Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit.
Bild: keystone
Vermeintlicher Todesfall eines jungen Mannes als Gipfel – die Fail-Hitparade des BAG
Der Ärger auf Social Media und in den Kommentarspalten der Newsportale ist gross. Wieder ein Bock des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Am Freitagnachmittag wurde vermeldet, dass im Kanton Bern ein unter 30-Jähriger an den Folgen von Covid-19 gestorben sei. Die Nachricht machte rasch die Runde und sorgte für viel Aufregung.
Am Abend dann das Dementi des Kantons Bern: Beim verstorbenen jungen Mann handelt es sich um eine Fehlinformation. Diese sei erfolgt aufgrund von Unklarheiten auf der klinischen Meldung einer Person, die sich in Isolation befinde und keine schweren Covid-19-Symptome habe. Es sei vom Kanton Bern keine Todesfallmeldung an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gesandt worden.
Es ist nicht die erste missglückte Aktion des BAG, sondern nur der neuste Fall einer Reihe von kommunikativen und anderen Fehltritten.
Masken
Stichwort Masken: Diese sind seit dem 6. Juli im öffentlichen Verkehr Pflicht. Monate zuvor hiess es von Daniel Koch, dem damaligen Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG:
Quarantäne
Auch darüber, was neben den Masken das Instrument der Quarantäne für eine Wirkung erzeugt, wurde lange nur widersprüchlich informiert. watson hat in diesem Artikel berichtet:
Stoffmasken vs. Einwegmasken
Stoffmasken versus Einwegmasken, auch hierbei gab es unklare Informationen, allerdings scheint dies gemäss BAG ein Fehler der Nachrichtenagentur SDA gewesen zu sein. Das BAG habe nie das Tragen von Stoffmasken anstelle von Einwegmasken empfohlen. Nichtsdestotrotz, die Verwirrung war perfekt und wurde von den Bürgerinnen und Bürgern im Endeffekt nicht nur, aber auch mit dem Bundesamt für Gesundheit in Verbindung gebracht.
Infektionschaos
Für besonders viel Ärger, aber auch Gelächter, sorgte die Meldung des BAG, wonach Clubs und Restaurants für den Löwenanteil der Infektionen verantwortlich seien. Die Rede war von zwei Dritteln aller Ansteckungen, Ausgehlokale wurden an den Pranger gestellt und öffentlich kritisiert. Später zeigte sich: Lediglich 1,9 Prozent der Infektionen geschehen in Clubs, 1,6 Prozent in Restaurants und Bars. Hauptsächlich erfolgen Ansteckungen im familiären Umfeld (27,2 Prozent).
(rst, mit Material der sda)
Bilder der Corona-Demo in Berlin
Knapp 20'000 Personen forderten am 1. August in Berlin ein Ende der «Corona-Diktatur». keystone / FELIPE TRUEBA
Veranstalter hatten zunächst 500'000 Teilnehmer angekündigt. Laut Polizei sind 17'000 gekommen. keystone / FELIPE TRUEBA
Darunter radikale Impfgegner, Esoteriker und Verschwörungserzähler wie auch Antisemiten und Rechtsextremisten. keystone / FELIPE TRUEBA
Menschen mit Mund-Nasen-Schutz wurde aus dem Protestzug «Masken weg» entgegengerufen. keystone / Markus Schreiber
Am Nachmittag wurde auf der Kundgebungsbühne erst von 800'000, dann von 1,3 Millionen Menschen gesprochen.
keystone / Markus Schreiber
Die Polizei ging «in der Spitze» von etwa 17'000 Teilnehmenden aus. Bei einer anschliessenden Kundgebung sollen rund 20'000 Personen teilgenommen haben. keystone / Markus Schreiber
Die Corona-Demonstrierenden verbreiteten mit Fake-Bildern die Falschmeldung, in Berlin hätten über eine Million Menschen gegen Corona-Massnahmen demonstriert. Hier ist nicht Berlin, sondern die Street Parade in Zürich zu sehen.
Im Internet wurden die Fake-News der Corona-Leugner schnell entlarvt.
Auch Parolen wie «Die grösste Verschwörungstheorie ist die Corona-Pandemie» waren zu hören. keystone / Paul Zinken
Das Motto der Demonstration lautete «Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit». Den Titel «Tag der Freiheit» trägt auch ein Propagandafilm der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935. keystone / Paul Zinken
Gegendemonstranten unter dem Motto «Omas gegen rechts» riefen dem Zug «Nazis raus» entgegen keystone / Christoph Soeder
Angela Merkel ist das Feindbild der Corona-Demonstrierenden. keystone / Christoph Soeder
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plädiert für härtere Strafen bei Verstössen gegen die Corona-Regeln. «Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat», sagte der CDU-Politiker. keystone / FELIPE TRUEBA
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Demonstrationsrecht unterstrichen, zugleich aber harsche Kritik am Berliner Protestzug gegen staatliche Corona-Beschränkungen geäussert. keystone / Christoph Soeder
«Ja, Demonstrationen müssen auch in Corona-Zeiten möglich sein. Aber nicht so», schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. keystone / FELIPE TRUEBA
Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienten dem Schutz aller. Die Pandemie sei nur «mit Vernunft, Ausdauer und Teamgeist» zu meistern. keystone / Markus Schreiber
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: «Tausende #Covidioten feiern sich in #Berlin als «die zweite Welle», ohne Abstand, ohne Maske. Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Unverantwortlich!» keystone / FELIPE TRUEBA
Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann schrieb auf Twitter: «Wieder 1000 Neuinfektionen/Tag und in Berlin wird gegen Coronaauflagen demonstriert? Diesen gefährlichen Blödsinn können wir uns nicht mehr leisten.» sda / Christoph Soeder
Laut Polizei wurden die Hygieneregeln während der Demo nicht eingehalten. keystone / FELIPE TRUEBA
keystone / Markus Schreiber
BAG setzt schwangere Frauen auf Risiko-Liste
Video: extern / rest
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