mit Links...
    • Ostberg 23.03.2018 09:16
      Highlight Highlight Die SNB (Nationalbank) kann mit Vollgeld selber entscheiden, ob sie die Geldmenge erhöhen oder senken möchte. Die Zukunft ist schwer vorherzusagen, aber mit Vollgeld hätte die SNB viel mehr Möglichkeiten, das Geldsystem so zu regulieren, dass es der gesamten Wirtschaft dient, und nicht nur der Finanzwirtschaft.
    • mogad 23.03.2018 09:50
      Highlight Highlight @kokolorix. Auch wenn ich mich wiederhole. Was den Bankern wahrsch. nicht passt: Nach einer Annahme könnte die Nationalbank den Geschäftsbanken sagen: Jetzt ist genug Geld im Umlauf dem kein Gegenwert gegenübersteht. Eure Bilanzen dürfen nicht weiter aufgebläht werden. Es gibt keine Vollgeld (das in Wirklichkeit Buchgeld ist, nur dass die Nationalbank dafür geradesteht) mehr in nächster Zeit.
  • Oh Dae-su 22.03.2018 17:12
    Highlight Highlight Vollgeld ist doch eigentlich genau das, was sich ein normaler Mensch darunter vorstellt, wie das Bankenwesen funktioniert. Da es dies leider aber nicht tut, kann man durchaus damit argumentieren, es zu ändern. Ich persönlich finde die Idee auch sympathisch, finde aber, dass so etwas auf globaler Ebene gelöst werden müsste. Und wer die momentane Situation auf der Welt anschaut, weiss, dass dies wohl nie passieren wird...
    • David Steger 22.03.2018 20:39
      Highlight Highlight @Oh Dea-su Ich sehe das genauso. Wenn wir aber darauf warten, das global einzuführen, dauert es ewig. Irgendjemand muss den ersten Schritt machen. Da Vollgeld bereits existiert, kann auch nicht von einem Experiment gesprochen werden. Die Banken untereinander zahlen mit Vollgeld, jede Note und jede Münze ist Vollgeld. Warum sollte es mit dem Geld auf meinem Bankkonto anders sein?
    • Wilhelm Dingo 23.03.2018 06:34
      Highlight Highlight Eben, darum müssen wir vorangehen. Allerdings könnte der Franken dann von Investoren überrannt werden.
    • rodolofo 23.03.2018 08:23
      Highlight Highlight Sag niemals nie!
      Wenn sogar ein Trump Präsident der USA werden konnte, dann kann sogar noch unmöglicheres passieren!
      Tatsache ist: Wir wissen nicht, wohin die Reise geht und was noch alles passieren wird.
      Nur Eines ist sicher: Nichts ist sicher...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Neruda 22.03.2018 16:49
    Highlight Highlight «If it’s not broken, don’t fix it» Aha... Haben wir ja 2007 und 08 gesehen, wie "not broken" das derzeitige System ist...
    • Wilhelm Dingo 23.03.2018 06:33
      Highlight Highlight Das System funktioniert sehr gut für Banken und ihre superreichen Hintermänner. Insbesondere bei der de facto Staatsgarantie von Grossbanken (to big to fail Banken)
    • mogad 23.03.2018 08:19
      Highlight Highlight Wenn etwas nicht kaputt ist, repariere es nicht. Das heisst: warten wir doch bis es kaputt ist, und reparieren es dann. Reparieren heisst, der Staat muss die Banken retten, die Länder verschulden sich bis (fast) zum Staatsbankrott, s. Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich usw.) es gibt wie 2008 eine weltweite Rezession.
  • Dini_muetter 22.03.2018 16:48
    Highlight Highlight Unser verzinstes Geldsystem ist nicht broken? Dass ist es sehr wohl, genau das führt zu dem Leistungsdruck und dem unausweichlichem Wachstum.... Dass sind aber Zusammenhänge die werden 99,9% der Bevölkerung nicht verstehen....
    • MonImago 22.03.2018 20:35
      Highlight Highlight Wäre aber halt wichtig, dass das allgemein durchschaut wird.

      Volker Pispers erklärts nicht schlecht:

      Play Icon
    • David Steger 22.03.2018 20:42
      Highlight Highlight @Dini_muetter Ich denke schon, dass die Leute das verstehen werden. Jemand muss es wagen, es den Leuten zu erklähren.
    • _kokolorix 22.03.2018 21:53
      Highlight Highlight Man kann nicht alle Probleme mit Vollgeld lösen. Der Leistungsdruck und Wachstumszwang entsteht durch die Tatsache, dass Kapitaleigner sich ohne Eigenleistung bereichern. Das muss durch Produktivitätszuwachs kompensiert werden, sonst hat der Arbeiter immer weniger.
      Das Vollgeld würde dem grenzenlosen Kreditgeschäft einen Riegel schieben, nicht mehr aber auch nicht weniger.
      Die zunehmende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen werden wir noch mit anderen Massnahmen eindämmen müssen. Eine deutliche Steuererhöhung für hohe Einkommen und eine Kapitaltransfersteuer wären ein Anfang
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