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Traurig-schöne Bilder aus Somalia, als wir dort noch Badeferien machten und clubben gingen



watson-User Luca Brasi hat die letzte Ausgabe von «So schön war es einmal in ... » gefallen und uns eine Anregung geschickt:

«Ich hatte mal einen Kollegen aus Somalia, der sehr betrübt war, dass die Welt heute nur noch an ‹Failed State›, Piraten und islamistische Rebellen denkt, wenn man von seinem Land spricht und Mogadischu doch einst eine wunderschöne Stadt gewesen sei.»

Die negativen Assoziationen kommen nicht von ungefähr: Somalia und seine Hauptstadt Mogadischu tauchen regelmässig in den Top 10 der gefährlichsten Orte der Welt auf. 1991 brach dort ein blutiger Bürgerkrieg aus, der bis heute andauert. In dem Chaos am Horn von Afrika gediehen Piraten und später die Terroristen der Al-Shabab.

Die frühere italienische/britische Kolonie Somaliland erlangte 1960 ihre Unabhängigkeit und genoss in den 30 Jahren bis zum Ausbruch des Kriegs eine gewisse Stabilität. Die Bevölkerung bezahlte dafür in Form der Diktatur Siad Barres allerdings einen hohen Preis. Europäische Touristen und (privilegierte) Somalier schätzten die traumhaften Strände und die Clubs in den Luxushotels. 

Folgende Bilder stammen aus Zeiten, als Mogadischu seinem Übernamen «Weisse Perle des Indischen Ozeans» alle Ehre machte:

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UN Beach Club in Mogadischu (1980er-Jahre).
bild via vintagesomalia.com

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Italienischer Beach Club in Mogadischu (1980er-Jahre).
bild via vintagesomalia.com

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Undatiertes Video vom Nightclub im Al-Urubua-Hotel in Mogadischu.
YouTube/The Good Old Days Carlo

«Früher gab es mehr Nightclubs in Mogadischu als Moscheen.»

Mohamud Diriye, ehemaliger Museumsdirektor Mogadischu

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Undatiertes Video vom Lido in Mogadischu.
streamable

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Zwei Somalierinnen um 1980 vor einem Mitsubishi Galant Lambda.
bild via pinterest

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Postkarte mit Stadtzentrum Mogadischus (vermutlich 1960er-Jahre).
bild via vintagesomalia.com

«Mogadischu war so friedlich, man konnte nachts unterwegs sein, ohne sich vor irgendetwas fürchten zu müssen. Die Frauen waren modern und gut angezogen. An den Wochenenden gingen wir ins Al-Urubua-Hotel, wo es einen guten Nightclub gab. Das Nachtleben war dynamisch.»

Peter Bern, der als Teenager in den 1980er-Jahren aus Deutschland nach Mogadischu kam

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1952 aufgegebene Postkarte aus Mogadischu. Die italienische Aufschrift «Mogadiscio – Panoramica dal mare» zeugt von der Kolonialzeit, als Mogadischu Hauptstadt von Italienisch-Somaliland (1905-1941) war, sowie vom Italienischen Treuhandgebiet Somalia (1947-1960).
bild: m.spialtini via mogadishuimages.wordpress.com

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Deutscher Club im Hotel Juba in Mogadischu (1985).
bild via somalinet

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Europäische und somalische Pfadfinderinnen (vermutlich 1980er-Jahre).
bild via vintagesomalia.com

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«Als die Europäer einen Marathon in Mogadischu veranstalteten, hielten uns die Somalier für verrückt.» (1980er-Jahre)
bild: peter bern via hiiraan online

«Somalia war einst ein führendes und friedliches Land. Aber der Frieden war kosmetisch, die Entwicklung war kosmetisch und das Glück war kosmetisch.»

Betreiber des Blogs vintagesomalia.com

The twin towered Roman Catholic cathedral of Mogadishu, Somalia. Date unknown. (AP Photo/James Peipert)

Undatierte Aufnahme der römisch-katholischen Kathedrale von Mogadischu, die 1928 während der italienischen Kolonialzeit erbaut wurde. Sie wurde im Bürgerkrieg zerstört.
Bild: james peipert/AP

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Undatiertes Bild zweier Somalierinnen in traditioneller Kleidung.
bild via vintagesomalia.com

Es gab eine Zeit, als die Somalier (ok, einige) glücklich waren, das Leben war gut, die Leute zogen sich schick an, gingen an den Strand, arbeiteten hart. Somalische Frauen genossen viel mehr Freiheiten als alle anderen in der arabischen/muslimischen Welt und ausserhalb Afrikas. Sie gingen zur Schule, arbeiteten, fuhren Autos und trugen die Kleidung, die ihnen gefiel. Sie waren nicht unterdrückt. Sie hatten Kultur. Somalia war einmal sehr kosmopolitisch. Es ist traurig, was aus dem Land geworden ist.»

Betreiber des Blogs vintagesomalia.com

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Undatiertes Bild eines somalischen Polizisten mit einer Touristin.
bild via vintagesomalia.com

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Überschwemmte Strasse beim legendären Hotel Croce Del Sud (1960er-Jahre).
bild via skyscrapercity.com

Nicht alle Somalier sind der Ansicht, dass diese «Normalität» vor dem Bürgerkrieg den heutigen Zuständen vorzuziehen ist:

«Einige Leute können es einfach nicht erwarten, wieder weisse nackte Haut an den Stränden [Mogadischus] zu sehen, denn das ist der Inbegriff von ‹Spass› und ‹Normalität›.»

User Talo alle udaa
quelle: somalinet

Wer die gute alte Zeit miterlebt hat, dürfte es anders sehen.

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  • Tokio, bevor es von den USA dem Erdboden gleichgemacht wurde (1944/1945)21%
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  • Warschau, bevor es von den Nazis zerstört wurde (1944)11%
  • Sarajewo vor dem Bosnienkrieg (1992-1995)22%
  • Beirut vor dem Bürgerkrieg (1975-1990)24%

Mehr Kriegsgebiete, die schon bessere Zeiten erlebt haben:

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kibar Feyzo 04.04.2016 15:49
    Highlight Highlight Hübsche Bilder, aber wo ist der Text?
    • Kian 04.04.2016 21:18
      Highlight Highlight Manchmal lenkt zuviel Text vom Wesentlichen ab.
  • 's all good, man! 04.04.2016 07:42
    Highlight Highlight Mir scheint, du hast nicht so recht verstanden, worauf ich hinaus wollte. Mir ist durchaus bekannt, dass sich unter anderem auch islamistische Gruppierungen bekämpfen in Somalia. Auch trotz meines nicht sehr hohen Bildungsgrades bin ich in der Lage, deswegen nicht die ganze Religion Islam dafür verantwortlich machen zu wollen. Darum geht es. Mit deiner Formulierung tust du das aber und das stört mich.

    Das Beispiel Mexiko ist vielleicht nicht das allerbeste, aber es soll einfach veranschaulichen, dass nicht eine Religion alleine für Krieg und Chaos sorgt.
    • maxi 04.04.2016 08:58
      Highlight Highlight du weisst natürlich was in mexiko abgeht... albuquerque ist ja auch nicht weit davon entfernt ;)
    • 's all good, man! 04.04.2016 09:13
      Highlight Highlight Sorry, hätte unten als Antwort auf den Kommentar von »DJ_Terror« hin gemusst.

      @maxi Genau! ;-)
  • Calvin Whatison 04.04.2016 06:52
    Highlight Highlight Die Bilder sprechen für sich, tolle Zeitreise. Bitte fortsetzen. Danke Watson!
  • Coconut 03.04.2016 21:46
    Highlight Highlight Tolle, wenn auch ein bisschen traurige Serie! Und schön nehmt ihr auch die User ernst beziehungsweise setzt ihre Ideen um.
  • Mehmed 03.04.2016 19:53
    Highlight Highlight In den 80ern war auch die Gesellschaft im Westen besser dran. AHV gesichert, Vollbeschäftigung, Firmen bezahlten noch Steuern, keine politische Pseudokorrektheit.
    Heute kann man diesen Ländern kaum den Westen als Vorbild empfehlen, mit seiner Heuchelei, falschen Moral, Plutokratie oder Oligarchie, Abzocke, The-Winner-takes-it-all etc.
    • _mc 04.03.2017 21:09
      Highlight Highlight AIDS
  • It's-a-me, Mario 03.04.2016 18:33
    Highlight Highlight Schade ... wieso müssen solche Dinge geschehen? :|
  • Lichtblau 03.04.2016 18:31
    Highlight Highlight Und dann gibt es noch ein Land, in dem Tourismus nach westlicherer Art (und damit ein Einkommen für viele) zwar nie existierte, aber eine Chance wäre: Eritrea.
  • Domino 03.04.2016 18:12
    Highlight Highlight Dasselbe wird in der Türkei, Tunesien und Ägypten genauso passieren. Durch die iskamistischen Attentate werden die Touristen fern bleiben und somit das Geld und viele Jobs gehen verloren. Dadurch steigt der Extremismus weiter. Diese Spirale ist kaum aufzuhalten.
    Andere Regionen wie Asien, USA, Karibik und Spanien profitieren von vielen neuen Touristen.
  • JoJodeli 03.04.2016 18:10
    Highlight Highlight Schöner Artikel! Ich freue mich auf die nächsten!!
  • John Smith 03.04.2016 17:22
    Highlight Highlight Hach, da wünscht man sich doch gleich die alte Militärdiktatur zurück.
  • Zürischnure 03.04.2016 16:46
    Highlight Highlight Schöne Frauen in schönen Kleidern.... :-(
  • Piti 03.04.2016 16:34
    Highlight Highlight Das ist so schade :(
  • pd90 03.04.2016 16:17
    Highlight Highlight Könnt ihr bitte alle Reportagen bringen/recherchieren, die in der Umfrage aufgelistet sind? Sehr interessanter Artikel! :-)
  • Luca Brasi 03.04.2016 16:12
    Highlight Highlight Oh, vielen Dank Herr Ramezani! Sie sind mein Journalist des Tages (wenn nicht gar des Monats)! Wirklich tolle Impressionen und Erinnerungen verschiedenster Leute zu den Zeiten vor dem Bürgerkrieg. Jetzt habe ich einen gewissen Eindruck, was mein Kollege damals erzählte.
    Ich freue mich schon auf die nächsten Geschichten dieser Art (kann mich aber gerade nicht entscheiden, weil einfach alles spannend tönt). Grosses Kino!
    • Kian 03.04.2016 19:45
      Highlight Highlight Wir machen alle diese Geschichten, aber ihr wählt die Reihenfolge.
  • Mia_san_mia 03.04.2016 15:59
    Highlight Highlight Echt traurig wenn man das sieht... Aber sehr interessant 👍🏻 Bringt am besten alle Städte, die ihr in der Umfrage vorgeschlagen habt.
  • NWO Schwanzus Longus 03.04.2016 15:41
    Highlight Highlight Traurig, was der konservative Islam in diesem Land angerichtet hat. Dieser Islam trägt die Schuld dafür, weshalb diese Länder am Abgrund sind.
    • Bijouxly 03.04.2016 16:02
      Highlight Highlight nein, das ist der extremismus. würden wir die bibel und damit den christlichen glauben extremistisch umsetzen, hätten wir auch nicht das europa von heute.
    • Mia_san_mia 03.04.2016 16:33
      Highlight Highlight @DJ-Terror: Genau so ist es leider...
    • Karl Müller 03.04.2016 16:51
      Highlight Highlight Ich masse mir nicht an, hier ein abschliessendes Urteil abzugeben. Aber von Somalia liest man immer wieder, dass sich dort hauptsächlich rivalisierende Clans bekämpfen. Solche Konflikte wurden natürlich durch die Kolonialisten und die nachfolgende Diktatur unterdrückt (das ist vermutlich gemeint mit dem "kosmetischen Frieden"), verunmöglichten aber danach einen zentral regierten Staat. Ja, es gibt auch Islamisten, die in diesem Chaos mitmischen, aber die Hauptursache des Bürgerkriegs in Somalia ist eher nicht der Islam.
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