Trump-Fans und ihr Anführer Bild: keystone
Im Juni hielt US-Präsident Donald Trump gegen den Rat von Gesundheitsexperten eine Wahlveranstaltung vor Tausenden Anhängern in einer geschlossenen Halle ab. Danach stiegen die Fallzahlen in dieser Region markant an. Lokale Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führten den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf diesen Wahlkampfauftritt zurück.
Und hat das Trump-Team etwas daraus gelernt? Nein. Über eine Stunde lang sprach Trump in einer Produktionsstätte eines Baumaschinenherstellers in der Stadt Henderson, Nevada, vor zu grossen Teilen unmaskierten Anhängern. Entgegen Corona-Auflagen des US-Bundesstaats Nevada.
Corona-Vorschriften? Sind ihnen egal. Bild: keystone
«Sagen Sie Ihrem Gouverneur, er soll Ihren Staat öffnen», sagte Trump unter Verweis auf den Regierungschef des Bundesstaats, den Demokraten Steve Sisolak.
Eine Sprecherin der Stadt Henderson sagte dem Sender CNN, die Veranstaltung verstosse gegen die Corona-Bestimmungen des Bundesstaats. Derzeit seien Versammlungen von mehr als 50 Personen in einem privaten oder öffentlichen Rahmen verboten. Der Hersteller könne als Gastgeber der Veranstaltung zudem seine Geschäftslizenz verlieren. Kurz vor Beginn der Veranstaltung kritisierte Gouverneur Sisolak Trump scharf. Der Präsident handle «rücksichtslos und egoistisch» und bringe «zahllose Menschenleben» in Nevada in Gefahr, twitterte Sisolak.
Trumps Wahlkampfteam erklärte, man messe bei der Veranstaltung Körpertemperaturen und stelle Masken und Handdesinfektionsmittel bereit. Bei Trumps Kundgebungen tragen Teilnehmer jedoch oft keine Masken und wahren häufig keinen grösseren körperlichen Abstand.
In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern infizierten sich bislang rund 6.5 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2, rund 194 000 Menschen starben.
Trump liess sich von den Corona-Regeln den Abend nicht verderben. Gewohnt grossmaulig trat er vor seine Fans. Diese skandierten lauthals für vier weitere Jahre Trump im Weissen Haus. Trump selber aber denkt schon weiter. Er denkt erneut laut darüber nach, seine Amtszeit über die Beschränkung von acht Jahren hinaus zu verlängern.
Bevor er diese Drohung aber wahr machen kann, muss er erst einmal Joe Biden schlagen. Die Umfragen zeichnen immer noch ein düsteres Bild für eine zweite Trump-Amtszeit.
(aeg/sda/dpa)
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