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Wird eines der beiden Teams Schweizer Meister 2019/20? Szene aus dem Spitzenkampf St.Gallen – YB. Bild: KEYSTONE

Schweizer Fussball pausiert bis Ende April – Meisterschaft soll fertig gespielt werden

Der Schweizer Fussballverband SFV stellt im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus den Spielbetrieb bis auf Weiteres komplett ein. In der Super League und in der Challenge League ruht der Ball mindestens bis zum 30. April.

Publiziert: 13.03.20, 18:37 Aktualisiert: 13.03.20, 20:34

Die Weisung gelte ab sofort für sämtliche Spiele aller Kategorien und Altersklassen, teilte der SFV am späten Freitagnachmittag mit. Klares Ziel sei es weiterhin, die Saison im Sommer zu Ende zu spielen, schreibt der Verband. Er hofft damit darauf, dass die am 12. Juni beginnende paneuropäische EM abgesagt respektive um ein Jahr verschoben wird.

Wie der Verband schreibt, wurde der Entscheid im Einklang mit der allgemeinen Strategie der Schweiz und nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gefällt. Gemäss Einschätzung der Gesundheitsbehörde und Epidemiologen gilt Fussball als eine Mannschaftssportart mit erhöhter Ansteckungsgefahr.

SFV-Zentralpräsident Dominique Blanc wird mit den Worten zitiert, dass aussergewöhnliche Situationen aussergewöhnliche Massnahmen erfordern. «Damit tragen wir der allgemeinen Entwicklung Rechnung, zugleich wollen wir als grosser Schweizer Sportverband der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.» Es sei ein Entscheid im Sinne der Gesellschaft und der Gesundheit aller Menschen in unserem Land, so Blanc.

Der SFV gab zudem bekannt, dass er vom Zusammenzug des Nationalteams vom 23. bis 31. März absieht. Nach der Absage der beiden Testspiele in Katar gegen Kroatien (26. März) und Belgien (30. März) wollte man sich vor zwei Tagen zunächst um ein Ersatzprogramm bemühen. Auf ein solches werde nun verzichtet.

Die Gesundheit der Spieler und deren Angehörigen stehe im Vordergrund, sagt der Nationalmannschafts-Direktor Pierluigi Tami. Nationalcoach Vladimir Petkovic wird wie folgt zitiert: «Ich bin mir bewusst, dass es jetzt für uns eine lange Pause geben wird. Aber im Moment steht für uns im Zentrum, einen Beitrag zur Besserung der Lage in der Schweiz und in der Welt zu leisten. Es ist auch ein Signal unsererseits, dass Mannschaften aller Sportarten mithelfen können, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.»

Andere Sportarten

Der Schweizerische Handball-Verband (SHV) hat beschlossen, den Meisterschaftsbetrieb per sofort in allen Ligen einzustellen. Der Zentralvorstand entschied dies am Freitagnachmittag gestützt auf die neuen Informationen des Bundes und in enger Absprache mit den innerhalb des SHV eingesetzten Taskforces. Diese werden sich in nächster Zeit auch mit den Fragen auseinandersetzen, ob es in den jeweiligen Ligen einen Meister, Ab- und Aufsteiger gibt.

Für die Kadetten Schaffhausen und alle anderen Handballer ist die Saison gelaufen. Bild: Melanie Duchene

Auch die Zuteilung der Europacup-Startplätze ist Gegenstand dieser Gespräche. In der NLA der Männer stand Titelverteidiger Kadetten Schaffhausen bereits als Qualifikationssieger fest, bei den Frauen führte der Titelhalter LC Brühl die Tabelle der Finalrunde an.

Auch die Volleyball-Meisterschaft wird per sofort eingestellt. Der Saisonabbruch gilt für alle Ligen in der Schweiz. Die nationale Meisterschaft könne aufgrund der sich rasant verändernden Situation rund um das Coronavirus und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nicht weitergeführt werden, teilte Swiss Volley mit. Damit entfallen auch die für Ende März geplanten Cupfinals. Noch unklar ist, wie die Meister- und Cupsieger-Titel vergeben werden. Auch sämtliche Auf-/Abstiegsfragen und die Vergabe der Startplätze in den Europacup-Wettbewerben müssen noch geklärt werden.

Bereits gestern stellte die Unihockey-Meisterschaft ihren Betrieb ein. Meister wird es in dieser Saison nicht geben. Dies beschloss der Schweizer Verband am Donnerstagabend. Für sämtliche Auf-/Abstiegsfragen werde eine Taskforce des Verbandes mögliche Handlungsoptionen ausarbeiten. (ram/sda)

Coronavirus: Was du wissen musst

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 geht um die Welt. Was du darüber wissen musst. AP / Zoltan Balogh
Sars-CoV-2 gehört zur gleichen Erregergruppe wie das Sars- und Mers-Virus. EPA / CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND
Das neue Virus ist zwar deutlich ansteckender, die Sterberate ist jedoch deutlich tiefer als bei Sars und Mers. EPA / NIAID- RML/NATIONAL INSTITUTES O
Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am 1. März waren es weltweit rund 90'000. EPA / MARK R. CRISTINO
Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien. EPA / JAN HETFLEISCH
Das grösste Risiko, an Covid-19 – so heisst die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit – zu sterben, haben Menschen über 80 Jahre. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Mortalitätsrate in dieser Altersgruppe bei 14,8 Prozent. EPA / JEROME FAVRE
Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders gefährdet, vor den Diabetikern und Personen mit Atemwegserkrankungen und hohem Blutdruck. EPA / TOLGA BOZOGLU
Anzeichen für eine Infektion sind gemäss WHO grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Fieber und Husten. AP
Vier von fünf der von der Krankheit betroffenen Patienten leiden an einer gutartigen Ausprägung, wie eine chinesische Studie an 72'000 Personen zeigte. AP / Kerstin Joensson
In schweren Fällen kann das Virus zu Lungenentzündungen, akuten Atembeschwerden, Nierenversagen oder zum Tod führen. EPA / Tamas Soki
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, sich regelmässig die Hände zu waschen, Mund und Nase zu bedecken, wenn man hustet und niest, respektive in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen. EPA / MOURAD BALTI TOUATI
Einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Und das dürfte auch noch dauern. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft. EPA / NICOLA FOSSELLA
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei einer Grippe (Influenza). Hier ist die Datenlage aber noch unsicher. AP / Piero Cruciatti

Weil ein bisschen Spass auch in dunkeln Stunden drin liegen muss:

Video: watson / Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

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