Die Grenadier-Rekrutenschule gilt als eine der härtesten Ausbildungen in der Schweizer Armee. Bei einer Übung in der Kaserne in Isone im Kanton Tessin, wo die Grenadiere stationiert sind, mussten am Mittwoch vier Rekruten ins Spital gebracht werden. Darüber berichtet der Blick.
«Am Dienstag gab es in der Kaserne einen achtstündigen Test der Rekruten – trotz Hitze», erklärt eine Verwandte von einem der vier Rekruten. Durch die extreme Hitze seien sie während dieser Übung dehydriert. «Einer musste mit einem Rega-Heli ins Spital gebracht werden und lag zeitweise im künstlichen Koma», so die Angehörige weiter. «Das ist ein Skandal. Total unverantwortlich.»
Armeesprecher Stefan Hofer bestätigt den Vorfall gegenüber «Blick». Konkret hätten die Rekruten einen sogenannten Sternlauf absolviert. Dabei handelt es sich um eine Art Postenlauf. Dieser ist Teil der mehrstufigen Selektion und wurde am vergangenen Mittwoch von 129 Rekruten absolviert. Wer eine solche Selektion nicht besteht, scheidet aus und wird nicht Grenadier.
Armeesprecher Hofer bestätigt, dass ein Rekrut «kurzzeitig» ins künstliche Koma versetzt werden musste. Seit Donnerstag befinde sich der Betroffene nicht mehr auf der Intensivstation. In Zukunft wolle man körperlich anstrengende Aktivitäten während der Ausbildung «noch konsequenter auf die Morgen- und Abendstunden verlegen».
Die Übung sei gemäss Vorschriften verlaufen, an einzelnen Posten standen Nahrungsmittel und Getränke zur Verfügung. Weitere Details seien nicht bekannt.
(her)
Dass eine Übung auch in der Mittagshitze stattfondet ist richtig.
Nicht richtig ist , dass berufliche Übungsleiter und Vorgesetzte ihre Truppe nicht vorbereiten und dafür sorgen, dass sie genügen Wasser zu sich nehmen und nicht überhitzen.
Ein Baumaschinenführer oder LKW-Fahrer der seine Maschine weterbetreibt obwohl der Kühler kocht und der Motor blockiert, der kann sich eine neue Stelle suchen.